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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

Operette ■ Cabaret 
Reigen: Der junge Herr und die junge trau 
Werner Kraus und Else Eckersberg als Caesar und Cleopatra 
unsrer Tage. Else Eckers 
berg spielte die Cleopatra 
mit jener kaltschnäuzigen 
Naivität, die nur das echte 
Berliner Kind besitzt, und 
Werner Krauss als Caesar — 
prachtvoll wie immer. 
Nun haben wir ja das kleine 
Wunder erlebt, Schnitzlers,Reigen* 
nach einem Vierteljahrhundert auf 
der Bühne zu sehn, nicht ohne daß 
unsre Sittlichkeitsphilister den jetzt so 
beliebten Keuschheitstanz aufführten. 
Allerdings diesmal ohne Erfolg. Gertrud 
Eysoldthat esverstanden.KunstundDezenz 
nebeneinander zu plazieren, ohne daß sie sich 
aneinander stießen. Lebensspieler wie Ma 
deleine Mohr und Ernst Hofmann unterstüt 
zen die prachtvolle Regie mit allen Kräften. 
KayßlerimVolkstheatergabdenWallenstein, 
-esistjaimmer wieder eine tiefe Erfrischung, 
ihn bewundern zu 
dürfen-alsSchau- 
spieler und als 
Regisseur. — Im 
Lessingtheater 
erschien Kleists 
„ Amphitryon“ 
etwas episoden - 
haft, — die Berli 
nerscheinen dafür 
keinen Sinn mehr 
zu haben. Wich 
tigeres bleibt 
Ihnen zu tun: Sie 
müssenzugucken, 
wie Maria Orska 
sich einbildet,eine 
ideale Salome zu 
sein. „Wer grade 
sowas sucht . . .“ 
pflegt Thielscher 
zu sagen. 
Stärkste Kunst, 
im bescheidenen 
Rahmen, bietet 
RosaValettisBän- 
kel im alten Cafe 
Größenwahn. 
Ganz abgesehen 
von Vallentin, der 
in einer Geste 
ganze Schicksale 
wiedergibt: eine 
Straßensängerin 
wie die Valetti ist 
seitYvetteGilbert 
nicht erlebt wor 
den. Ich schenke 
euch neunZehntel 
allerTheater-und 
Filmdiven für ein 
LiedausdemMun- 
de dieser Frau! V. G. 
Rosa Valetti als Straßen - 
sangerm 
Maria Orska als Salome 
7/
        
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