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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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Die Taglioni 
blick und die Truppen, die er ins Feuer 
führte, ihre bedeutungsvolle Tätigkeit ent 
falten. Die verachteten Leute wurden seß 
haft, und es bereitete sich langsam eine 
andere Meinung von ihren Künsten vor. 
Hatte man es vordem doch für zweifelhaft 
gehalten, „ob die, so sich damit befaßten, 
der Seligkeit teilhaftig werden könnten.“ 
Und nun denke man sich aus diesen Zeiten 
hinein in die zielbewußte, kraftvolle 
Arbeit, die 1 f f 1 a n d als Direktor und 
Darsteller, als Apostel Schillers und Shake 
speares leistete, in die B e t h m a n n-Be- 
geisterung und den Sonntag-Taumel, 
der alle Klassen der Hauptstadt ergriff, 
I st es ausgleichende Gerechtigkeit in der wellenlinig 
sich bewegenden Menschheitsgeschichte, ist es das 
Gesetz der ewigen Vergänglichkeit: kein Beifall und 
keine Begeisterung gleicht der, die dem nach 
schaffenden Künstler auf Bühne und Podium entgegen 
schallt, keine Ruhmeskränze welken schneller als die 
ihren, denn sie haften am lebendigen Wort und am 
klingenden Ton, und wir Nachgeborenen müssen uns 
begnügen, von der Macht, die sie über die Geister unsrer 
Väter ausgeübt, wie aus weiter Ferne zu hören. 
uns bleibt der große Eindruck maß 
gebend, den die Bühenkünstler ihrer 
Zeit auf ihre bewundernden Zeit 
genossen ausgeübt haben, aber ein 
eigentliches Bild von ihrer Eigenart 
und Bedeutung können wir uns (trotz 
aller Kupfer) nicht machen. 
Erst seit Konrad E c k h o f (der 
zu Berlin allerdings nicht in persön 
liche Beziehungen trat) der deutschen 
Schauspielkunst die Wege gewiesen, 
konnten Iffland mit seinem Feldherrn- 
Fanny Eisler 
Kein bleibendes Werk zeugt von 
ihrer Herrschaft und Herrlichkeit, 
und darum wird es auch nie gelingen, 
Vergleiche zu ziehen zwischen einem 
Franz und einer B e a t r i c e ver 
gangner Tage und denen, die heute 
auf den Brettern die Welt bedeuten. 
Ob wir wohl die Bewunderung der 
Großeltern für ihre Heroen (und 
Heroinen) geteilt hätten, auch wenn 
wir ihnen sonst an Fühlen und Denken 
ähnlich wären? Müßige Frage! Für 
Frau Unzelrnann
        
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