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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

Pßot.; Senne che. 
rächer und 
• n Glück, daß die 
alten Ägypter schon 
Fächer aus Federn 
und Palmblättern 
"• ' n Gebrauch hatten 
und daß schon Kleopatra 
ihrem Antonius Luft zu 
fächelte, wenn ihm in 
ihrer Gegenwart etwas 
schwül wurde! Wer 
weiß, ob sonst die 
modernen Schönen die 
Handhabung des Fächers 
so gut verstünden, denn 
schließlich ist alles besser, 
was auf Tradition — und 
noch dazu auf einer so 
alten — beruht! 
Tedern 
auf das gerötete, erhitzte 
Gesicht ausübte. 
Der zusammenlegbare 
Fächer, den die moderne 
Dame heute wieder als 
unentbehrliches schmük- 
kendes Beiwerk für eine 
elegante Abendrobe 
benötigt, ist in seiner 
jetzigen Gestalt im 
17. Jahrhundert aus In 
dien und China zu uns 
nach Deutschland ge 
kommen. Damals wurde 
er hautsächlich aus Elfcn- 
beinplatten oder Holz 
stäbchen angefertigt, 
oder auch mit Seide 
Units. 
|| mcifcrne Kfeopatra. 
! 
| Symphonie in Weiß 
’ljlj CI-OTy Tfofn). 
I 
Der graue Fädoer. 
unten : 
Im !feeferseßmuefi'. 
WH 
Phot..- Binder. 
Die Fächer waren schon 
lange in Frankreich und 
in Italien bekannt, als sie 
im 16. Jahrhundert nach 
Deutschland kamen. Wie 
sie damals aussahen? 
Anders als heute. Denn 
sie waren nicht zusammen 
legbar, sondern trugen auf 
einem ziemlichlangenStiel 
ein bewegliches Fähnlein 
aus Brokatstoff oderPerga- 
ment, mit dem sich die 
Trägerin Kühlung zu 
fächelte. Manchmal be 
fand sich am Ende des 
Stiels auch ein Schmuck 
stück oder ein Spiegel, 
in dem die Dame gleich 
die Wirkung feststellcn 
konnte, die das Fächeln 
- 
m/rn/m/mm/m/m 
Phot.: Senne che. 
Phot.: Senne che. 
überspannt, auf die man 
figürliche Szenen malte. 
Der Luxus, der vor und 
nach der Großen Revolu 
tion in Frankreich gerade 
mit Fächern getrieben 
wurde, war unbeschreib 
lich. Die Perlmutter- und 
Schildpattstäbe wurden 
mit Diamanten eingelegt 
und das Elfenbein von 
den berühmtesten zeitge 
nössischen Künstlern be 
malt. 
Wenn die alten Grie 
chinnen — d. h. alt, weil 
es vor Christi geschah, sie 
selber werden hoffentlich 
jung gewesen sein! — 
nach Bekanntwerden der 
Pfauen Fächer aus Pfauen- 
11
        
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