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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

T 7or seinem Kammerdiener ist der größte Mann Rückenstärkung zu geben, unsere natürlichen, nicht 
r' ein schwacher Mensch«. Voltaire sagte das, immer, wenn wir das jugendlichste Alter hinter uns 
glaub' ich. Kammerdiener können sich heut nur haben, ausschließlich erfreulichen Düfte zu veredeln 
und uns mit den diskre® 
testen Ratschlägen an 
Hand, Kopf und Fuß zu 
gehn. Aber damit nicht 
genug: was ein richtiges 
Friseurgeschäft — ein 
großes, gutes — ist, das 
ist einfach so eine Art 
praktisches Konversa 
tionslexikon für den Herrn. 
Ganz abgesehen von den 
offen angebotenen Kos® 
meticis; da hängen kleine 
V-'* A_ 
diskrete Schildchen, die 
noch Großschieber oder 
Leute leisten, die in 
Amerika einen kinderlosen 
Onkel haben. Aber man 
setze statt Kammerdiener 
— Friseur: und es 
stimmt auch. 
Es ist ja nicht der 
äußere Mensch, den der 
Friseur verschönern soll. 
Er ist verpflichtet, durch 
diese Verschönerung un® 
serm Selbstbewußtsein die 
jetzt oft, ach, so nötige 
Kundenstreik.
        
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