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Full text: Berliner Leben Issue 19.1916

setzten sich unsere Truppen nach (hart 
näckigem Kampf in den Besitz der 
englischen, jetzt von kanadischen Truppen 
besetzten Trichterstellung südlich von St. 
Eloi. ln den Argonnen schlossen sich an 
französischen Sprengungen nördlich des 
Four de Paris kurze Kämpfe an. Der 
unter Einsatz eines Flammenwerfers 'vor 
gedrungene Feind wurde schnell wieder 
zurückgeworfen. — Oestlicher Kriegs 
schauplatz. Südlich des Narocz-Sees wurden 
örtliche, aber heftige russische Angriffe 
zum Scheitern gebracht. Die feindliche 
Artillerie war beiderseits des Sees lebhaft 
tätig. 
8. April. Auf dem linken Maasufer erstürmten 
Schlesier und Bayern zwei starke fran 
zösische Stützpunkte südlich von Haucourt 
und nahmen die ganze feindliche Stellung 
auf den Rücken des Termitenhügels in einer 
Breite von über zwei Kilometer. Ein 
heute früh versuchter Gegenstoss scheiterte 
völlig. Unsere Verluste sind gering, 
diejenigen des Gegners, auch infolge des heimtückischen 
Verhaltens einzelner, besonders schwer. Ausserdem 
wurden 15 Offiziere, 699 Mann unverwundet gefangen, 
darunter zahlreiche Rekruten der Jahresklasse 1916. 
Am Hilsenürst (südlich von Sondernach in den Vo 
gesen) stiess eine kleinere deutsche Abteilung in eine 
vorgeschobene französische Stellung vor, deren Be 
satzung bis auf 21 Gefangene im Kampfe fiel. Die 
feindlichen Gräben wurden gesprengt. — Oestlicher 
Kriegsschauplatz. Die russischen Angriffe blieben auch 
gestern auf einen schmalen Frontabschnitt südlich des 
Narocz-Sees beschränkt und wurden glatt abgewiesen. 
9. April. Am 8. April griffen vier Marineflugzeuge die 
russische Flugstation Papensholm bei Kielkond auf Oesel 
an. Die Station wurde mit 20 Bomben belegt, von vier 
zur Abwehr aufgestiegenen feindlichen Flugzeugen 
wurden zwei zur Fandung gezwungen. Trotz heftiger 
Beschiessung sind unsere Flugzeuge unbeschädigt zurück 
gekehrt. 
10. April. Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem West 
ufer der Maas wurden Bethincourt und die ebenso stark 
ausgebauten Stützpunkte „Alsace“ und „Lorraine“ süd 
westlich davon abgeschnürt. Der Gegner suchte sich 
der Gefahr durch schleunigen Rückzug zu entziehen, 
wurde von den Schlesiern aber noch gefasst und büsste 
neben schweren blutigen Verlusten hier 14 Offiziere und 
rund 700 Mann an unverwundeten Gefangenen, 2 Ge 
schütze und 13 Maschinengewehren ein. Gleichzeitig 
räumten wir unbequeme feindliche Anlagen, Blockhäuser 
und Unterstände an verschiedenen Stellen der Front aus, 
so dicht nördlich des Dorfes Avocourt und südlich des 
Rabenwaldes. Auch bei diesen Einzelunternehmungen 
gelang es, die Franzosen ernstlich zu schädigen; an 
Gefangenen verloren sie ausserdem mehrere Offiziere 
und 276 Mann. Rechts der Maas wurde in ähnlicher 
Weise eine Schlucht am Südwestrande des Pfefferrückens 
gesäubert. 4 Offiziere, 184 Mann und Material blieben 
in unseren Händen. Weiter östlich und in der Woevre 
fanden lediglich Artilleriekämpfe statt. 
11. April. Im Kampfgelände beiderseits der Maas war auch 
gestern die Gefechtstätigkeit sehr lebhaft. Gegenangriffe 
gegen die von uns genommenen französischen Stellungen 
südlich des Forges-Baches zwischen Haucourt und 
Bethincourt brachen verlustreich für den Gegner zu 
sammen. Die Zahl der unverwundeten Gefangenen ist 
hier um 22 Offiziere, 549 Mann auf 36 Offiziere, 1231 
Mann, die Beute auf zwei Geschütze, 22 Maschinen 
gewehre gestiegen. — Bei der Fortnahrae weiterer 
Blockhäuser südlich des Rabenwaldes wurden heute 
nacht 222 Gefangene und ein Maschinengewehr ein 
gebracht. Gegenstösse aus Richtung Chattancourt blieben 
in unserem wirksamen P'lankenfeuer vom Ostufer her 
liegen. Rechts der Maas versuchte der Feind vergebens 
den am Südwestrande des Pfefferrückens verlorenen 
Boden wiederzugewinnen. Südwestlich der Feste Dou- 
aumont musste er uns weitere Verteidigungsanlagen 
überlassen, aus denen wir einige Dutzend Gefangene 
und drei Maschinengewehre zurückbrachten. 
