Path:

Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

unter die Arme gegriffen wird. Der »Traumulus«, 
ein Werk, wie der Franzose sagen würde : »entre 
chien et loup«, zwischen Dichtung und Theater 
mache, hat auch diesmal wieder bei dem naiveren 
Feile der Theatermenschheit Be 
geisterung erregt. Allerdings, 
Bassermann als Trau 
mulus bleibt unver 
geßlich. — Molnars 
»Verteidiger« ist 
so recht etwas für 
das Herz der 
jenigen, die sich 
aus lethargischem 
Sommer - Dämmern 
hinaufreißen lassen 
wollen in das Gebiet 
höchster Sensation. Ein Ver 
teidiger als Verbrecher, ein 
Polizeihauptmann als Don Juan, der mit dem 
richtigen Verbrecher anf dem Schauplatz seiner 
Liebesabenteuer zusammentrlfft, eine Frau 
mit chronischem Ehebruchreiz — kurz alles, 
was du, mein süßes Publikum, so gern hast 
und was der Budapester Paprikafabrikant so 
wundervoll herzustellen versteht. Gespielt 
wurde — nun, wie eben bei Roberts ge 
spielt wird. Möbel und Beleuchtungskörper 
waren von ersten Firmen, eben 
so der Pyjama von Frau 
Ludmilla Hell. Wenn 
ich noch erwähne, 
daß sich eine Ope 
rette, «Die Die 
lenhexe« aufge 
tan hat, die sich in 
nichts,aber auch in 
nichts, von ähnli 
chen Katastrophen 
unterscheidet, in der 
genau so, sagen wir 
amüsanter Text und genau 
so zusammengestellte Musik 
wie in allen andern Operetten dieses und 
aller vergangenen Winter war, dann habe ich 
meiner Pflicht als Chronist genügt und kann 
beruhigt der sommerlichen Hitze durch einige 
kalte Duschen zu begegnen suchen. Vigo. 
Szene aus der Operette „Die Diefenßexe". 
Szene aus „Der Herr Verteidiger" von Franz Mo nar. 
not.: Zander £> Laiisäi.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.