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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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„Nee, man darf nicht! Solche Ideen kann man sich 
nicht gesetzlich schützen lassen, also hält man sie geheim 1“ 
„Nun denn — ich wünsche Glück!“ 
Lächelnd geleitete Egon den Freund hinaus. 
Als er wieder allein war, rieb er sich die Hände 
und summte eine lustige Melodie. Dann ging er ins 
Schlafzimmer und machte Toilette, — sehr sorgfältig, 
denn nun kam ja der große Moment, wo er mit Hilfe 
seines genialen Tricks seine geliebte Freiheit wieder 
erobern wollte, um dem neugewonnenen Goldfisch die 
Freiherrnkrone in aller Form antragen zu können. 
Nach einer halben Stunde war er bei Lucie Sebenstein. 
Die junge 
Malerin reich 
te ihm die 
schmale weiße 
Hand hin, die 
er ehrerbietig 
küßte. 
Plötzlich 
war alle Hei 
terkeit von sei 
nem Gesicht 
verschwun 
den, mit trüb 
seliger Lei 
densmiene 
stand er da. 
Perlen 
Uuweletf 
Sehr grosses Silberlager * 
Margraft co. a 
Kanonierstrasse 9 
Taaentzienstrasse 18 a, 
Ein wenig erstaunt sah sie ihn an. Dann fragte sie 
heiter: „Was ist Ihnen denn? So habe ich Sie noch 
niemals gesehen.“ 
„Fräulein Lucie, ich bin der unglücklichste Mensch 
von der Welt!“ stotterte er. 
»Ja» was ist denn geschehen?“ 
„Das Furchtbarste, was nur geschehen kann.“ 
„Aber Sie ängstigen mich!“ 
Er nahm einen kleinen Anlauf und begann mit bebender 
Stimme: „Mein Vater ist gegen unsere Verbindung.“ 
Wein r estaurant 
MUTZBAUER UND BÖTTGER 
FRÜHSTÜCK Plenu und a la carte / DraDe ABENDKARTE / 5 UHR-Tee hample« 
In allen Räumen: Konxert 
Sprachlos 
sah sie ihn an. 
Er aberging 
erregt auf und 
ab. 
„Natürlich 
habe ich ge 
beten und ge 
fleht, daß man 
eine tiefe Her 
zensneigung 
nicht starren 
Familientradi- 
Julius Liebans Kleinkunstbühne 
Jetzt nur noch Fledermaus Unter d.Linden 14 
Das große Januarprogramm 
Beginn T Uhr Ab IO Uhr Tanz Beginn T Uhr 
U. a.; 
Margarethe Kupfer, Dimenlicder von Karl 
Wilizynski. EISE Müller (Kom. Oper). JUÜUS 
und Adalbert bieban 
Täjjl.von */..5— >/j7 Uhr: Tanz-Tee m. mondänen Tanzuorführung. 
Eintritt frei 
tionen opfern dürfe. Aber alles ganz umsonst! Mein 
alter Herr ist eben ein Mann, der an seinen altererbten 
Grundsätzen nicht rütteln läßt. Schließlich habe ich 
mit einer Katastrophe, ja sogar mit einem Skandal gedroht. 
Auch das blieb ohne jeden Erfolg. Und jetzt bin ich 
vollkommen ratlos.“ 
Matt sank er in einen Sessel. Da, plötzlich preßte 
sie das Tuch ans Gesicht und begann zu schluchzen.
        
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