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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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Versicherung von 
Juwelen, Schmuck- und Pelzsachen 
gegen alle Gefahren 
inklusive Verlieren, gänzliches oder feil 
weises Abhandenkommen, Feuer, Diebstahl, 
Beraubung, überhaupt gegen jedes Risiko, 
innerhalb wie außerhalb der w ohnung, auch 
bei Spazier- und Geschäftsgängen, Fahrten, 
Theater, Konzcrt-Restaurant-Besuchcn etc. 
einschließlich Reisen zu Wasser und zu 
Lande bei kulantester Schadensrcgulierung, 
Sofort trat er zu ihr 
heran. 
„Fräulein Lucie“, bat 
er leise, „ich weiß, daß 
Sie mich lieben, und ich 
brauche es Ihnen doch 
nicht von neuem zu ver 
sichern, daß auch ich Sie 
wahrhaft liebe. Eben des 
halb trifft mich dies un 
erbittliche Schicksal ja so 
fürchterlich!“ 
Zusammengesunken n übernimmt 
saß sie da. 
Leise und zart sprach 
er weiter: „Ich weiß auch, 
daß es in Wirklichkeit 
nichts gibt, was uns tren 
nen kann. Unsere Seelen 
haben sich gefunden. Und 
wenn das unerbittliche 
Leben uns das höchste Glück versagt, ja — dann gibt 
es eben nur eines, was unserem Leiden ein Ziel setzen 
kann: wir gehen gemeinsam in den Tod!“ 
Bebend stand er da. Nun war es heraus. Atemlos 
wartete er auf die Wirkung seiner Worte. 
Aber 
Deutsche Trinsport-Verslsherungs-GesellscbaTt 
Abteilung der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs-Ges. 
BERLIN W8, Charlottenstr. 29-30 
Fernsprecher: Amt Zentrum 5838 u. 4474 
Vertreter allerorts gesucht 
sie erwi 
derte nichts. 
Nach einem 
Weilchen begann 
er von neuem: 
„Fräulein Lucie, 
haben Sie meine 
Worte verstan 
den?“ 
Da richtete sie 
sich auf und sah 
ihn mit tapferem 
Blick an und sag 
te: „Ja, lieber 
Egon, Sie haben 
ganz recht! Es ist ja ein gräßliches Ende, aber es gibt 
doch für uns keinen anderen Ausweg mehr. — Ja, 
lassen Sie uns also gemeinsam sterben!“ 
Starr sank er in seinen Stuhl zurück. 
Er glaubte seinen Ohren nicht zu trauen. 
Sie nahm es ernst! Sie 
nahm es wirklich ernst! 
Zwölfmal schon hat sein 
genialer Trick glänzend 
gewirkt, zwölfmal hatte 
man ihm bedauernd zuge 
nickt, aber keine von den 
zwölf anderen hatte seinen 
Wunsch erfüllen wollen — 
vor dem Tode schreckten 
sie alle zurück, und leicht 
und glücklich hatte er 
immer seine Freiheit wie 
dergewonnen. 
Diese aber, die Drei 
zehnte, sie nahm es ernst! 
bitter ernst! Wortlos und 
ganz hilflos saß er da und 
fühlte, wie ihm der Angst 
schweiß auf die Stirn trat. 
Inzwischen war Lucie 
aufgestanden, an den Schrank getreten und hatte Wasser 
in ein Glas gegossen. Nun schüttete sie ein Pulver hinein. 
Jede ihrer Bewegungen verfolgte er mit atemloser 
Spannung, und doch saß er wie zusammengeknickt da, 
denn der entsetzliche Schreck lähmte alle Kraft in ihm. 
Ruhig, mit wahrhaft heroischer Größe, trat sie zu ihm, 
goß die Hälfte des Trankes in ein anderes Glas und 
reichte es ihm mit bebender Hand hin. 
Die Kniee schlotterten ihm, die Zähne klapperten ihm, 
und die Hände zitterten so stark, daß er das Glas nicht 
halten konnte, sondern es neben sich stellen mußte. 
„Trinken wir also den letzten Trank!“ sagte sie mit 
tonloser Stimme. 
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