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Full text: Berliner Leben Issue 19.1916

Mann wurden gefangengenommen. Im Maasgebiet 
frischte das Artilleriefeuer westlich des Flusses auf, 
östlich davon hielt es sich auf mittlerer Stärke. Ab 
gesehen von Zusammenstössen von Erkundungstrupps 
mit dem Feinde kam es zu Nahkämpfen nicht, ln der 
Woevre wurde heute früh das Dorf Fresnes mit stürmen 
der Hand genommen. In einzelnen Häusern am West- 
rand des Ortes halten sich die Franzosen noch. Sie 
büssten über 300 Gefangene ein. 
8. März. Gegen die von uns zurückeroberte Stellung 
östlich des Gehöftes Maisons de Champagne setzten die 
Franzosen am späten Abend zum Gegenangriff an. Am 
westlichen Flügel wird noch mit Handgranaten gekämpft; 
sonst ist der Angriff glatt abgeschlagen. Auf dem linken 
Maasufer wurden, um den Anschluss an unsere rechts 
des Flusses auf die Südhänge der Cöte de Talou, des 
Pfeflerrückens und des Douaumont vorgeschobenen 
neuen Linien zu verbessern, die Stellungen des Feindes 
zu beiden Seiten des Forges-Eaches unterhalb von 
Bethincourt in einer Breite von sechs und einer Tiefe 
von mehr als drei Kilometer gestürmt. Die Dörfer 
Forges und Regneville, die Höhe des Raben- und 
kleinen Cumieres-Waldes sind in unserer Hand. Gegen- 
stösse der Franzosen gegen die Südränder dieser Wälder 
fanden blutige Abweisung. Ein grosser Teil der Be 
satzung der genommenen Stellungen kam um, ein un 
verwundeter Rest, 58 Offiziere, 3277 Mann, wurde ge 
fangen. Ausserdem sind 10 Geschütze und viel sonstiges 
Kriegsmaterial erbeutet. In der Woevre wurde der 
Feind auch aus den letzten Häusern von Fresnes ge 
worfen, die Zahl der dort gemachten Gefangenen ist auf 
11 Offiziere, über 700 Mann gestiegen, einige Maschinen 
gewehre wurden erbeutet. Unsere Flugzeuggeschwader 
bewarfen mit feindlichen Truppen belegte Ortschaften 
westlich von Verdun mit Bomben. — Oestlicher Kriegs 
schauplatz. Die Eisenbahn-Strecke Ljachowitschi (süd 
östlich von Baranowitschi) — Luniciec, auf der stärkerer 
Bahnverkehr beobachtet wurde, ist mit gutem Erfolge 
von unseren Fliegern angegriffen worden. 
9. März. Westlich der Maas sind unsere Truppen be 
schäftigt, die im Rabenwald noch befindlichen Franzosen 
nester auszuräumen. Oestlich des Flusses wurde zur 
Abkürzung der Verbindung unserer Stellung südlich 
des Douaumont mit den Linien in der Woevre nach 
gründlicher Artillerievorbereitung das Dorf und die 
ranzerfeste Vaux nebst zahlreichen anschliessenden 
Befestigungen des Gegners unter Führung des Kom 
mandeurs der 9. Reserve-Division, Generals der Infanterie 
von Guretzky-Cornitz durch die Posenschen Reserve- 
Regimenter 6 und 19 in glänzendem nächtlichen An 
griff genommen. — In einer grossen Zahl von Luft 
kämpfen in der Gegend von Verdun sind unsere Flieger 
Sieger geblieben; mit Sicherheit sind drei feindliche 
Flugzeuge abgeschossen. Alle unsere Flugzeuge sind 
zurückgekehrt, mehrere ihrer tapferen Führer verwundet. 
Feindliche Truppen in Ortschaften westlich und südlich 
von Verdun wurden ausgiebig mit Bomben belegt. 
Durch den Angriff eines französischen Flugzeug 
geschwaders im Festungsbereich von Metz wurden 
zwei Zivilpersonen getötet und mehrere Privathäuser 
beschädigt. Im Luftkampl wurde das Flugzeug des 
Geschwaderführers abgeschossen. Er ist gefangen 
genommen, sein Begleiter ist tot. 
10. März. Auf dem westlichen Maasufer wurden bei der 
Säuberung des Rabenwaldes und der feindlichen Gräben 
bei Bethincourt 6 Offiziere, 681 Mann gefangen, sowie 
11 Geschütze eingebracht. Der Ablain-Wald und der 
Bergrücken westlich von Douaumont wurden in zähem 
Ringen dem Gegner entrissen. In der Woevre schoben 
wir unsere Linie durch die Waldstücke südöstlich von 
Damloup vor. Gegen unsere neue Front westlich und 
südlich des Dorfes sowie bei der Feste Vaux führten 
die Franzosen kräftige Gegenstösse In ihrem Verlauf 
gelang es dem Feinde, in der Panzerfeste selbst wieder 
Fuss zu fassen; im übrigen wurden die Angriffe unter 
starken Verlusten abgewiesen. — Unsere Kampfflieger 
schossen zwei englische Flugzeuge ab, einen Eindecker 
bei Wytschaete (südlich von Ypern) und einen Doppel 
decker nordöstlich von La Bassee; der Insasse des 
ersteren ist tot. 