12. April. Bei La Boisselle (nordwestlich von Albert) 
brachte eine kleinere deutsche Abteilung von einer 
nächtlichen Unternehmung gegen die englische Stellung 
ohne eigene Verluste 29 Gefangene und ein Maschinen 
gewehr zurück. Westlich der Maas griffen die Franzosen 
vergeblich unsere Linien nordöstlich von Avocour an, 
beschränkten sich im übrigen aber auf lebhafte Feuer 
tätigkeit ihrer Artillerie. Auf dem Ostufer brachten 
drei durch heftigstes Feuer vorbereitete 
Gegenangriffe am Pfefferrücken dem Feinde 
nur grosse Verluste, aber keinerlei Vorteil. 
Zweimal gelang es den Sturmtruppen nicht, 
den Bereich unseres Sperrfeuers zu über 
winden, der dritte Anlauf brach nahe vor 
unseren Hindernissen im Maschinengewehr 
feuer völlig zusammen. Im Caillette-Walde 
gewannen wir der zähen Verteidigung 
gegenüber schrittweise einigen Boden. 
13. April, Westlicher Kriegsschauplatz. Im 
allgemeinen konnte sich bei den meist 
ungünstigen Beobachtungsverhältnissen des 
gestrigen Tages keine bedeutendere Ge 
fechtstätigkeit entwickeln. Jedoch blieben 
beiderseits der Maas, in der Woevre-Ebene 
und auf der Cote südöstlich von Verdun 
die Artillerien lebhaft tätig. Südöstlich 
von Albert nahm eine deutsche Patrouille 
im englischen Graben 17 Mann gefangen. 
Ein französischer Gasangriff in Gegend von 
Puisaleine (nordöstlich von Compiegne) 
blieb ergebnislos. 
14. April. Westlicher Kriegsschauplatz. Abgesehen von 
stellenweise lebhaften, im Maasgebiet heftigen Feuer 
kämpfen ist nichts wesentliches zu berichten. Angriffs 
versuche auf dem linken Maasufer erstarben unter 
unserem Artilleriefeuer schon in den Ausgangsgräben. — 
15. April. Westlicher Kriegsschauplatz. Ein stärkerer Vor- 
stoss der Engländer gegen die Trichterstellung südlich 
von St. Eloi wurde nach Handgranalenkampf völlig 
zurückgeschlagen. In den Argonnen und östlich davon 
teilweise lebhafter Artillerie- und Minenkampf. Links 
der Maas konnten feindliche Angriffsabsichten gegen 
unsere Stellungen auf „Toter Mann“ und südlich des 
Raben- und Cumieres-Waldes, die durch grosse Steige 
rung des Artilleriefeuers vorbereitet wurden, in unserem 
vernichtenden, von beiden Maasufern auf die bereit 
gestellten Truppen vereinten Feuer nur mit einigen 
Bataillonen gegen „Toter Mann“ zur Durchführung 
kommen. Unter schwersten Verlusten brachen die An 
griffswellen vor unserer Linie zusammen. Einzelne bis 
in unsere Gräben vorgedrungene Leute fielen hier im 
Nahkampf. Rechts der Maas sowie in der Woevre- 
Ebene blieb die Gefechtstätigkeit im wesentlichen auf 
heftige Feuerkämpfe beschränkt. Zwei schwächliche 
feindliche Flandgranatenangriffe südwestlich der Feste 
Douaumont blieben erfolglos. — Oestlicher Kriegsschau 
platz. Die gestern wiederholten örtlichen Angriffs 
versuche der Russen nordwestlich von Dünaburg hatten 
das gleiche Schicksal wie am vorhergehenden Tage. 
G. Schlechten 
Gegründet 1853 
Hof - Pianolorte - Fabrlkant 
BERLIN SW. 68 
nur; Kochstr. 62
        
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