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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

E in Weib ist das 
Mächtigste auf 
Erden, und in 
seiner Hand liegt es, 
den Mann dahin zu 
leiten, wo Gott ihn 
haben will“, sagt Hen 
rik Ibsen. Er dachte 
bei diesem Ausspruch 
wohl kaum an das 
Steuerrad des Autos, 
das neuerdings auch 
in der Hand des 
Weibes (und was für 
eines reizvollen!) 
liegt, und mit dessen 
Hilfe sie den Mann 
vielleicht nicht dahin 
leitet, wo ihn Gott 
der Herr, aber sicher 
lich, wo sie ihn hin 
haben will. Schließ 
lich erklärt sich aber 
auch der liebe Gott 
vielleicht damit ein 
verstanden, denn ein 
französisches und lei 
der häufig erprobtes 
Sprichwort besagt: »Ce que femme vcut, Dicu veut.« 
Wenn eine moderne Frau das Steuerrad am Auto und 
mit ihm auch häufig ihr eigenes Geschick und das ihres 
Begleiters lenkt, so geschieht das natürlich in einer Auf 
machung, die des 
schwierigen Führer 
amts würdig ist. Der 
starke Luftdruck, der 
durch die Fahrge 
schwindigkeit erzeugt 
wird,macht bei großen 
Touren das Anlegen 
eines Pelzes fast immer 
zu einer Notwendig 
keit, und da ein Stroh 
hut zum Pelz paradox 
— das würde aller 
dings wohl weder Frau 
noch Mode stören! — 
aber nicht hübsch 
aussieht, wählt die 
fesche Führerin kleine 
Samt- oder Leder 
kappen, die im Far 
benton dem des Pelz- 
werks entsprechen 
und mit dicken Woll- 
blumen verziert sind. 
Sie sind gar lustig an 
zusehen, diese gut 
nachgeahmten Natur 
kinder, die an Kirmes 
und Karneval und an alle möglichen heiteren Dinge erinnern. 
Unter dem Pelze verbergen sich gewöhnlich ein sehr 
kurzer geteilter Rock, eine Hemdbluse mit fescher Krawatte 
und feste, hohe, oft bis zu den Knien reichende Lederschuhe. 
Beim Stu di um der Karte. 
Pfjot.: P. Semiccfic. 
Pf'Of.: Tamous- Pfnycrs. 
Im Sommerwagen.
        
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