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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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di möchte nidit Petrus sein — ich nicht. Im still und bescheiden irgendwo im letzten Grunde 
weiten Weltall gibt es niemanden, der so viele des Busens oder anderer diskreter Stellen ver» 
Feinde hat, wie er. Schickt er einen kühlen Sommer, borgen halten. Man kennt z. B. vom Winter 
dann brummt der Land» 
/ raann, der Textilfabrikant 
jammert, daß er seine leich 
te Ware nicht los wird, und 
der homo communis, der 
gemeine Durchschnittsmensch, 
beklagt sich, daß das heuer gar 
kein Sommer sei. Schickt der 
wackere Heilige aber einen 
soliden, kräftigen Sommer 
mit 40 0 Celsius im Schatten, 
dann stöhnt erst recht die 
ganze Mensdiheit: „O Gott, 
o Gott, diese Hitze! So 
schlimm ist es überhaupt 
noch nicht gewesen !" Der 
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JNH: M ARZELL U 3 SCH ) 1.' K E R. 
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her eine schlanke Fünfund» 
dreißigerin mit tadelloser 
Figur, Mischung von Juno 
und Artemis, Tigerin und 
Königin, und man findet sie 
wieder im Sommer, irgendwo 
versteckt auf dem Lande ,• sie 
kann die Hitze nicht vertragen, 
und sie sieht so aus, wie sie 
laut standesamtlicher Ein*» 
tragung auszusehen das Recht 
hat — nämlich wie 52, Noch 
komischer vielleicht — weil 
hier die Eitelkeit weniger 
verzeihlich ist — wirkt die 
selbe Metamorphose, beim 
Ästhetiker hat schlimme Zeiten, denn alle jene männlichen Geschlecht. Wer daher berufsmäßig oder 
Formen, die bisher gebändigt waren von Eitelkeit auch nur aus Neigung Menschenforscher ist, sich 
und strenger Sitte — sprich: Korsett — sie quellen mit der Geschichte entschleierter Herzen beschäf» 
jetzt über, und 
nicht immer ist 
das ein An® 
blick, der den 
Engeln Stärke 
gibt. Aber welch 
herrliche Zeit 
für den Humor» 
und Satirebe» 
darf. Die Hitze 
löst Mensch» 
lichkeiten 
die sich 
22 
aus, 
sonst 
tigt, wie Retif de 
la Bretonne, der 
wird seine reich» 
ste Ausbeute 
an den heißesten 
Tagen finden, 
wo die Glut, 
ein Asmodi der 
Seele, dieDächer 
über den körper 
lichen und seeli» 
sehen Geheim» 
nissen abdeckt. 
Gottor.
        
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