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Full text: Berliner Leben Issue 19.1916

staunlichen Aufwand an Munition in der Zeit vom 
18. bis 28. März gegen ausgedehnte Abschnitte der 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hinden- 
burg vorgetrieben worden ist. Er hat dank der 
Tapferkeit und zähen Ausdauer unserer Truppen 
keinerlei Erfolge erzielt. — In der Nacht vom 
31. März zum 1. April hat ein Marineluftschiff 
geschwader London und Plätze der englischen 
Südostküste angegriffen. Die City von London, 
zwischen London- und Towerbrücke, die London- 
Docks, der nordwestliche Teil von London mit 
seinen Truppenlagern, sowie Industrieanlagen bei 
Enfield und die Sprengstoffabriken bei Waltham 
Abbey — nördlich von London — wurden aus 
giebig mit Bomben belegt. Des weiteren wurde 
über Lowestoft, nachdem vorher eine Batterie bei 
Stowmarket — nordwestlich Harvich — erfolgreich 
angegriffen war, eine grosse Anzahl Spreng- und 
Brandbomben geworfen, eine Batterie bei Cambridge 
zum Schweigen gebracht und dort ausgedehnte 
Fabrikanlagen angegriffen. Endlich wurden die 
Hafenanlagen und Befestigungen am Humber mit 
Bomben belegt. Drei Batterien wurden dort zum 
Schweigen gebracht. Die Angriffe hatten durch 
weg sehr guten Erfolg, wie von unseren Luft 
schiffen durch die einwandfreie Beobachtung zahl 
reicher Brände und Einstürze festgestellt werden 
konnte. Trotz überaus heftiger Beschiessung sind 
alle Luftschiffe bis auf „L 15“ zurückgekehrt. 
„L 15“ ist nach eigener Meldung angeschossen ge 
wesen und musste vor der Themse auf das 
Wasser niedergehen. 
2. April. Durch die Beschiessung von Betheniville (östlich 
von Reims) verursachten die Franzosen unter ihren 
Landsleuten erhebliche Verluste; drei Frauen und ein 
Kind wurden getötet, fünf Männer, vier Frauen und ein 
Kind sind schwer verletzt. Im Anschluss an die am 
30. März genommenen Stellungen wurden die franz- 
zösischen Gräben nordöstlich von Haucourt in einer 
Ausdehnung von etwa 1000 Meter vom Feinde ge 
säubert. Auf dem östlichen Maasufer haben sich unsere 
Truppen am 31. März nach sorgfältiger Vorbereitung 
in den Besitz der feindlichen Verteidigungs- und Flan 
kierungsanlagen nordwestlich und westlich des Dorfes 
Vaux gesetzt. Nachdem in diesem Abschnitt das franz- 
zösische Feuer heute gegen Morgen zur grössten Kraft 
gesteigert war, erfolgte der erwartete Gegenangriff. Er 
brach in unserem Maschinengewehr- und dem Sperr 
feuer unserer Artillerie völlig zusammen. Abgesehen 
von seinen schweren blutigen Verlusten hat der Gegner 
bei unserem Angriff am 31. März an unverwundeten 
Gefangenen 11 Offiziere, 720 Mann in deutscher Hand 
lassen müssen und fünf Maschinengewehre verloren. 
Ausser vier jenseits unserer Front heruntergeholten 
feindlichen Flugzeugen wurde bei Hollebeke (nord 
westlich von Werwicq) ein englischer Doppeldecker ab 
geschossen, dessen Insassen gefangengenommen sind. 
Oberleutnant Berthold hat hierbei das vierte gegnerische 
Flugzeug ausser Gefecht gesetzt. Der mit Truppen 
stark belegte Ort Dombasle-en-Argonne (westlich von 
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Verdun) und der Flugplatz Fontaine (östlich von Beifort) 
wurden ausgiebig mit Bomben belegt. — In der Nacht 
vom 1. zum 2. April fand ein erneuter Marineluftschiff 
angriff auf die englische Ostküste statt. Die Hochöfen, 
grossen Eisenwerke und Industrieanlagen am Südufer 
des Tees-Flusses, sowie die Hafenanlagen bei Middles- 
borough und Sunderland wurden P/2 Stunden lang mit 
Spreng- und Brandbomben belegt. Starke Explosionen, 
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7. 
