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Full text: Berliner Leben Issue 19.1916

Der Russische Hof, Hotel Friedrichsbahnhof 
Direktion Wilhelm Krause, Georgenstr. 21-22 
Vorhalle 
des Hotels. 
vollständig neu Kergerichtet, dem Ausgange des Balmhol Friedrichstrasse gegenüber. Das 
vornehme behagliche Restaurant ist eine Sehenswürdigkeit Berlins. Treffpunkt der vornehmen 
Welt. Der Eingang ist durch die Hotel-Vorhalle. Musikdirektor Philippi mit seiner Künstler- 
Kapelle bietet musikalische Genüsse. Der jetzigen Zeit entsprechend ist alles autgeboten worden, 
den Gästen durch vorzügliche Küche bei mässigen Preisen, gut gepflegte Weine, sowie Biere 
vom Fass, den Aufenthalt in diesen Räumen möglichst angenehm zu gestalten. 
eignet. Ein am 12. Dezember auf der Höhe von 
La Panne auf Grund geratener englischer Dampfer 
wurde gestern von unseren Fliegern mit be 
obachtetem Erfolge angegriffen. — Der Feind, der 
mehrere Flugzeuggeschwader gegen Bapaume- 
Peronne, nach Lothringen und auf Müllheim (Baden) 
angesetzt hatte, büsste im Luftkampf oder durch 
Feuer unserer Abwehrgeschütze 4 Flugzeuge, 
darunter ein Grossflugzeug mit 2 Motoren, ein. 
16. Dezember. Westlicher Kriegsschauplatz. Leut 
nant Immelmann brachte gestern über Valenciennes 
das siebente feindliche Flugzeug, einen englischen 
Eindecker, im Luftkampf zum Absturz. — Oest- 
licher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des General- 
feldmarschalls von Hindenburg. Russische Ab 
teilungen, die nördlich des Dryswjaty-Sees bis in 
unsere Stellung vorgedrungen waren, wurden 
durch Gegenangriff zurückgeworfen. In der Gegend 
der Beresina-Mündung brach ein Vorstoss des 
Feindes im Feuer unserer Infanterie zusammen. 
17. Dezember. Westlicher Kriegsschauplatz. Süd 
östlich von Armentieres stiess gestern vor ILell- 
werden eine kleine englische Abteilung überraschend 
bis in einen unserer Gräben vor und zog sich 
in unserem Feuer wieder zurück. Weiter südlich 
wurde ein gleicher Versuch durch unser Feuer 
verhindert. — Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeres 
gruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. 
Russische Angriffe zwischen Narosz- und Miadziol- 
See brachen nachts und am frühen Morgen unter 
erheblichen Verlusten für den Feind vor unserer 
Stellung zusammen. 120 Mann blieben gefangen 
in unserer Hand. — Balkan-Kriegsschauplatz. Bijelopolje 
ist im Sturm genommen. Heber 700 Gefangene sind 
eingebracht. 
18. Dezember. Westlicher Kriegsschauplatz. Auf Metz 
wurde ein feindlicher Fliegerangriff ausgeführt, bei dem 
das städtische Museum schwer beschädigt, sonst aber 
kein Schaden angerichtet wurde. — Oestlicher Kriegs 
schauplatz. Die Zahl der zwischen Narosz- und Miad- 
ziol-See eingebrachten Gefangenen hat sich auf zwei 
Offiziere und 235 Mann erhöht. — Balkan-Kriegs 
schauplatz. Beim Kampf um Bijelopolje wurden im 
ganzen 1950 Mann, darunter eine geringe Zahl Montene 
griner, gefangen genommen. Das Gebiet nordöstlich der 
Tara abwärts von Mojkovac ist vom Feinde gesäubert. 
Den österreichisch-ungarischen Truppen sind bei den 
erfolgreichen Kämpfen der letzten fünf Tage in dieser 
Gegend 13500 Gefangene in die Hände gefallen. 
20. Dezember. Westlicher Kriegsschauplatz. Das Feuer 
unserer Küstenbatterien vertrieb feindliche Monitoren, 
die gestern nachmittag Westende beschossen. An der 
Front neben lebhafter Artillerietätigkeit mehrere erfolg 
reiche Spengungen unserer Truppen. Eins unserer 
Plugzeuggeschwader griff den Ort Poperinghe an, in 
dem zahlreiche Verbindungen des Feindes zusammen 
laufen. Ein englischer Doppeldecker wurde im Luft 
kampf bei Brügge abgeschossen. Die Insassen sind 
tot. Balkan-Kriegsschauplatz. Bei den Kämpfen nord 
östlich der Tara sind, wie nachträglich gemeldet wird, 
drei Gebirgs- und zwei Feldgeschütze erbeutet worden. 
