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Full text: Berliner Leben Issue 22.1919

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Ich wollte heute nachmittag Weihnachtseinkäufe machen, aber die 
Regierung hat den Sechs - Uhr - Ladenschluss angeordnet. Wieder so 
eine Rücksichtslosigkeit der Revolution! Wann soll unsereiner denn 
nun „shopping“ gehen oder fahren? Vormittags ist man noch nicht 
richtig angezogen, nachmittags schläft man bis v er oder halb fünf, um 
fünf Uhr will man in Ruhe seinen Tee trinken, und wenn man dann 
endlich Zeit zum Einkäufen hat, sind die Geschäfte zu. Wie soll man 
da sozial sein und Geld unter die Leute bringen? 
21. Dezember. Es ist nicht mehr zum Aushalten: Alle Tage 
Politik! Onkel Max und Einauzrat Mayer wohnen beinahe schon mehr 
bei uns als bei sich zuhause. Und Direktor Kenias kommt auch jeden 
zweiten Tag. Dann muss ich gesittete Tochter spielen, Tee herum 
reichen und sonstige Hausfrauen-Tugenden mimen. Ich junges Blut 
unter lauter Herren von fünfzig bis sechzig — unter Larven die einzig 
fühlende Brust! Aber ich lerne wenigstens etwas dabei urd fange au 
zu begreifen, was Revolution ist. Onkel Max hat das neulich sehr 
hübsch erklärt. Es gibt jetzt nicht mehr, wie früher, eine herrschende 
Klasse, welche Gesetze macht und alle diejenigen, die sie übertreten, 
bestraft, sondern cs wird jetzt alles im Wege der gütlichen Verhandlung 
und der Ueberredung geschlichtet. Die Regierung befiehlt nicht mehr, 
sondern bittet nur noch; Liebe Mitbürger, schiesst doch nicht, stört den 
Verkehr nicht und streikt nicht; sorgt bitte lieber für Ordnung und 
arbeitet! Alles in wunderhübschen Plakaten mit reichlicher Verwendung 
von rot. Papa als ehemaliger Militär ist natürlich nicht einverstanden 
mit dieser neuen Methode. Er ist mehr für strenge Justiz. Er wird 
eben alt; Sanitätsrat Körner hat neulich schon leichte Verkalkung bei 
ihm festgestellt. 
Mit Onkel Max' Klugheit ist es übrigens nicht soweit her, wie er uns 
immer glauben machen will. Um 7 Uhr sah er auf seinen Chronometer 
und schnellte entsetzt in die Höhe: Er verstehe garnicht, wo die Zeit 
geblieben sei! Der kluge Onkel weiss also nicht einmal, dass heute der 
kürzeste Tag ist! 
23. Dezember. Endlich, endlich war Botho wieder einmal bei uns. 
Ich freute mich so, aber er vernachlässigte mich auffallend und war ganz 
niedergeschlagen. Ich will es ihm verzeihen, denn er hat wirklich Grund 
zur Trübsal: Der Adel soll abgeschafft werden, hat der Arbeiter- und 
Soldatenrat beschlossen. Er würde also künftig Botho Ressenthin heissen, 
ohne das kleinste „von“! Er hat recht: Was bleibt dann noch von 
ihm übrig? Er meinte bitter, es fehle nur noch, dass auch die Monocles 
abgeschafft würden. Man stelle sich vor, Botho ohne Monoclel 
Das ist wie ein Damonhemd ohne Spitzen, oder eine Gans ohne Schmalz. 
Gottlob, dass unser eigener Adel holländisch ist! An den können die 
Herren Sozi nicht heran. Der Finanzrat hat sich gestern schon sub rosa 
bei Papa erkundigt, ob es schwer sei, in Holland geadelt zu werden. 
Seitdem in Lippe-Detmold die Kommerzien- und Finanzrats-Titel billig 
ausverkauft werden. „Brief sind“, wie Mayerchen sagt, sieht er sich 
nach etwas soliderem um. 
Ich wollte Botho auf andere Gedanken bringen und erzählte ihm so 
dezent und reserviert, wie es sich für ein junges Mädchen schickt, von 
den Frauen, die in EIsass-Lothringen durch Neger vergewaltigt worden 
waren. Aber er hörte kaum zu. Dafür mischte sich der unvermeidliche 
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