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Full text: Berliner Leben Issue 24.1921

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Schreyer, mein Sumpfhuhnfreund, mich auf die Schultern klopfte 
und bat, ihm die Bahn zu räumen, die Kleine vor mir wolle seine 
Frau werden, und wenn 
heute die Sache nicht per 
fekt würde, könne er mor- 
* 
gen seine Papiere nicht 
regeln. 
Wie Engelsbotschaft 
klangs mir in die Ohren 
und ich flüchtete noch au- 
genblicks aus dem Raume; 
Schreyer blickte mirerstaunt 
nach. 
Zu Hause warf ich mich 
auf die Ruhestatt und lag 
wie in Ohnmacht. Doch 
nicht lange, da stürzte 
Schreyer herein und schrie, daß die Tapete sich entblätterte: 
„Du Bestie, Du, Du, Du . . . (konfisziert. Die Red.), meinst Du, 
daß ich Dir mein Liebstes so gebe? Ehe Maus'i am Nachmittage 
von mir ging, habe ich ihre grünseidene Kombination ihr selbst mit 
angezogen. Gott, wie war ich noch glücklich! Und jetzt? Ich fiel 
in Höllenabgründe, wie ich 
meineMausi sah, als sie Jum 
per und Röckchen abgelegt, 
ohne Kombination! Nichts 
Seidiges mehr! Nichts Grü 
nes ! — Bestie, jetzt erkäre 
ich mir Deine Flucht! Du 
also, Du hast . . . ! !“ 
Das ertrug meine Ehre 
nicht; ich zog die grün 
seidene Wassermelonen 
kugel aus der Tasche und 
warf ihm das Corpus dia- 
boli an den Kopf. 
Na, und nun hatte ich 
seine Karte. O Schicksal, wie bist du so grausam! Ich bin doch 
unschuldig! Unschuldig wie neugeborene Drillinge! 
U—n—-sch — U—I—d—i—g ! ! ! Hanns Joachim Cicero v. Z. 
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Wie? Wann? Wo? Was? 
Wettannahmesfellen des Union-Clubs. Für die künftige Rcnn- 
saison hat die Wettannahmestelle des Union-Clubs wichtige Ver 
besserungen getroffen, die eine wesentliche Erleichterung des Vor 
wettverkehrs bringen werden. Zur Bequemlichkeit für die Wettenden 
ist der Konto-Kor- 
rent-Verkehr einge 
richtet worden. Es 
können also jetzt Ein 
zahlungen auf Konto 
gemacht werden und 
kann darüber für die 
Wettlustigen verfügt 
werden. Auch die 
Gewinne werden dem 
Konto gutgeschrie 
ben, nachdem das 
Resultat feststeht. 
Durch diese Einrich 
tung ist eine schnelle 
Uebermittelung der 
Wettaufträge und 
pünktliche Anlage 
derselben möglich, 
denn es braucht nicht 
bei jedem Wettauf 
trag der Geldbetrag 
erst eingeschickt und 
dessen Eintreffen ab 
gewartet werden. Es 
genügt brieflicher 
oder telegraphischer 
Auftrag. Ueber die 
Gewinne kann eben 
falls sofort wieder für 
neue Aufträge ver 
fügt werden. An 
träge auf Einrichtung 
eines Kontos sind zu 
richten an die Wett 
annahme des Union- 
Clubs, Berlin NW 7, 
Schadowstr. 8. Die 
Annahmezeit fürVor- 
wetten ist weiter hin 
ausgeschoben wor 
den. Für die Ber 
liner Rennen wird bis zwei Stunden vor Beginn der Rennen auf- 
genommefa. Die Auszahlung der Gwinne auf Wettscheine findet 
jetzt auch an den Renntagen von morgens 9 Uhr bis nachmittags 
-5 Uhr statt. Weitere Verbesserungen sind in Vorbereitung. Man 
muß anerkennen, daß der Union-Club sich große Mühe gibt, den 
berechtigten Wünschen des Publikums entgegenzukommen. Wenn 
nicht' alle Wünsche Befriedigung finden konnten, so muß man be 
rücksichtigen, daß gerade bei einer geordneten und gut funktionie 
renden Wettannahme es in erster Linie darauf ankommt, daß die 
Wetten auch recht 
zeitig angelegt wer 
den. Dies ist jedoch 
nur möglich, soweit 
es die Zeit und die 
verfügbare telepho 
nische Uebermilte- 
lung zuläßt. 
Was das heißt : 
J. L. Duysen beflü 
gelt die Welt? Nun, 
Sie können das auf 
fassen wie Sie wollen: 
entweder, daß diese 
über 60 Jahre alte 
Firma die ganze Welt 
mit Flügeln versorgt, 
oder aber, daß durch 
diese Versorgung die 
Welt froher, leichter, 
gl ückli eher, eben „ be 
flügelt“, wird. Das 
Wo.t paßt so und so! 
Gerade noch 
schöne Damen haben 
die vornehmste Sor 
ge, ihre Schönheit so 
lange wie irgend mög 
lich zu konsumieren. 
Keine Sorge, das 
läßt sich machen! Be 
suchen Sie Frau EliSC 
BOCk, Kantstraße .. . 
Sie besitzt eine Zau- 
küche, aus der Sie 
nicht nur so schön wie 
eben, sondern um 10 
Jahre schöner hervor 
gehen werden! Noch 
besser wäre es gewe 
sen, Sie wären schon 
früher hingegangen! 
Zlim Verzweifeln isfs, wenn man auf der Post eine Anweisung, 
ein Telegramm oder ähnliches schreiben will. Da muß man sich eine 
Viertelstunde anstellen, bis einem ein bärbeißiger Beamter gnädigst 
gegen fünf Mark Pfand Tinte und Feder überläßt. Und dann zwecks 
Ablieferung noch eine Viertelstunde Polonäse. Herr, all diesen 
EU-55 BETRIEB 
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BEIDES VEREINIOT 
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VHI&raMA 
RömhildlA-S’ Berlin Leipaisrersfr. 119/120 1 
Potsdam er SlraSe 12.6 
HAMBURG 
Möncketaergslr. 9 
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ERFURT 
Neuwerkstr. 7
        
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