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Full text: Berliner Leben Issue 21.1918

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die Bevölkerung künstlerisch aushungern zu wollen. Ist das Publikum 
etwa für die Künstler, oder sind die Künstler für das Publikum da? 
Aus der Revolution werde ich nicht recht klug, Der Finanzrat 
erzählte heute Papa, er habe sich der Volksregierung zur Verfügung ge 
stellt, und riet ihm, dasselbe zu tun. Herr Solf und andere Minister 
hätten es auch so gemacht, Grossindnstrielle wie Stinnes und Rathenau 
arbeiteten Hand in Hand mit der Regierung, und auch die Börse habe 
ihre guten Dienste angeboten. Ich fragte Victor, was das heissen solle, 
und der meinte, man nenne das „umlernen“. Das sei seit dem Kriege 
sehr modern in Deutschland. Dadurch werde ich aber nicht klüger. 
Wie können denn die Kapitalisten einer Regierung helfen, die das 
Kapital abschaffen will? Ich legte Onkel Max diese Frage vor, aber der 
kann ja nicht anders als ironisch antworten. Er meinte, jeder sei damit 
einverstanden, dass die Andern enteignet würden, und wolle dabei 
helfen. Die Herren hätten sich seit 4 Jahren so oft umgestellt, dass es 
anf einmal mehr nicht ankomme. Aber auch dies Geschäft wolle ver 
standen sein. Manche lernten falsch um. Zum Beispiel habe der 
trübere wüittembergische Finanzminister vom Royalismus gleich bis 
zum Bolschewismus umgeschwenkt, und jetzt sei er den Soldalenräten 
zu revolutionär. Er müsse also wieder eine Viertelschwenkung zurück 
machen. Papa schnitt dem alten Lästermaul das Wort ab und sagte, 
er solle mehr Achtung vor Leuten haben, die um des Vaterlandes willen 
ihre Überzeugung in den Hintergrund stellten. Auch Hindenburg arbeite 
mit den neuen Leuten, um Deutsch'and vor dem Chaos zu bewahren. 
Das leuchtet mir ja ein, aber verstehen tue ich die Revolution darum 
doch nicht. 
Eben war Botho hier, wie alle Sonntage. Ich zeigte ihm die 
Zeitungsnotiz über den Schauspielerstreik, uud da versprach mir der 
gute Junge, um mich zu trösten, er wolle am nächsten Sonnabend mit 
mir nach dem Adi-Haus gehen. Papa dürfe es aber natürlich nicht 
ahnen. Hurrah! Mein Herzenswunsch geht in Erfüllung! Ich freute 
mich unbändig und lachte Ober das ganze Gesicht. Da fragte mich 
Botho, ob ich meine Zähne mit Emluco putze. Impertinent! Als ob 
ich nur gelacht hätte, um meine Zähne zu zeigen, wie es eine gewisse 
Kusine tut! Aber ich muss mich doch mal erkundigen, ob Emluco 
wirklich so gut ist. 
In der Zeitung stand heute auch, dass die Volksregierung das Kaiser 
schloss durchsucht und dabei Wilhelms Hamstervorräte gefunden habe. 
So und so viel Zenlaer weisses Mehl, Fett, Wild, Schokolade usw. 
Mama sagte .unerhört!“ Papa sah sie scharf an, über den Kneifer weg, 
und da wurde sie rot. Warum kann sie aber auch nicht still sein, mit 
ihren 3 Schinken, 25 Pfund Butter uud 400 Eiern! 
27. November. Wieder eine Enttäuschung! Die neue Regierung 
hat angeordnet, dass alle Restarrants, Cafes usw. um 9 Uhr schliessen 
und keinen Wein ausschänken. Mit dem Adi-Haus wird es also vor 
läufig nichls. Ich bin ganz unglücklich. So eine Regierung muss man 
sich gefallen lassen! 
Die Herren lamentieren auch, uud haben doch gar keinen Grund 
dazu. Angst vor den neuen Steuern 1 Als ob es aufs Geld ankäme, 
jetzt, wo die Reichsbank jeden Tag hundert'Millionen Scheine druckt, 
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