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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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Schwarzer Breitkrempiger Samthut mit durch den Randgesteckter Teder. 
(Modelt: TriedtänderO Photos: Becher SB Maaß. 
X u r SZod&Luocfiz 
Von DZargarete u. Suttner. 
as mir während der Modewoche am meisten Spaß machte, ist 
dies: Zu welchem Fürsten der Nadel ich kurze Zeit vor der 
Modewoche auch kommen mochte, um Erkundigungen einzuziehen, 
über die kommenden Offenbarungen der Mode-Geheimnisse, immer 
und überall ward mir vor allem die Botschall: »Die Röcke sind lang 
und breit.« — Ich vernahm es schweigend und von Mißtrauen erfüllt. 
Und dann kam die große Modepantomime in der Skala — und 
was sah ich? Köcke, die tatsächlich aus Röckchen waren, in zwei 
Fällen war der holde Mannequin so freundlich, midi sogar sein 
Strumpfband sehen zu lassen. Das waren sidier Ausnahmen, aber 
audi all die vielen, vielen anderen Röcke waren sehr fern davon 
als »lang« bezeidinet werden zu dürfen. Was nenne idi lang? 
Mindestens — aber mindestens — doch bis zum Knöchel reichend. 
Nidit ein einziges Kleid senkte sidi so tief und so keusdi herab, 
sehr viele aber taten so als ob . . .« Und dieses edit weibliche 
Verhalten, dieses mit einem Auge ja, und mit dem andern nein 
sagen, ist reizend! 
Nein sagt der untere Rock. Er darf bis jetzt so kurz und so eng 
gehalten werden als es die Körperbeschaffenheit einer Freu gestattet. 
Ja sagt der obere Rock — oder das, was sich so nennt. Dieses Etwas 
fällt in losen Bahnen — die unten gerade sind, spit^ oder rund, mit 
Fransen, Spitje oder Pelz beseht —- oder in Form transparenter 
Überröcke ziemlich tief über den Rocksaum herab, ja bis zum Knöchel 
oder noch viel tiefer. 
Manche der großen Abendkleider lösen das Problem, nidit lang 
zu sein und audi nicht kurz, nodt anders. Sie sind drapiert, an- 
Smaragdgrünes Seidenkleid mit T-ransen. 
(Modelt: DrecollJ 
Graues Crepe*Georgette*Kleia mit Perlenstickerei, Maulwmfmantci. 
(Modell: Drecotl)
        
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