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Full text: Berliner Leben Issue 19.1916

die Schlappe vom 13. Februar wieder auszugleichen. 
Mit beträchtlichen blutigen Verlusten wurde der An 
greifer zurückgeschickt. Drei feindliche Flugzeuge 
wurden nördlich von Verdun im Luftkampf ausser Ge 
fecht gesetzt. Zwei von ihnen kamen nordöstlich Sa- 
mogneux hinter unserer Front, das dritte brennend 
jenseits der feindlichen Linie zum Absturz. Leutnant 
Bölke hat damit sein dreizehntes, Leutnant Farschau 
sein viertes feindliches Flugzeug abgeschossen. 
23. März. Der Erfolg beim Walde von Avocourt wurde 
durch Inbesitznahme der französischen Stützpunkte auf 
den Höhenrücken südwestlich von Haucourt vervoll 
ständigt. Es wurden etwa 450 Gefangene eingebracht — 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Ihre Hauptangriffstätigkeit 
verlegten die Russen auf die gestrigen Abend- und auf 
die Nachtstunden. Mehrfach brachen sie mit starken 
Kräften gegen unsere Stellungen im Brückenkopf von 
Jakobstadt beiderseits der Bahn Mitau—Jakobstadt, vier 
mal gegen unsere Linien nördlich von Widsy vor. 
Während sie auf der Front nordwestlich von Postawy, 
wo die Zahl der eingebrachten Gefangenen auf 14 Offi 
ziere, 889 Mann gestiegen ist, wohl infolge der über 
mässigen blutigen Verluste von grösseren Angriffsver- 
suchen Abstand nahmen, stürmten sie wiederholt mit 
neuer Gewalt zwischen Narocz- und Wiszniew-See an. 
Der hohe Einsatz an Menschen und Munition hat auch 
in diesen Angriffen und in mehrfachen Einzelunter 
nehmungen an anderen Stellen den Russen nicht den 
kleinsten Vorteil gegenüber der unerschütterlichen deut 
schen Verteidigung bringen können. 
24. März. Westlich von Haucourt besetzten wir in Aus 
wertung des vorgestrigen Erfolges noch einige Gräben, 
wobei sich die Zahl der Gefangenen auf 32 Offiziere, 
879 Mann erhöhte. — Oestlicher Kriegsschauplatz. 
Während sich die Russen am Tage nur zu einem starken 
Vorstoss im Brückenkopf von Jakobstadt östlich von 
Buschof aufrafften, unternahmen sie nachts wiederholte 
Angriffe nördlich der Bahn Mitau—Jakobstadt, sowie 
einen Ueberrumpelungsversuch südwestlich von Düna 
burg und mühen sich in ununterbrochenem heftigen 
Ansturm gegen unsere Front nördlich von Widsy ab. 
Alle ihre Angriffe sind in unserem Feuer spätestens am 
Hindernis unter schwerer Einbusse an Leuten zusammen 
gebrochen. — Nachrichten zufolge, die von verschiedenen 
Stellen hierher gelangt und neuerdings bestätigt sind, 
hat am 29. Februar in der nördlichen Nordsee zwischen 
dem deutschen Hilfskreuzer „Greif“ und drei englischen 
Kreuzern sowie einem Zerstörer ein Gefecht stattge 
funden. S. M. S. „Greif“ hat im Laufe dieses Gefechts 
einen grossen englischen Kreuzer von etwa 15000 Tons 
durch Torpedoschuss zum Sinken gebracht und sich 
zum Schluss selbst in die Luft gesprengt. — Von der 
Besatzung des Schiffes sind etwa 150 Mann in englische 
Kriegsgefangenschaft geraten. 
25. März. Im Maasgebiet fanden besonders lebhafte 
Artilleriekämpfe statt, in deren Verlauf Verdun in Brand 
geschossen wurde. — Oestlicher Kriegsschauplatz. 
Westlich von Jakobstadt gingen die Russen nach Ein 
satz frischer sibirischer Truppen und nach starker Feuer 
vorbereitung erneut zum Angriff über. Er brach ver 
lustreich für sie zusammen. Kleine Vorstösse wurden 
südwestlich von Jakobstadt und südwestlich von Düna 
burg mühelos abgewiesen. 
26. März. Der französische Versuch eines Gasangriffs in 
der Gegend des Forts de Ja Pompelle (südöstlich von 
Reims) blieb ergebnislos. In den Argonnen und im 
Maasgebiet erreichte der Artilleriekampf stellenweise 
wieder grosse Heftigkeit. Nachtgefechte mit Nahkampf 
mitteln im Caillette-Walde (südöstlich der Feste Douau- 
mont) nahmen für unsere Truppen einen günstigen 
Verlauf. — Oestlicher Kriegsschauplatz. Mehrere im 
Laufe des Tages unternommene Vorstösse südwestlich 
und südlich von Dünaburg blieben schon auf grössere 
Entfernung vor unseren Hindernissen im Feuer liegen. 
