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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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Da ermannte er sich. Mit letzter Kraft bat er: „Aber 
nein, liebe Lucie, doch nicht hier! — Nein, nein! Und 
nicht zusammen! Weshalb der Welt denn noch Stoff 
zum Skandal geben? Nein! Ich werde nach dem Ausland 
fahren und dort spurlos verschwinden, und Sie, Sie 
werden auch eine andere Art finden, aus dem Leben 
zu gehen, als mit solchem Eklat.“ 
Matt und wehmütig lächelnd, blickte sie ihn an. „Lieber 
Freund, weshalb die vielen Umstände? Lassen Sie die 
Leute reden, was sie wollen. Uns kümmert es ja nicht 
mehr. Hier ist der Trank. Geben wir der Welt ein 
Beispiel, was echte Liebe vermag.“ 
Sie reichte ihm von neuem sein Glas. 
Er aber nahm das letzte Restchen seiner Stärke zu 
sammen, und mit bleicher Angst bat er: „Nein, nein, 
nicht hier!“ 
Da rief sie voll Leidenschaft: „Ah, Sie haben keinen 
Mut! So lernen Sie von einer Frau, wie man mit Anstand 
stirbt!“ 
Mit einem Zug leerte sie das Glas. 
Atemlos stürzte er auf sie zu, um es ihr zu entreißen. 
Zu spät. Leblos sank sie auf das Sofa hin. 
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„Fräulein Lucie!“ schrie er, „Hilfe! Hilfe! Es ist ein 
Unglück geschehen! Einen Arzt! Schnell einen Arzt!“ 
In bebender Hast alarmierte’er das Haus undrannte fort. 
* 
Aber als er mit dem Doktor wieder ins Zimmer trat, 
glaubte er seinen Augen nicht trauen zu sollen. 
Am Tisch saß Lucie Sebenstein und lachte mit herz 
erfrischendem Humor. „Herr Doktor, der leichte Unfall 
ist bereits kuriert. Entschuldigen Sie die Störung.“ 
£■! Egon war starr. Ganz verlegen und betreten kom 
plimentierte er den Arzt dann wieder hinaus. 
Dann aber setzte er eine würdevolle, fast strafende 
Miene auf, indem er feierlich begann: „Meine Gnädigste, 
ich darf nun wohl um Aufklärung bitten.“ 
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„Gewiß, lieber Freund“, entgegnete sie mit leiser 
Ironie, „ich wollte Ihnen nur zeigen, daß ich eben noch 
mehr Talent als Sie zum Komödienspielen habe. Ihr 
so genialer Trick, den Sie vor kurzem im Klub, als Sie 
über den Durst getrunken, ausgeplaudert hatten, ist 
also doch noch zu übertrumpfen. Das wollte ich Ihnen 
nur beweisen. Und nun sind Sie also vollständig frei 
und können bei Fräulein von Bärwald ihrGlück versuchen!“ 
Da nahm Egon von Zeck seinen Zylinder, machte 
eine durchaus korrekte Verbeugung und verschwand. 
Sehr schlau sah er dabei nicht aus. 
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