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Full text: Berliner Leben Issue 18.1915

war ja krank! Krank? Er fühlte sich auf einmal so 
frisch, so klar und frei, so, als ob das Schluchzen 
alle schweren Gedanken weggeschwemmt, als ob des 
Dackeli’s Blut die Vergangenheit verlöscht hätte. 
„Glauben Sie, dass ich gesund werden kann?“ 
waren die ersten Worte, die Eva von ihm hörte. 
Und in dem Ton lag so viel Kraft, so viel Hoff 
nung, dass sie staunend aufsah. 
„Gewiss werden Sie ganz gesund, sobald Sie es 
selbst wirklich wollen,“ antwortete sie freudig er 
regt. „Aber hat es denn einen Zweck, dass ich 
gesund werde?“ fuhr er fort, „wer kümmert sich 
denn um mich?“ dann nahm er ihre kleine Hand 
fest in die seine: „das arme Dackeli ist in den 
Tod gegangen für mich, wissen Sie das, Eva?“ 
Sie zitterte. Mit klarer Stimme sprach er weiter: 
„Ihn hätte eine liebende Herrin erwartet nach dem 
Krieg — wer wartet auf mich, wenn ich gesund 
bin, gibt es für mich eine liebende Herrin? Bis 
zum Tode wollte ich ihr danken, wenn sie mich, 
den armen Verlassenen lieben könnte, so wie ich 
sie liebe.“ Jetzt beugte er sich hinunter zu dem 
braunen Gesichtchen mit den glänzenden Augen 
und fragte wieder: „Soll ich gesund werden?“ „Ja, 
Du sollst,“ flüsterte Eva. Dann kniete sie nieder und 
küsste das tote Dackeli auf das schwarze Köpfchen. 
Der Russische Hof, Hotel Friedrichsbahnhof a°s Hotels. 
Direktion Wilhelm Krause, Georgenstr. 21-22 
vollständig neu hergerichtet, dem Ausgange des Bahnhof Friedrichstrasse gegenüber, hat 
die Winter-Saison in seinem vornehmen behaglichen Restaurant eröffnet. Der Eingang ist durch 
die Hotel-Vorhalle. Musikdirektor Philippi mit seiner Künstler-Kapelle bietet musikalische 
Genüsse. Der jetzigen Zeit entsprechend ist alles aufgeboten worden, den Gasten durch vorzüg 
liche Küche bei massigen Preisen, gut gepflegte Weine, sowie Biere vom Fass, den Aufenthalt 
in diesen Räumen möglichst angenehm zu gestalten. 
12. November. Balkan-Kriegsschauplatz. Südlich der 
Linie Kraljevo—Trstenik ist der erste Gebirgskamm 
überschritten. Im Rasina-Tal südwestlich von Krusevac 
drangen unsere Truppen bis Dupoi vor. Weiter östlich 
ist Ribare und das dicht dabei liegende Ribarska-Banja 
erreicht. Gestern wurden über 1700 Gefangene gemacht 
und 11 Geschütze erbeutet. 
14. November. Balkan-Kriegsschauplatz. Die Armeen der 
Generale von Kövess und von Gailwitz warfen auf der 
ganzen Front in teilweise hartnäckigen Kämpfen den 
Gegner erneut zurück. 13 Offiziere, 1760 Mann wurden 
gefangengenommen und zwei Geschütze erbeutet. 
15. November. Westlicher Kriegsschauplatz. Nordöstlich 
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von Ecurie wurde ein vorspringender französischer 
Graben von 300 Meter Breite nach heftigem Kampfe 
genommen und mit unserer Stellung verbunden. — 
Balkan-Kriegsschauplatz. Die Verfolgung blieb überall 
im Fluss. Gestern wurden im ganzen über 8500 Ge 
fangene und 12 Geschütze eingebracht. Davon durch 
die bulgarischen Truppen etwa 7000 Mann und sechs 
Geschütze. 
16. November. Westlicher Kriegsschauplatz. Drei Versuche 
der Franzosen, uns den am 14. November nordöstlich 
von Ecurie genommenen Graben wieder zu entreissen, 
scheiterten. Die vielfache Beschiessung von Lens durch 
die feindliche Artillerie hat in dem Zeitraum vom 22. 
Oktober bis 12. November 33 Tote und 55 Verwundete 
an Oplern unter den Einwohnern gefordert. Militärischer 
Schaden ist nicht entstanden. 
17. November. Oestlicher Kriegsschauplatz. Russische 
Zerstörer beschossen gestern an der Nordspitze von 
Kurland Petragge und die Gegend südwestlich davon. 
Sonst ist die Lage unverändert. —• Balkan-Kriegsschau 
platz. Die Verfolgung im Gebirge machte weitere gute 
Fortschritte; die Serben vermochten ihr nirgends nennens 
werten Aufenthalt zu bereiten. Heber 2000 Gefangene, 
ein Maschinengewehr und zwei Geschütze blieben in 
unserer Hand. 
18. November. Westlicher Kriegsschauplatz. Die Engländer 
versuchten gestern früh einen Llandstreich gegen unsere 
Stellung an der Strasse Messines-Armenticres; sie 
wurden abgewiesen. — Balkan-Kriegsschauplatz. 
Die verbündeten Armeen haben in der Verfolgung 
die allgemeine Linie Davor — nördlich Raska- 
Kursumlija-Radan-Oruglicaerreicht. Unsere Trup. 
pen fanden Kursumlija von den Serben verlassen 
und ausgeplündert vor. Es wurden mehrere 
hundert Gefangene und einige Geschütze ein 
gebracht. 
19. November. Westlicher Kriegsschauplatz. Ein 
deutsches Flugzeuggeschwader griff englische 
Truppenlager westlich von Poperinghe an. — 
Balkan-Kriegsschauplatz. Bei den gestrigen erfolg 
reichen Verfolgungskämpfen wurden rund 5000 
Serben gefangengenommen. 
20. November. Westlicher Kriegsschauplatz. Feind 
liche Monitoren, die Westende beschossen, zogen 
sich vor dem Feuer unserer Küstenbatterien 
wieder zurück. — Balkan-Kriegsschauplatz. Nova 
Varos, Sjenica und Raska sind besetzt. Im Ibar- 
Tal ist Dren, östlich des Kopaonik ist Prepolac 
erreicht. 2800 Serben wurden gefangengenom 
men, 4 Geschütze wurden erbeutet. 
21. November. Westlicher Kriegsschauplatz. Unsere 
Flugzeuge warfen auf die Bahnanlagen von 
Poperinghe und Furnes eine grössere Zahl Bomben 
ab; es wurden Treffer beobachtet. Der englische 
Oberbefehlshaber sagt in seinem Bericht vom 
15. Oktober über unseren Angriff südwestlich von 
Loos am 8. Oktober, dass nach zuverlässigen 
Schätzungen 8000 bis 9000 gefallene Deutsche 
vor der englisch-französischen Stellung gelegen 
hätten. Diese Behauptung ist freie Erfindung. 
Unser Gesamtverlust an Gefallenen, Vermissten und den 
ihrerVerwundungErlegenen betrug 763 Mann. — Balkan- 
Kriegsschauplatz. Deutsche Truppen der Armee des 
Generals von Kövess haben Novipasar besetzt. Die 
Armee des Generals von Gallwitz und der rechte Flügel 
der Armee des Generals Bojadjiefl kämpfen um den 
Austritt in das Lab-Tal nördlich von Pristina. Die 
Zahl der am 19. November gefangengenommenen Serben 
erhöht sich auf 3800, gestern wurden über 4400 Mann 
gefangengenommen.
        
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