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Full text: Berliner Leben Issue 18.1915

Illustrierte Kriegs-Chronik des „Berliner Leben“ 
20. Februar. In der Champagne nördlich Perthes und 
nördlich Lcsmenils griffen die Franzosen gestern mit 
sehr starken Kräften an. Alle Versuche des Gegners, 
unsere Linie zu durchbrechen, scheiterten. An einigen 
kleinen Stellen gelang es ihm, in unsere vordersten 
Gräben einzudringen. Dort wird noch gekämpft; im 
übrigen wurde der Gegner unter schweren Verlusten 
zurückgeworfen. Auch nördlich Verdun wurde ein 
französischer Angriff abgeschlagen. Bei Combres 
machten die Franzosen nach heftiger Artillerievor 
bereitung erneute Vorstösse, der Kampf ist noch im 
Gange. In den Vogesen nahmen wir die feindliche 
Hauptstellung aut den Höhen östlich Sulzern in einer 
Breite von zwei Kilometer sowie den Reichsackerkopf 
westlich Münster im Sturm. Um die Höhen nördlich 
Mühlbach wird noch gekämpft. Metzeral und Sondernach 
wurden nach Kampf von uns besetzt. — In der Gegend 
nordwestlich Grodno und nördlich Suchalow ist keine 
wesentliche Aenderung eingetreten. Südöstlich Kolno 
ist der Feind in die Vorstellungen von Lomza zurück 
geworfen. Südlich Myszyniec und nordöstlich Prasznysz 
und östlich Racionz fanden Kämpfe von örtlicher Be 
deutung statt. Südlich der Weichsel nichts Neues. — 
In Russisch-Polen hielt auch gestern verstärktes Geschütz- 
und Gewehrfeuer an. Um die im Raume südlich 
Tarnow und am Dunajec eroberten russischen Stellungen 
entwickelten sich heftigere Kämpfe. Gegenangriffe des 
Feindes wurden mehrmals zurückgeschlagen. An der 
Karpathenfront ist die allgemeine Situation bis in die 
Gegend von Wyszkow unverändert; es wird nahezu 
überall gekämpft. In Südostgalizien konnte der Feind 
seine starke Stellungen nördlich Nadworna nicht be 
haupten. Dem letzten entscheidenden Angriffe aus 
weichend, zog er in Richtung Stanislau ab, verfolgt 
von der österreichisch-ungarischen Kavallerie. — Im 
englischen Kanal wurde von einem unserer Untersee 
boote ein englischer Militärtransportdampfer versenkt. — 
Der Dampfer „Cambank“, der sich auf der Fahrt von 
Cardiff nach Liverpool befand, wurde auf der Höhe der 
Insel Anglesea von einem deutschen Unterseeboot ohne 
Warnung torpediert. 
21. Februar. Bei Nieuport liet ein feindliches Schiff, 
anscheinend Minensuchschiff, auf eine Mine und sank. 
Feindliche Torpedoboote verschwanden, als sie be 
schossen wurden. An der Strasse Gheluvelt-Ypern so 
wie am Kanal südöstlich Ypern nahmen wir je einen 
feindlichen Graben. Einige Gefangene wurden gemacht. 
In der Champagne herrschte gestern nach den schweren 
Kämpfen der vergangenen Tage verhältnismässige Ruhe. 
Bei Combres wurden drei mit starken Kräften und 
grosser Hartnäckigkeit geführte französische Angriffe 
unter schweren feindlichen Verlusten abgeschlagen. Wir 
machten zwei Offiziere, 125 Franzosen zu Gefangenen. 
In den Vogesen schritt unser Angriff weiter vorwärts. 
In der Gegend südöstlich Sulzern nahmen wir Hohrod- 
berg, die Höhe bei Hohrod und die Gehöfte Bretzel 
und Widenthal. — In Gegend nordwestlich Grodno ist 
auch gestern noch keine wesentliche Aenderung ein 
getreten. Nördlich Ossowiez, südöstlich Kolno und 
auf der Front zwischen Prasznysz und Weichsel (östlich 
Plock) nehmen die Kämpfe ihren Fortgang. — Die 
Situation in Polen und Westgalizien ist im allgemeinen 
unverändert. Der gestrige Tag ist ruhig verlaufen. In 
den Kämpfen an der Karpathenfront von Dukla bis 
Wyszkow wurden wieder mehrere russische Angriffe 
unter schweren Verlusten des Gegners zurückgeschlagen, 
der hierbei auch 750 Mann an Gefangenen verlor. 
22. Februar. Oestlich Ypern wurde gestern wieder ein 
feindlicher Schützengraben genommen. Feindliche 
Gegenangriffe auf die gewonnenen Stellungen blieben 
erfolglos. In der Champagne herrschte auch gestern 
verhältnismässige Ruhe. Die Zahl der gefangen ge 
nommenen Franzosen hat sich auf 15 Offiziere und 
über 1000 Mann erhöht. Die blutigen Verluste des 
Feindes haben sich als überaus hoch herausgestellt. 
Gegen unsere Stellungen nördlich Verdun hat der 
Gegner gestern und heute Nacht ohne jeden Erfolg 
angegriffen. In den Vogesen wurden die Orte Hohrod 
und Stossweier nach Kampf genommen. — Die Ver 
folgung nach der Winterschlacht in Masuren ist beendet. 
Bei der Säuberung der Wälder nordwestlich von Grodno 
und bei den, in den letzten Tagen gemeldeten Ge 
fechten im Bobr- und Narewgebiet wurden bisher ein 
Kommandierender General, zwei Divisionskommandeure, 
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