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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

Sämtliche Kupferstiche sind dem Verlage vom Märkischen Museum liebenswürdig zur Verfügung gestellt worden. 
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in jene Zeit, da man nicht 
auf die Straße gehen 
konnte, ohne vom 
Jungfernkranz 
verfolgt zu 
werden, und 
irgendwer 
an seine 
Tür schrei- 
Was 
benmußte, 
daß Ma 
dame Cre- 
linger eine 
Treppe höher 
wohne, um vor 
ihren Verehrern 
geschützt zu sein! 
jenen Tagen nicht 
ich freilich seit 
geändert hat, das ist (wenn der Hitzegrad der pferde 
ausspannenden Begei - 
sterung auch wechselt) 
Parteinahme und Ver 
halten des Publikums 
auf der einen und Ka 
bale und Liebe, Leid 
und Lust in allen 
Schattierungen auf der 
andern Seite des Or 
chesters. Gar manches 
Stücklein gibt da die 
Chronik des alten Schau 
spielhauses zum besten, 
manches verzeichnen 
die nicht immer benei 
denswerten Direktoren 
in ihren Erinnerungen 
selbst. Da wird von 
zerbrochenen Gitarren 
gemunkelt und von Ner 
ven, die m i t kaput gingen 
Tau auf die Blumen der Begeisterung fielen; 
wohl im- 
jahrstage 1802 stundenlang 
draußen harrten und 
dann hineinstürm 
ten in dieSelig- 
keit, also daß 
Verletzte und 
Ohnmäch 
tige wie tot 
vomPlatze 
getragen 
und Hu - 
saren „re- 
quiriert‘‘wer. 
den mußten; 
gab es die wohl 
bloß damals? Und 
wenn es von dem 
genialen Fleck 
Ifflund als Franz Moor 
Iffland genialen Fleck in den zeitgenössischen Be 
richten heißt: „er hatte keine Laune“ oder „wenn er nicht 
will, so will er nicht“, 
wenn dieBerliner damals 
sagten, man wisse nie 
vorher, ob man „ den 
großen oder den kleinen 
Fleck“ zu sehen bekäme, 
klingt es nicht, als wäre 
von dem Einzigen, Uner 
setzlichen die Rede, den 
wir heute noch alle voll 
Liebe und Dankbarkeit 
im Herzen tragen? 
Versiegt sind Tränen 
und Freud’ und Leid, ver 
schollen der Klang der 
Begeisterung wie die 
meisten Stücke, die sie 
hervorriefen, und die bis 
auf die Namen vergessen 
Szene aus Hamlet sind, dahin wie das alte 
und von Tränen, die als Haus, darin in jenen Tagen die geruhsamen Besucher 
des Parketts und ersten Rangs für 16 Silbergroschen 
inRührung 
zerflossen 
und die 
Schönheit 
bewunder 
ten. Feuer 
und Glut, 
Aufregung 
und Eifer 
sucht vor 
und hinter 
den Ku - 
sind in der 
ob es 
mer Freu 
dentränen 
gewesen 
sind ? — 
Nein, nicht 
alles hat 
sich geän 
dert! Die 
von Kunst 
verlangen 
schwellen 
den Theaterbesu - 
eher, die bei Eröff 
nung der neuen 
Räume an jenem 
Die Bethmann 
lissen 
Versenkung 
schwunden. - 
Vorhang ist 
ver - 
Der 
ge 
denkwürdigen Neu- fallen. P. Inguis
        
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