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Full text: Berliner Leben Issue 20.1917

phot. v. Freyberg, Berlin-Friedenau. 
Georg Marschall. 
, „ , .. . , Hmdenburg von Berlin, hat sein Herz geteilt 
Georg Marschall, bekannt und anerkannt als Schöpfer des Eise n Maler des deutschen Waldes war seine 
zwischen der Malerei und Bildhauerei. Als Geschichtsmaler und neuer ings a ^ e j n Maler sich zu der kühnen und 
Erscheinung so stark geprägt, dass es hie und da Verwunderung erregte.wieso a | go ^ trotz man cher beispielloser Bild 
grossartigen Improvisation des Eisernen Hindenburg begeistert hatte. an j st (J nc J so s i n d ihm auch heute 
auerertolge. vergessen, dass dieser Maler Marschall von Haus aus 1C , ^ Dosse geboren, besuchte Marschall 
"och beide Kunstzwe.ge gleich geläufig. Am 18. August 1871 zu W.ttstockan d« Uos^ den Jahres . 
or . d ® r akademischen Volljährigkeit die Berliner Kunstschule und ter Bildhauerei zu widmen. Er modellierte 
dab der . PUtik ’ -dass ihm’ seine Lehrer dringend rieten, sich ausschliesslich der Bildhauerei w Gesch)chismaler w 
steu e e r rt : Ul .?:r FaUSt we,ter ’ * er t naCh - Unt K H T ^VrHÄ angenommen wurden, die grössten Erfolge 
erzielte ' Und - 80 belfalll g aucb seme H‘ stone "' besonders , dle A j 0 i |, Menzel-Büste, die das Rathaus von 
erzielte er zuvorderst mit seinen Bildwerken. So wurde seine prachtvolle P ^ 9Q Exemp l aren , und über- 
res au ziert nicht weniger als 1780 mal angekauft, in Augsburg a ein in Kaiser Wilhelms 11. in Marineuniform, 
haupt von last allen Kunstvereinen. Stark vervielfältigt wurde auch die S' “"* der waidwund von den 
Aufsehen erregte ferner auf der Geweihausstellung von 1912 die Kolossalgruppe des Re lers de^ wa 
Hunden gestellt wird. Der Kaiser und unsere Jagdmagnaten waren des Lobes voll über d^ Bildwerk. 
Marschall auch das am meisten begehrte Kriegergrabdenkmal geschaffen ein Flachrelief „1 ‘ b „ nd 
und ergreifend, diese deutsche Kriegergestalt in wehmütiger Andacht am Grabhügel des Kamereden. Unzahhge btad^ u 
Landgemeinden haben sich, obwohl es nicht an andern Vorschlägen fehlte, gerade dieses Denkmal zu eigen gemacht. 
Marschall ist auch ein grosser Jäger vor dem Herrn, seine Leidenschaft für die Jagd führte ihn nalurgemäss auf die 
Herrlichkeit des deutschen Waldes und so kann man sagen, dass er heute unser erster Waldmaler ist, dass er die Erb 
schaft Leistikows angetreten hat, aber ich finde doch, dass er den berühmten Grunewaldmaler an naiver Naturfrische, an 
Herzhaftigkeit und an echt deutscher waldseliger Intimität überslrifft. Diese Waldbilder sind geradezu mein Entzücken 
und eine Offenbarung deutscher Kunst nach meinem Empfinden. Aber auch sonst nach vieler Waldkenner und Jäger 
Empfinden. So werden denn diese Waldbilder stark begehrt, man findet sie im vornehmen Bürgerhause wie in den 
Schlössern der regierenden Fürsten und der schlesischen, mecklenburgischen und preussischen Magnaten, die als Besitzer 
der schönsten deutschen Waldungen zugleich zu Kunstkennern auf diesem Gebiet berufen sind. Marschall hat daher einer 
Anregung Folge geleistet und wird im November eine grosse Ausstellung seiner neueren Werke veranstalten, wie er bekannt 
lich auch auf den deutschen Geweihausstellungen seit jeher mit grösstem Erfolg ausgestellt hat. Schauen wir uns im 
Atelier des Künstlers um, so sehen wir neben der Historie, dem Bildnis, der Plastik auch die Landscheft vollgewichtig 
vertreten. Im Aufträge des Kaisers malte er in Korfu viele Bilder und die klassische Natur begeisterte ihn zur monumen 
talen Landschaft, in der die heroische Grösse mit der modernen Impressionskraft von Licht und Farbe sich glücklich ver 
mählt. Daneben steht das nordische Waldwinterbild mit den Sauen, von violetten Dämmerungslichtern über den tiefen 
Schnee magisch verklärt. Da sehen wir eine Waldlichtung mit drei wechselnden Hirschen, denen die Situationen nicht 
geheuer scheint, ein Bild, das den Naturfreund wie den Jäger angesichts des klug sichernden Hirsches an der Spitze mit 
Ereude erfüllt. Auch einen von Marschalls berühmten Waldseen finden wir im Atelier, von märchenhafter Schönheit und 
einen unsagbaren Zauber rings um den Unkenweiher mit seiner tiefen, dunklen Spiegelung, glänzend gemalt und tief 
empfunden, wie es nur ein Deutscher empfinden kann und unter den Deutschen der begnadete Künster, der dem deutschen 
Walde sein übervolles Herz und sein geniales Gestaltungsvermögen geweiht hat. M. ßaßsüber.
        
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