Gestern fanden bei Mojkovac weitere, für die öster 
reichisch-ungarischen Truppen günstige Kämpfe statt. 
Mehrere hundert Gefangene wurden eingebracht. 
21. Dezember. Westlicher Kriegsschauplatz. Westlich von 
Hulluch nahm eine deutsche Abteilung eine englische 
Sappe und wehrte einen nächtlichen Gegenangriff ab. 
22. Dezember. Westlicher Kriegsschauplatz. Die Fran 
zosen griffen am Nachmittag unsere Stellungen am 
Hartmannsweilerkopf und am Hirzstein (nördlich von 
Wattweiler) unter Einsatz erheblicher Kräfte an. Es 
gelang ihnen, die Kuppe des Hartmannsweilerkopfes, 
die nach den offiziellen französischen Berichten allerdings 
schon seit Ende April in französischen Besitz gewesen 
sein soll, und ein kleines Grabenstück am Hilsen- 
first zu nehmen. Ein Teil der verlorenen 
Stellung am Hartmannsweilerkopf ist heute vormitag 
bereits zurückerobert. Ein Angriff bei Metzeral 
brach vor unserer Stellung zusammen. 
23. Dezember. Westlicher Kriegsschauplatz. In 
heissem Ringen nahmen gestern die tapferen 
Regimenter der 82. Landwehr-Brigade die Kuppe 
des Hartmannsweilerkopfes zurück. Der Feind 
erlitt ausserordentlich schwere blutige Verluste und 
Hess 23 Offiziere und 1530 Mann als Gefangene in 
unseren Händen. Mit der Ausräumung einiger 
Grabenstücke am Nordhang, in denen die 
Franzosen noch sitzen, sind wir beschäftigt. Die 
Angabe im französischen Tagesbericht von gestern 
abend, es seien bei den Kämpfen um den Kopf am 
21. Dezember 1300 Deutsche gefangen worden, ist 
um mindestens die Hälfte übertrieben. Unsere 
Gesamtverluste einschliesslich aller Toten, Ver 
wundeten und Vermissten betragen, soweit es sich 
bisher übersehen lässt, etwa 1100 Mann. 
24. Dezember. Westlicher Kriegsschauplatz. Das 
feindliche Artilleriefeuer war stellenweise lebhaft, 
besondersin den Vogesen. Ein nächtlicher Hand 
granatenangriff gegen unsere Höhenstellung nord 
östlich von Souain wurde leicht abgewiesen. Die 
Stellung auf dem Hartmannsweilerkopf ist restlos 
zurückgewonnen. Auch aus den Grabenstücken auf 
dem Nordhange des Bergessind die Franzosen 
vertrieben. 
25. Dezember. Westlicher Kriegsschauplatz. Westlich 
von La Bassee wurden die feindlichen gegen unsere 
Stellung vorgetriebenen Minenanlagen durch eine 
erfolgreiche Sprengung unserer Truppen zerstört. Sonst 
hat sich nichts von Bedeutung ereignet. 
26. Dezember. Westlicher Kriegsschauplatz. Bei an 
dauerndem Regenwetter war die Gefechtstätigkeit aut 
dem grössten Teil der Froni gering, lebhafter in Gegend 
nördlich von Albert, an einzelnen Stellen der Cham 
pagne und in den Vogesen nördlich von Sennheim. — 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Deutsche Patrouillenunter 
nehmungen in Gegend von Dünaburg waren erfolgreich. 
Stärkere russische Erkundungsabteilungen wurden nord 
westlich von Czartorysk und Berestiany (südöstlich von 
Kolki) abgewiesen. 
27. Dezember. Westlicher Kriegsschauplatz. Ein von 
den Franzosen nordöstlich von Neuville vor unserer 
Stellung gesprengter Trichter ist von uns besetzt. Eine 
feindliche Sprengung auf der Combres-Höhe richtete 
nur geringe Beschädigung an. 
28. Dezember. Westlicher Kriegsschauplatz. Durch das 
Feuer eines feindlichen Monitors wurden in Wastende- 
Bad drei Einwohner, darunter zwei Frauen, getötet. 
Reger Zugverkehr auf dem Bahnhof Soissons wird von 
unserer Artillerie beschossen. Die Franzosen haben 
seit kurzem das in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs 
liegende Hospital, anscheinend zum Schutze des Bahn 
hofs, mit Rote-Kreuz-Flaggen versehen. Zufallstreffer 
in das Hospital sind bei der Nähe desselben zum 
Bahnhot nicht ausgeschlossen. 
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