11. März. Sächsische Regimenter stürmten mit ganz ge 
ringen Verlusten die stark ausgebauten Stellungen in 
den Waldstücken südwestlich und südlich von Ville-aux- 
Bois (zwanzig Kilometer nordwestlich von Reims) in 
einer Breite von etwa 1400 Meter und einer Tiefe bis 
etwa ein Kilometer. An unverwundeten Gefangenen 
fielen 12 Offiziere, 725 Mann in unsere Hand, an 
Beute eine Rovolverkanone, 5 Maschinengewehre und 
13 Minenwerfer. Aut dem westlichen Maasufer wurden 
die letzten von den Franzosen noch im Raben- und 
Cumieres-Walde behaupteten Nester ausgeräumt. Feind 
liche Gegenstösse mit starken Kräften, die gegen den 
Südrand der Wälder und die deutschen Stellungen 
weiter westlich versucht wurden, erstickten in unserem 
Abwehrfeuer. Auf dem Ostufer kam es zu sehr leb 
hafter Artillerietätigkeit, besonders in der Gegend nord 
östlich von Bras, westlich vom Dorf, um die Feste 
Vaux und an mehreren Stellen in der Woevreebene. 
Entscheidende Infanteriekämpfe gab es nicht; nur 
wurde in der Nacht ein vereinzelter französischer 
Ueberfallsversuch auf Dorf ßlanzee blutig abgewiesen. 
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12. März. Nordöstlich von Neuville sprengten wir mit 
Erfolg und besetzten die Trichter. In der Gegend 
westlich der Maas mühte sich der Feind unter starken 
Verlusten in gänzlich ergebnislosen Angriffen gegen 
unsere neuen Stellungen ab. Auf den Höhen östlich 
des Flusses und in der Woevreebene blieb die Ge 
fechtstätigkeit auf mehr oder minder heftige Artillerie 
kämpfe beschränkt. — Die in den Berichten vom 
19. Februar und 4. März angegebenen Zahlen an Ge 
fangenen und Beute für die Zeit seit Beginn der Er 
eignisse im Maasgebiet haben sich mittlerweile erhöht 
auf 430 Offiziere, 26042 Mann an unverwundeten Ge 
fangenen, 189 Geschütze, darunter 41 schwere, 232 Ma 
schinengewehre. 
13. März. Bei günstigen Beobachtungsverhältnissen war 
die Tätigkeit der beiderseitigen Artillerie auf einem 
grossen Teile der Front sehr lebhaft und hielt sich 
beiderseits der Maas nnd bis zur Mosel hin auf grösserer 
Heftigkeit. Ausser Patrouillengefechten an der Somme 
und dem Scheitern eines kleinen französischen Angriffs 
im Priesterwalde sind keine Ereignisse zu berichten. 
Neben ausgiebiger Aufklärungstätigkeit griffen unsere 
Flieger feindliche Bahnanlagen und Unterkunftsorte, 
besonders an der Eisenbahn Clermont—Verdun erfolg 
reich an. Es wurden drei feindliche Flugzeuge ver 
nichtet, zwei in der Champagne und eines im Maas 
gebiet. 
14. März. Je ein englisches Flugzeug wurde östlich von 
Arras und westlich von Bapaume von Leutnant Immel- 
mann abgeschossen. Die Insassen sind tot. Leutnant 
Bölke brachte zwei feindliche Flugzeuge hinter der 
französischen Linie über der Feste Marre und bei 
Malancourt (nordwestlich von Verdnn) zum Absturz; 
das letztere wurde von unserer Artillerie zerstört. Da 
mit haben beide Offiziere ihr zehntes und elftes feind 
liches Plugzeug ausser Gefecht gesetzt. 
15. März, Bei Neuve Chapelle sprengten wir eine vorge 
schobene englische Verteidigungsanlage mit ihrer Be 
satzung in die Luft. Links der Maas schoben schlesische 
Truppen mit kräftigem Schwung ihre Linien aus der 
Gegend westlich des Rabenwaldes auf die Höhe „Toter 
Mann“ vor. 25 Offiziere und über 1000 Mann vom 
Feinde wurden unverwundet gefangen. Viermal wieder 
holte Gegenangrriffe brachten den Franzosen keinerlei 
Erfolge, wohl aber empfindliche Verluste. — Leutnant 
Leffers schoss nördlich von Bapaume sein viertes feind 
liches Flugzeug, einen englischen Doppeldecker, ab. 
16. März, ln der Champagne machten die PTanzosen nach 
starker, aber unwirksamer Artillerievorbereitung gänzlich 
erfolglose Angriffe auf unsere Stellungen südlich von 
St. Souplet und westlich der Strasse Somme Py—Souain, 
die uns wenige, ihnen sehr zahlreiche Leute kosteten. 
Wir nahmen ausserdem dabei zwei Offiziere, 150 Mann 
unverwundet gefangen und erbeuteten zwei Maschinen 
gewehre. Links der Maas sind weitere Versuche des 
Feindes, uns den Besitz der Höhe „Toter Mann“ und 
der Waldstellungen nordöstlich davon streitig zu machen, 
im Keime erstickt worden.
        
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