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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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PLAUDEREI 
r 
RODENSTOCK 
Perpha-Augengläser 
anerkannt vorzüglich 
Beste wissenachaft- 
llche Einrichtung tür 
Augen- Unterauchung 
O b das RauAen zur Kul 
tur oder Unkultur ge 
zählt werden muß, ist schwer 
zu entscheiden. Der aufmerk 
same Beobachter dieser noch 
heute trotz Tabakersatzes wach 
senden Sitte wird beides fest 
steilen. Auf der einen Seite 
den Mann, dessen nikotinver 
seuchte Lungen nach Qualm- 
befriedigung irgendwelAer Art 
lechzen, auf der anderen den 
feinen Lebenskünstler, dem die 
Zigarette weit mehr bedeutet 
als ein Raucherzeugungsmittcl, 
— dem sie eine liebe Gefährtin 
in allen Lebenslagen ist, und 
die er nicht missen möchte, ob= 
gleich ihn die Entwöhnung 
keinen physischen Zwang kosten 
würde. Hierin unterscheidet 
sich wesentlich der leidensdiaftliche Zigaretten Vernichter vom äs 
thetischen Raucher. Und die äußeren Merkmale beider sind leicht 
zu erkennen. 
Sol! ich Sie in das Rauchappartement eines Cafes begleiten, 
meine Gnädige? Dann aber bitte —: ganz vorurteilslos! So als 
Mitglied, niAt wahr?! 
Für die Augen nur das Beste! 
Photo-Spezialabteilung 
Sämtliche Apparate 
und Bedarfsartikel 
RODEN 
Leipziger Straße 101-102, Equitable-Gebäude 
Friedrichstraßa 59-60, Ecke Leipziger Straße 
Rosenthaler Straße 45, Nähe Hackescher Markt 
Joachimsthaler Str, 44, Bahnhof Zool. Garten 
Alle Arbeiten sauber, preiswert schnsll 
übermütigen Ladenfräulein. 
Was tut er? Er fragt, ob er 
siA »eine anstedeen« dürfe, 
und noA liegen zwei Stück 
feinste SAokoIadentorte auf 
seinem Teller, Glauben Sie, 
daß er übersättigt ist? Sieht 
niAt danaA aus! Aber ver 
legen ist der arme Junge, lind 
nun muß die Zigarette her 
halten, um die männiiAe 
Überlegenheit vorzutäusAen. 
Das soll übrigens allen Ernstes 
ein reAt wirksames Mittel sein, 
nur sAade, daß die bezahlten 
KuAen der Ober versAmausen 
wird. Und in jener Ecke der 
Herr, der während unseres 
kurzen Hierseins bereits die 
dritte »dicke Bohne« anbrennt ? 
Sie halten ihn gewiß für einen 
sogenannten KettenrauAer und amüsieren sidi inneritA über ihn. 
Aber auA das ist ein Irrtum, denn der Herr ist bloß nervös. Er 
sAeint nämliA reAt lange warten zu müssen, worauf — erlaubt 
mir meine außerordentliAe Diskretion niAt, zu verraten. Und in 
jenem Wandspiegel das Bild einer Dame, die — soviel man sehen 
kann — allein ist. Warum quält sie siA mit der Zigarette so stand- 
Hier, gleiA am ersten TisAAeni Sehen Sie den dicken Herrn 
mit der baudtbindigen Brasil? Sie meinen, er rauAt. Weit gefehlt! 
Der Herr liest die Zeitung. Daß ihm die Zigarre zwisAen den 
Lippen hängt, merkt er gar niAt. Sonst würde er näralidi die 
leere AsAensAale benutzt haben, die vor ihm steht, anstatt siA 
die AsAe auf den Rockärmel seines ganz passablen Anzuges fallen 
zu lassen. Aber weiter! Da drüben der blasse Jüngling mit dem 
baff, obgleiA ihr der RauA immer wieder unangenehm in die Augen 
steigt —: weil sie es für graziös hält und modern erzogen sein will. Sie 
haben genug,Gnädigste? Das waren doA erst ein paarKarikaturrauAer, 
und Sie wollen das Gegenteil kennenlernen? Nun, da bin iA selbst 
zum Beispiel einer. IA rauAe prinzipiell nur Zigaretten, die ein sdiöner 
Frauenmund zur Hälfte gekostet hat. Sind Sie so liebenswürdig und 
wählen; Greiling — Salem — Casanova ... ■£• Scdding 
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Tauentxlemtrassc 18 a. 
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