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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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DIREKTION; PAUL KINTSCHEr 
dagegen ist richtig, weil diese 
Art von Leuten in der Tat von 
ihren Händen, meistens sogar 
von der Hand in den Mund, 
leben und sie nicht nur zur 
Verständigung gebrauchen. 
Dies zur Erläuterung ganz 
kurz nebenbei. Die Reichen, 
die sich ja sowieso aus in 
ländischen Genüssen nichts 
machen, scheiden als Kolonisten 
selbstverständlich aus. Sie begnügen sich mit der Kritik 
am Drahtverhau. Die Armen aber, die durch die 
Laubenkolonisation die Verbrüderung der Menschheit 
feiern und somit die Theorie vom Kopf und der Hand auf 
den Kopf 
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des Westens # W,rken 
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Mitbürger, 
die noch ihrer Erlösung harren. Ihr Kinderlein kommet, 
ach kommet zu Häuf’, . . . wir machen euch gerne die 
Gartentür auf! 
Unsere Kolonie heißt nicht mit Unrecht „Das 
Paradies“. Ungenierter und 
gemischter konnte es im Garten 
unseres Stammpapas auch nicht 
zugehen; nur die Äpfel werden 
bei uns nie reif, denn der 
Dung ist so teuer und wir 
Männer sind Charaktere. Da 
ist an erster Stelle unser 
1. Vorsitzender und leuchtendes 
Vorbild, Herr Emil Schmulecke, 
Portier aus der Uhlandstraße 
und leidenschaftlicher Kegel 
bruder. Er kegelt stets vor seiner Laube den Haupt 
weg entlang, wenn kein Hund in der Nähe ist. Da 
ist weiter unser Schriftführer, Herr Oberlehrer Schmal 
brust, der im vergangenen Jahre den weißen Käse mit 
Hyazinthen- 
W * . i Schnittlauch 
einrestaurant anrah „ e 
und in die 
sem Jahre 
Kreuzungen 
zwischen 
Rot- und 
MUTZBAUER UND BÖTTGER Weißkohl 
FRQHITQeil (tan und ä ln rartt / GraBe ABENDKARTE / 5-QHR-Tee hamplett , . , 
In allen Räumen: Konzert aUSprobiert. 
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HAUTCREME 
Überall erhältlich 
Dann kommt als Kassierer 
Herr Regierungsrat Ziemper- 
lich, der als staatserhaltendes 
Element und Ökonom sogar 
zwischen die Rosenstöcke 
Kartoffeln gepflanzt hat. 
Schließlich kommen noch die 
Ersatzvorstandsherren, Herr 
Omnibusschaffner Langsam, 
der ein geheimes Dungdepot 
hat, und Herr Hofschauspieler 
Niedlich mit seiner Kakteenzucht. Die Herren wie die 
Männer sind natürlich sehr fleißig, da sie verheiratet 
sind und den Ehrgeiz besitzen, das Sprichwort von 
den Bauern und den großen Kartoffeln zur herrlichen 
Wahrheit 
zu machen. 
Außerdem 
möchte je 
der einmal 
Vorstand 
werden; da 
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schuften, 
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Kanonierstrass* 9 
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diesem ehrenvollen Amte ist weit und mit Kieselsteinen 
gepflastert. Ich selbst habe diesen Ehrgeis nicht; ich 
weiß, daß ich nicht zum regieren geboren bin, Hab’ 
ich genügend Wasser nur und Jauche, ... so habe ich 
schon alles, was ich brauche! 
Hab’ ich nicht recht? Bin ich 
Kolonist gewordenem allabend 
lich im Gehrock die Würde des 
„Paradieses“ zu repräsentieren 
und die Besuche der benach 
barten Sommerpräsidenten zu 
erwidern? Hab’ ich das nötig? 
Ist es nicht genug, wenn ich 
des Nachmittags müde und 
zerschlagen auf meinen Land 
sitz komme und noch Spargel 
stechen, Bohnen setzen, Kohlköpfe entlausen und 
Wasser schleppen muß? Da überlasse ich die geistige 
Tätig 
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beitern, 
die ihren 
Frauen 
bei der 
Arbeit 
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Täglich nachmittags l / 2 5 und abends l / 2 8 Uhr: 
BALLETT Mary Zimmermann 
Nur abends */ 2 81 Berliner Leben 
Scherz von Karl WilczynsUi, Musik von Alfred Strasser, 
mit Martha Jacckel, Isabcll Herma, Hertha Löwe 
Adalbert Lieban und das ^roße Programm 
Intimer Bar-Betrieb 
Ab 10 Uhr Tanz / Ballorchester Brachfeld
        
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