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Full text: Berliner Leben Issue 19.1916

Krieg s-Chronik. 
18. Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. Lens 
wurde wiederum lebhaft beschossen Zwei eng 
lische Flugzeuge unterlagen bei Passchendaele 
und Dadizeele (Flandern) im Luftkampf. Von 
den vier Insassen sind drei tot. Ein franzö 
sisches Flugzeug wurde bei Medewich (Moyen- 
vic) von einem unsere; Flieger abgeschossen. 
Führer und Beobachter sind gefangengenommen. 
19. Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. An der 
Yser-Front stiess eine kleine deutsche Abteilung in 
den feindlichen Graben vor und erbeutete ein 
Maschinengewehr. Nachts warfen feindliche 
Flieger Bomben auf Metz. Bisher ist nur Sach 
schaden gemeldet. Ein feindliches Flugzeug 
stürzte gegen Morgen südwestlich von Thiaucourt 
ab. — Oestlicher Kriegsschauplatz. Deutsche 
Flugzeuggeschwader griffen feindliche Magazin 
orte und den Flughafen von Tarnopol an. 
20. Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. Unsere 
Stellungen nördlich von Frelinghien wurden 
gestern abend von den Engländern unter Be 
nutzung von Rauchbomben in einer Breite von 
einigen hundert Metern angegriffen; der Feind 
wurde geschlagen, er hatte starke Verluste Feind 
liche Artillerie beschoss planmässig die Kirche 
von Lens. Ein englischer Kampfdoppeldecker 
mit zwei Maschinengewehren wurde bei Tourcoing 
von einem deutschen Flugzeug aus einem feind 
lichen Geschwader heruntergeholt. Die militärischen 
Anlagen in Nancy wurden gestern nacht von uns mit 
Bomben belegt. 
22. Januar. Aus Wien wird gemeldet: Die Waftenstreckung 
des montenegrinischen Fleeres, die die Vorbedingung 
für weitere Friedensverhandlungen bildet, ist im Gange. 
Die österreichisch-ungarischen Truppen traten zu diesem 
Zweck, jede Feindseligkeit unterlassend, den Vormarsch 
in das Innere des Landes an. König Nikita hat sein 
Land verlassen und ist mit seiner Familie nach Frank 
reich geflüchtet. 
23. Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Neuville 
(nördlich von Arras) bemächtigten sich unsere Truppen 
nach einer erfolgreichen Minensprengung der vordersten 
feindlichen Stellung in einer Breite von 250 Meter; wir 
machten 71 Franzosen zu Gefangenen. Militärische An 
lagen östlich von Beifort wurden mit Bomben belegt. 
24. Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. Ein feindliches 
Geschwader bewarf Metz mit Bomben, von denen je 
eine auf das bischöfliche Wohngebäude und in einen 
Lazaretthof fiel. Ein Flugzeug des Geschwaders wurde 
im Luftkampf abgeschossen. Unsere Flieger bewarfen 
Bahnhöfe und militärische Anlagen hinter der feind 
lichen Front; sie behielten dabei in einer Reihe von 
Luftkämpfen die Oberhand. — Oestlicher Kriegsschau 
platz. Nördlich von Dünaburg wurde von unserer Ar 
tillerie ein russischer Eisenbahnzug in Brand ge 
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schossen — Luftangriff auf Dover. In der Nacht vom 
22. zum 23. Januar belegte eins unserer Wasserflug 
zeuge den Bahnhof, Kasernen und Dockanlagen von 
Dover mit Bomben. Ausserdem haben am 23. Januar 
nachmittags zwei unserer Wasserflugzeuge die Luft 
schiffhallen in Hougham (westlich Dover) mit Bomben 
belegt; starke Brandwirkung wurde einwandfrei festge 
stellt 
25 Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. In Flandern 
nahm unsere Artillerie die feindlichen Stellungen unter 
kräftiges Feuer Patrouillen, die an einzelnen Stellen 
in die stark zersclu issenen Gräben des Gegners eindrangen, 
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stellten grosse Verluste bei ihm fest. Der Templer 
turm und die Kathedrale von Nieuport, die dem 
Feinde gute Beobachtungsstellen boten, wurden 
umgelegt. Oestlich von Neuville griffen unsere 
Truppen im Anschluss an erfolgreiche Minen 
sprengungen Teile der vordersten französischen 
Gräben an, erbeuteten 3 Maschinengewehre und 
machten über hundert Gefangene. Deutsche Flug 
zeuggeschwader griffen die militärische Anlagen 
von Nancy und den dortigen Flughafen sowie die 
Fabriken von Baccarat an. 
26. Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. Die Fran 
zosen versuchten durch eine grosse Zahl von 
Gegenangriffen die ihnen entrissenen Gräben öst 
lich von Neuville zurückzugewinnen. Sie wurden 
jedesmal, mehrfach nach Flandgemenge, abge 
wiesen. Marineflugzeuge griffen militärische An 
lagen des Feindes bei La Panne, unsere Heeres 
flugzeuge die Bahnanlagen von Loo (südwestlich 
von Dixmude) und von Bethunen an. 
27. Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. In Ver 
bindung mit einer Beschiessung unserer Stellun 
gen im Dünengelände durch die feindliche Land 
artillerie belegten feindliche Monitoren die Gegend 
von Westende mit ergebnislosem Feuer. Beider 
seits der Strasse Vimy — Neuville stürmten 
unsere Truppen nach vorangegangener Sprengung 
die französische Stellung in einer Ausdehnung von 
500—600 Meter, machten einen Offizier, 52 Mann 
zu Gefangenen und erbeuteten ein Maschinen 
gewehr und drei Minenwerfer. 
28. Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. Vielfache 
Beschiessung von Ortschaften hinter unserer Front durch 
die Franzosen beantworteten wir mit Feuer auf Reims. 
29. Januar, Westlicher Kriegsschauplatz. Nordwestlich 
des Gehöftes La Folie (nordöstlich von Neuville) stürm 
ten unsere Truppen die feindlichen Gräben in 1500 
Meter Ausdehnung, brachten 237 Gefangene, darunter 
einen Offizier, und 9 Maschinengewehre ein. Vor der 
kürzlich genommenen Stellung bei Neuville brachen 
wiederholte französische Angriffe zusammen, jedoch ge 
lang es dem Feinde, einen zweiten Sprengtrichter zu 
besetzen. Im Westteil von St.-Laurent (bei Arras) 
wurde den Franzosen eine Häusergruppe im Sturm ent 
rissen. Südlich der Somme eroberten wir das Dorf 
Frise und etwa tausend Meter der südlich anschliessenden 
Stellung. Die Franzosen Hessen unverwundet zwölf 
Offiziere, 927 Mann sowie 13 Maschinengewehre und 
vier Minenwerfer in unserer Hand. 
30. Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. An und südlich 
der Strasse Vimy — Neuville dauerten die Kämpfe um 
den Besitz der von uns genommenen Stellung an. Ein 
französischer Angriff wurde abgeschlagen. Die südlich 
der Somme eroberte Stellung hat eine Ausdehnung von 
3500 Meter und eine Tiefe von 1000 Meter. Im ganzen 
sind dort 17 Offiziere, 1270 Mann, darunter einige 
Engländer, in unsere Hand gefallen. (Siehe Illustration 
in diesem Heft.) 
31. Januar. Westlicher Kriegsschauplatz. Unsere neuen 
Gräben in der Gegend von Neuville wurden gegen
        
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