Angriffs deutlich erkennen. Trotz lebhafter Be 
schiessung sind weder Verluste noch Beschädigun 
gen eingetreten. 
3. April. Links der Maas sind alle Stellungen des 
Feindes nördlich des Forges-Baches zwischen 
Haucourt und Bethincourt in unserer Hand. Süd 
westlich und südlichder Feste Douaumont stehen 
unsere Truppen im Kampf um französische Gräben 
und Stützpunkte. — Oestlicher Kriegsschauplatz. 
Durch deutsche Flugzeuggeschwader wurden auf 
die Bahnhöfe Pogorjelzy und Horodzieja an der 
Strecke Minsk, sowie auf Truppenlager bei Ostrowki 
(südlich von Mir) Bomben abgeworfen, ebenso 
durch eins unserer Luftschiffe au( die Bahnanlagen 
von Minsk. — Heeres- und Marineluftschiffe haben 
heute nacht die Docks von London und andere 
militärisch wichtige Punkte der englischen Ostküste, 
sowie Dünkirchen angegriffen. 
4. April. Südlich von St. Eloi haben sich die Eng 
länder nach starker Feuervorbereitung in Besitz 
des ihnen am 28. März genommenen Spreng 
trichters gesetzt. In der Gegend der Feste Doua 
umont haben unsere Truppen am 2. April süd 
westlich und südlich der Feste, sowie im Caillette- 
Walde starke französische Verteidigungsanlagen 
in erbittertem Kampfe genommen und in den 
eroberten Stellungen alle bis in die letzte Nacht 
fortgesetzten Gegenangriffe des Feindes abgewiesen. 
Mit besonderem Krafteinsatz und mit ausser 
ordentlich schweren Opfern stürmten die Franzosen 
immer wieder gegen die im Caillette-Walde ver 
lorenen Verteidigungsanlagen vergebens an. Bei 
unserem Angriff am 2. April sind an unverwundeten 
Gefangenen 19 Offiziere, 745 Mann, an Beute acht 
Maschinengewehre eingebracht worden. — In der Nacht 
vom 3. zum 4. April wurden bei einem Marineluftschiff- 
angriö auf die englische Südostküste Befestigungsanlagen 
bei Great Yarmouth mit Sprengbomben belegt. Die 
Luftschiffe sind trotz der feindlichen Beschiessung 
unversehrt zurückgekehrt. 
April. Marineluftschiffe haben in der Nacht vom 5. zum 
6. April ein grosses Eisenwerk bei Whitby mit Hoch 
öfen und ausgedehnten Anlagen zerstört, nachdem vorher 
eine Batterie nördlich von Hüll mit Sprengbomben 
belegt und ausser Gefecht gesetzt war. Ferner wurden 
die Fabrikanlagen von Leeds und Umgebung, sowie 
eine Anzahl Bahnhöfe des Industriegebietes angegriffen 
wobei sehr gute Wirkungen beobachtet wurden. Die 
Luftschiffe wurden heftig beschossen; sie sind alle un 
beschädigt gelandet. — Westlicher Kriegsschauplatz. 
Westlich der Maas verlief der Tag zunächst durch das 
Vorbereitungsfeuer, das wir auf die Gegend von 
Haucourt legten, sehr lebhaft. Am Nachmittag war 
auch die Tätigkeit unserer Infanterie rege. Sie stürmte 
das Dorf Haucourt und einen stark ausgebauten franzö 
sischen Stützpunkt östlich des Ortes. Abgesehen von 
sehr erheblichen blutigen Verlusten büsste der Feind 
11 Offiziere, 531 Mann an unverwundeten Gefangenen, 
die zwei verschiedenen Divisionen angehören. 
April. Durch einen sorgfältig vorbereiteten Angriff
        
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