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Full text: Berliner Leben Issue 19.1916

28. Februar, In der Champagne schritten nach wirk 
samer Feuervorbereitung unsere Truppen zum An 
griff beiderseits der Strasse Somme-Py — Souain. 
Sie eroberten das Gehöft Ravarin und beiderseits 
davon die französische Stellung in der Ausdehnung 
von über 1600 Meter, machten 26 Offiziere und 
1009 Mann zu Gefangenen und erbeuteten neun 
Maschinengewehre und einen Minenwerfer. Im 
Gebiet von Verdun erschöpften sich wiederum neu 
herangeführte feindliche Massen in vergeblichen 
Angriffsversuchen gegen unsere Stellungen in und 
bei der Feste Douaumont sowie auf dem Hardau- 
mont. Unsererseits wurde die Maashalbinsel von 
Champneuville vom Feinde gesäubert. Wir schoben 
unsere Linien in Richtung auf Vacherauville und 
Bras weiter vor. ln der Woevre wurde der Fuss 
der Cotes Lorraines von Osten her an mehreren 
Stellen erreicht. 
29. Februar. Oestlich der Maas stürmten wir ein 
kleines Panzerwerk dicht nordwestlich des Dorfes 
Douaumont. Erneute feindliche Angriffsversuche 
in dieser Gegend wurden schon in der Entwicklung 
erstickt. In der Woevre überschritten unsere 
Truppen Dieppe, Abaucourt, Blanzes. Sie säuberten 
das ausgedehnte Waldgebiet nordöstlich von 
Watronville und Haudimont und nahmen in 
tapferem Anlauf Manheulles und Champion. Bis 
gestern abend waren an unverwundeten Gefangenen 
gezählt 228 Offiziere, 16575 Mann. Ferner wurden 
78 Geschütze, darunter viele schwere neuester Art, 
86 Maschinengewehre und unübersehbares Material 
als erbeutet gemeldet. 
1. März. Die Artillerietätigkeit war auch gestern 
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an 
vielen Teilen der Front sehr rege, besonders auf feind 
licher Seite. An mehreren Stellen verfolgte der Gegner 
damit freilich nur Täuschungszwecke. Dagegen schien 
er im Yser-Gebiet, in der Champagne sowie zwischen 
Maas und Mosel bestrebt zu sein, uns ernstlich zu 
schädigen. Er erreichte das Ziel nicht. 
, März. Im Ysergebiet war der Feind mit Artillerie 
besonders tätig. Auf dem östlichen Maasufer opferten 
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der Franzosen an der Feste Douaumont abermals ihre 
Leute einem nutzlosen Gegenangriffsversuch. — (Oest- 
licher Kriegsschauplatz.) Auf dem nördlichen Teile 
der Front erreichten die Artilleriekämpfe teilweise 
grössere Lebhaftigkeit. 
3. März. Südlich von Ypern am Kanal brachen die Eng 
länder in die Stellung „Bastion“ ein, die wir ihnen am 
14, Februar abgenommen hatten, und stiessen sogar in 
schmaler Front bis zu unserem früheren vordersten 
Graben durch. Aus diesem wurden sie sofort wieder 
geworfen; in einzelnen Teilen der Bastion halten sie 
sich noch. Auf den Höhen östlich der Maas säuberten 
wir nach kräftiger Artillerievorbereitung das Don 
Douaumont und schoben unsere Linien westlich und 
südlich des Dorfes sowie der Panzerfeste in günstigere 
Stellungen vor. Ueber 1000 Gefangene und sechs 
schwere Geschütze wurden eingebracht. Unsere Flieger 
belegten im Festungsbereich von Verdun französische 
Truppen erfolgreich mit Bomben. — Leutnant Immel- 
mann schoss östlich von Douai sein neuntes feindliches 
Flugzeug ab, einen englischen Doppeldecker mit zwei 
Offizieren, von denen einer tot, der andere schwer- 
vewundet ist. 
4. März. S. M. S. „Möwe“, Kommandant Korvettenkapitän 
Burggraf und Graf zu Dohna-Schlodien, ist heute nach 
mehrmonatiger erfolgreicher Kreuzfahrt mit 4 englischen 
Offizieren, 29 englischen Seesoldaten und Matrosen, 
166 Köpfen feindlicher Dampferbesatzungen — darunter 
7. 
103 Indern — als Gefangenen sowie eine Million 
Mark in Goldbarren in einem heimischen Hafen 
eingelaufen. Das Schiff hat folgende feindliche 
Dampfer aufgebracht und zum grössten Teil ver 
senkt, zum kleineren als Prisen nach neutralen 
Häfen gesandt: „Corbridge“ 3687, „Author“ 3496, 
„Trader“ 3608, „Ariadne“ 3035, „Dromonby“ 3627, 
„Farringford“ 3146, „Clan Mactavish“ 5816, 
„Appam“ 7781, Westburn“ 3300, „Horace“ 3335, 
„Flamenco“ 4629, „Edinburgh“ (Segelschiff) 1473, 
„Saxon Prince“ 3471 Br.-Reg.-T. engl., „Maroni“ 
3109 Br.-Reg.-T. franz., „Luxemburg“ 4322 Brutto- 
Reg-T. belg. S. M. S. „Möwe“ hat ferner an 
mehreren Stellen der feindlichen Küste Minen ge 
legt, denen u. a. das englische Schlachtschiff „King 
Edward VII.“ zum Opfer gefallen ist. (Siehe 
Illustration in diesem Plefte.) 
5. März. Gegen Abend setzte lebhaftes feindliches 
Feuer auf verschiedenen Stellen der Front ein, 
zwischen Maas und Mosel war die französische 
Artillerie dauernd sehr tätig und beschoss zeit 
weise die Gegend von Douaumont mit besonderer 
Heftigkeit. Infanteriekämpfe fanden nicht statt. Um 
unnötige Verluste zu vermeiden, räumten wir 
gestern, den bei der Försterei Thiaville (nordöstlich 
von Badonviller) den Franzosen am 28. Februar 
entrissenen Graben vor umfassend dagegen ein 
gesetzten feindlichen Massenfeuer. 
6. März. Ein Teil unserer Marineluftschiöe hat in 
der Nacht vom 5. bis 6. März den Marinestütz 
punkt Hüll am Humber und die dortigen Dock 
anlagen ausgiebig mit Bomben beworfen; gute 
Wirkung beobachtet. Die Luftschiffe wurden heftig, 
aber ohne Erfolg beschossen. Sie sind sämtlich zurück 
gekehrt. - Westlicher Kriegsschauplatz. Lebhafte Minen- 
nkämpfe nordöstlich von Vermelles. Die englische In 
fanterie, die dort mehrfach zu kleineren Angriffen an 
setzte, wurde durch Feuer abgewiesen. Auf dem öst 
lichen Maasufer verlief der Tag im allgemeinen ruhiger 
als bisher. Immerhin wurden bei kleineren Kampf 
handlungen gestern und vorgestern an Gefangenen 14 
Offiziere, 934 Mann eingebracht. 
März. In der Champagne wurde in überraschendem 
Angriff östlich von Maisons de Champagne unsere 
Stellung zurückgewonnen, in der sich die Franzosen 
am 11. Februar festgesetzt hatten. 2 Offiziere, 150 
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