Gegen unsere Front nordwestlich von Postawy und 
zwischen Narocz- und Wiszniew-See nahm der Feind 
nachts mit starken Kräften, aber ergebnislos und unter 
grossen Opfern, den Kampf wieder auf. Nordwestlich 
Postawy nahmen wir einen Offizier, 155 Mann ge 
fangen. — Von zwei durch ein Kreuzergeschwader und 
eine Zerstörerflottille begleiteten Mutterschiffen sind 
gestern früh fünf englische Wasserflugzeuge zum Angriff 
auf unsere Luftschiffanlagen in Nordschleswig anfge- 
stiegen. Nicht weniger als drei von ihnen, darunter ein 
Kampfflugzeug, wurden durch den frühzeitig benach 
richtigten Abwehrdienst auf und östlich der Insel Sylt 
zum Niedergehen gezwungen. Die Insassen — vier 
englische Offiziere und ein Unteroffizier — sind ge 
fangengenommen. 
27. März. Heute früh beschädigten die Engländer durch 
eine umfangreiche Sprengung unsere Stellung bei St. 
Eloi (südlich von Ypern) in einer Ausdehnung von über 
100 Meter und fügten der dort stehenden Kompagnie 
Verluste zu. Die Engländer beschossen in den letzten 
Tagen wieder die Stadt Lens. 
28. März. Oestlicher Kriegsschauplatz. Von neuem trieben 
die Russen frische Massen gegen die deutschen Linien 
bei Postawy vor. In tapferer Ausdauer trotzen dort 
Truppen des Saarbrücker Korps allen Anstürmen des 
Feindes. Vor den an ihrer Seite kämpfenden Branden 
burgern, Hannoveranern und Hallensern zerschellte ein 
in vielen Wellen vorgetragener Angriff zweier russischer 
Divisionen unter schwerster Einbusse des Gegners. — 
Balkan-Kriegsschauplatz. In Verfolg der feindlichen 
Luftangriffe auf unsere Stellungen am Dojran-See stiess 
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gestern ein deutsches Luftgeschwader in die Gegend 
von Saloniki vor und belegte den neuen Hafen, den 
Petroleumhafen, sowie die Ententelager nördlich der 
Stadt ausgiebig mit Bomben. 
29. März. Südlich von St. Eloi wurde den Engländern 
im Handgranatenkampf einer der von ihnen besetzten 
Sprengtrichter wieder entrissen. Auf dem linken Maas 
ufer stürmten unsere Truppen mit geringen eigenen Ver 
lusten die französischen, mehrere Linien tiefen Stellungen 
nördlich von Malancourt in einer Breite von etwa 2000 
Meter und drangen auch in den Nordwestteil des Dorfes 
ein. Der Feind Hess 12 Offiziere, 436 Mann an un 
verwundeten Gefangenen, sowie ein Geschütz und vier 
Maschinengewehre in unserer Hand. — Oestlicher 
Kriegsschauplatz. Während die Russen ihre Angriffe 
in den nördlichen Abschnitten gestern nicht wiederholten, 
setzten sie südlich des Narocz-Sees Tag und Nacht ihre 
vergeblichen Anstrengungen fort. Siebenmal schlugen 
unsere Truppen, teilweise im Bajonettkampf, den Feind 
zurück. 
30. März. In der Gegend von Lihons brachte eine kleine 
deutsche Abteilung von einem kurzen Vorstoss in die 
französische Stellung einen Hauptmann und 57 Mann 
gefangen zürück. Westlich der Maas hatten wieder 
holte durch starkes Feuer vorbereitete französische An 
griffe die Wiedernahme der Waldstellungen nordöstlich 
von Avocourt zum Ziel. Sie sind abgewiesen. In der 
Südostecke des Waldes ist es zu erbitterten, auch Nachts 
fortgesetzten Nahkämpfen gekommen, bis der Gegner 
heute früh auch hier wieder hat weichen müssen. Der 
Artilleriekampf dauert mit grosser Heftigkeit auf beiden 
Maasufern an. Leutnant Imraelmann setzte im Luftkampf 
östlich von Bapaume das zwölfte feindliche Flugzeug 
ausser Gefecht, einen englischen Doppeldecker, dessen 
Insassen gefangen in unserer Hand sind. — Oestlicher 
Kriegsschauplatz. Südlich des Narocz-Sees liessen die 
Russen von ihren Angriffen ab, ihre Artillerie blieb hier, 
sowie westlich von Jakobstadt und nördlich von Widsy 
noch lebhaft tätig; bei Postawy ist Ruhe eingetreten. 
31. März. Westlich der Maas wurden das Dorf Malancourt 
und die beiderseits anschliessenden französischen Ver 
teidigungsanlagen im Sturm genommen; sechs Offiziere 
und 322 Mann sind unverwundet in unsere Hand ge 
fallen. Die Engländer büssten in Luitkämpfen in der 
Gegend von Arras und Bapaume drei Doppeldecker ein. 
Zwei von ihren Insassen sind tot. Leutnant Immclmann 
hat dabei sein dreizehntes feindliches Flugzeug abge 
schossen. 
1. flpril. Lebhafte Minenkämpfe spielten sich zwischen dem 
Kanal von La Bassee und Neuville ab. Unsere Kampf 
flieger schossen vier französische Flugzeuge ab, je eins 
bei Laon und bei Mogeville (in der Woevre) in unseren 
Linien, je eins bei Ville-aux-Bois und südlich von Hau 
court dicht hinter der feindlichen Front. Der franz- 
zösische Flugplatz Rosnay (westlich von Reims) wurde 
ausgiebig mit Bomben belegt. — Oestlicher Kriegs 
schauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Hiernach 
erscheint es, als ob sich der russische Ansturm zunächst 
erschöpft hat, der mit 30 Divisionen, gleich über 
500000 Mann, und einem für östliche Verhältnisse er-
        
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