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Full text: Berliner Leben Issue 23.1920

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Phot. Rosenberg 
Phot. 
Zander & Labisch 
V OM 
THEATER 
Conrad Veidt 
im „Chauffeur Martin“ 
Kortner als Richard III. 
Phot. Rosenberg 
Rose Liechtenstein 
im „Perikies von Tyrus“ 
Phot. Zanaer & Labisch 
Phot. Zander & Labisch 
„Frau Margit“ von Strindherg 
(Johannes Riemann und 
Kitty Aschenhach) 
sieht : —von irgend einem andernver- 
faßt, wäre das Stück niemals an die 
Oberfläche gelangt. Jose Rehfischs 
„Chauffeur Martin“ ist eine spitzfindig- 
psychologische Vorlesung von den Bret 
tern herab ohne jeden dramatischen 
Ferry Sikla und Alice Hechy 
im „Verjüngten Adolar“ 
Emmi Storm und Herr Brand 
in der „Spanischen Nachtigall“ 
Massary (die sich leider nicht mehr 
photographieren läßt) in der Haupt 
rolle, war ein rauschender Erfolg bei 
allen denen, die sich gern auf leichte 
und fröhliche Art amüsieren. Die ein 
zige Kunst der Frau Massary hebt auch, 
Impuls; aber Veidt verstand es, für die Hauptfigur durch wie in diesem Falle, mäßige Stücke mit trivialer Musik 
seine nervöse Genialität zu interessieren. Bleibt als Ge- auf ein anständiges Niveau. Zu lachen gabs und gibts 
winn Richard III. im Staats-Schauspielhaus; als Regietat am meisten im „Verjüngten Adolar“. — Ferry Sikla ist 
ganz neue Bahnen weisend, ja vielleicht eine neue Epoche zum niederknien komisch, und die Schönheit der Alice 
derTheaterkunst er 
öffnend. Und Kort 
ners „Richard“ war 
wohl die größte Lei 
stung, mit der uns 
dieses unheimliche 
Genie bisher be 
schenkt hat. 
Um so munterer 
blühte die Operette. 
„Diespanische Nach 
tigall“ mit Fritzi 
Ballett im „Verjüngten Adolar“ 
Hechy wird durch 
eine so raffiniert 
originelle Toiletten 
kunst gestützt, daß 
Auge und Ohr nur 
so schwelgten. 
„Lachen ist Gottes 
dienst“ sagen die 
Inder. Darum ist man 
in Berlin selten so 
Phot. Rosenberg fromm gewesen wie 
hier im Theater. 
D as ernste Theater zeichnete sich in den letzten Wochen 
nicht eben durch hervorragende Aktivität aus. „Perikies 
von Tyrus“, ein Drama, als dessen Autor Shakespeare wohl 
zu Unrecht gilt, war eine literarische Ausgrabung, die besser 
unter der Erde geblieben wäre; nur Rose Liechtensteins 
Inbrunst machte die Aufführung erträglich. Auch Strind- 
bergs „Frau Margit“ ans Licht zu ziehen, bestand kein unab- 
weisliches Bedürfnis; eins jener Jugenddramen, die man 
eben dem genialen Verfasser der Gespenstersonate nach- 
Phot. Binder
        
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