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Full text: Berliner Leben Issue 20.1917

A n Instituten für Schönheitspflege ist in der Reichshaupt 
stadt ganz gewiss kein Mangel. Wenn ein neues Unter 
nehmen dieser Art hier Erfolg haben will, so muss es 
gleichzeitig einen Fortschritt bedeuten. Letzteres kann 
man mit unbestreitbarem Recht von dem Institut „Geoton“ 
sagen, welches zur Freude zahlreicher Damen seine Pforten in 
dem Hause Potsdamerstrasse 125 geöffnet hat. 
Während dieses Institut hinsichtlich der zur Pflege der 
Haut notwendigen Präparate sich das Ziel gesteckt hat, neben alt 
bewährten, den Damen längst lieb gewordenen Krems, wie „Royal 
Skin food“, „Perlenkrem“ und vielen anderen an Neuschöpfungen 
nur das Allerbeste, aus feinsten Rohprodukten sorgfältig 
Hergestellte auf den Markt zu bringen, geht es vollständig neue 
Wege in der Behandlung. Früher beschränkten sich derartige 
Institute auf die Behandlung sogenannter „Teintfehler“, wie schlechte 
Gesichtsfarbe, Sommersprossen, allenfalls Warzen, Gesichtshaare 
und Krähenfüsschen. 
Natürlich wendet auch Geoton diesen Plagegeistern der Frauen 
welt sein intensives Interesse erfolgreich zu. Aber seine Ziele 
gehen weiter. Durch Anwendung der Gesichtsplastik kann 
Geoton wie ein rechter Zauberkünstler selbst weit fortge 
schrittenen Verfall des Gesichts, hängende, erschlaffte 
Züge, tiefe Linien, Unregelmässigkeiten in der Ge 
sichtsbildung völlig beheben oder wesentlich mildern. 
Natürlich gelang dies nur durch Heranziehung von Wissenschaft 
lern, die sich denn auch mit Feuereifer in den Dienst der guten 
Sache stellten. Es werden so Resultate gezeitigt, die weit über 
den Rahmen der üblichen Schönheitssalons hinausgehen. 
Und wir dürfen wohl behaupten, dass diese Arbeit ein Segen 
für weite Kreise bedeutet. Nicht nur Künstler, die von Berufs 
wegen einfach jung und schön sein müssen, wenden sich ver 
trauensvoll an Geoton. Wer weiss (und welche Dame wüsste es 
nicht?), wie oft selbst kleine Entstellungen einen durchaus nicht ober 
flächlichen Menschen quälen, wie sie ihm das Leben zur Last 
machen können, der wird ermessen können, was die plastischen 
Behandlungen des Instituts Geoton vielen Unglücklichen bedeuten: 
eineWohltat, eine Befreiung von schwerem seelischen Druck. 
Gerade jetzt, in der Zeit der Fleisch- und Kartoffelkarte, sieht man 
zahlreiche Menschen, welche durch Abmagerung alte, 
schlaffe und welke Gesichtszüge bekommen haben. 
Geoton wird ihnen ihre alte Straffheit und Fülle 
wiedergeben. 
Auch die Bestrahlungen mit der Höhensonne sind eine 
grosse Wohltat und nebenbei eine wirksame Blutauffrischung 
sowie einhalt gebietend, bei vorzeitigem Haarausfall. 
Was an unerwünschten Stellen, wie am Kinn, an den 
Hüften zu starken Fettansatz hat (auch das kommt heute 
noch vor), dem kann die Kur der örtlichen Entfettung 
durch Bergonie-Apparat, wie sie im Institut Geoton auf 
elektrischem Wege ausgeführt wird, nur aufs Wärmste 
empfohlen werden, 
Wir haben uns über die Honorare, welche im Institut 
„Geoton“ üblich sind, Aufschlüsse geben lassen, und 
können nur sagen, dass dieselben sehr mässig genannt 
werdenmüssen, in Anbetracht der ernsten,hoch wissenschaft 
lichen Arbeit, die geleistet wird. Wer hinsichtlich seines 
Aeusseren von Sorgen geplagt wird, der sollte unter allen 
Umständen das Institut in seinem behaglichen Heim in 
der Potsdamerstr. 125 1 aufsuchen. Bereitwilligst wird 
ihm daselbst kostenlos jeder sachdienliche Aufschluss ge 
geben. Nicht mehr wird er, wie früher in ähnlichen Instituten 
üblich, zum Kauf eines mehr oder minder zweifelhaften 
Sälbchens animiert und es wird Manchem, der sich modern 
wähnte, die staunende Erkenntnis kommen, dass die moderne 
Kosmetik über wissenschaftliche Methoden verfügt, von 
denen man sich vor wenig Jahren noch nichts träumen Hess. 
Belrachlung mit der Höhensonne.
        
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