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Full text: Berliner Leben Issue 18.1915

zosen nach stundenlanger Artillerievorbereitung die 
Stellung östlich des Navarin-Gehöftes an, gelangten 
stellenweise bis in die Gräben, wurden aber durch 
Gegenangriff wieder hinausgeworfen und liessen bei 
erheblicher blutiger Einbusse einen Offizier und 100 
Mann als Gefangene in unseren Händen. In Französisch- 
Lothringen verloren die Franzosen die vielumstrittene 
Höhe südlich Leintrey; ein Offizier und 70 Mann, ein 
Maschinengewehr und vier Minenwerfer blieben bei 
uns. — Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des 
Gencralfeldmarschalls von Hindenburg. Vor Dünaburg 
ist Garbunowka (südlich von Illuxt) und die feindliche 
Stellung beiderseits des Ortes in vier Kilometer Breite 
erstürmt; fünf Offiziere, 1356 Mann sind gefangenge- 
genommen, zwei Maschinengewehre erbeutet. Heeres 
gruppe des Generals von Linsingen. Südwestlich von 
Pinsk sind die Orte Komor}^ und Prykladniki im Sturm 
genommen. Nördlich und nordwestlich von Czartor} r sk 
ist der Feind hinter den Styr zurückgeworfen. Seine 
Angriffe nördlich der Bahn Kowel-Rowno scheiterten. — 
Balkan-Kriegsschauplatz. Zwei Armeen einer unter dem 
Generalfeldmarschall von Mackensen neugebildeten 
Heeresgruppe haben mit ihren Hauptteilen die Save und 
Donau überschritten. Nachdem die deutschen Truppen 
der Armee des k. u. k. Generals der Infanterie von 
Koevess sich der Zigeunerinsel und der Höhen südwest 
lich von Belgrad bemächtigt hatten, gelang es der Armee, 
auch den grössten Teil der Stadt Belgrad in die Hand 
der Verbündeten zu bringen. Oesterreichische Truppen 
stürmten die Zitadelle und den Noidteil Belgrads, 
deutsche Truppen den neuen Konak. Die Truppen 
sind im weiteren Vordringen durch den Südteil der 
Stadt. Die Armee des Generals der Artillerie v. Gailwitz 
erzwang den Donauübergang an vielen Stellen an der 
Strecke abv\ ärts Semendria und drängt den Feind über 
all nach Süden vor sich her. 
10. Oktober. Westlicher Kriegsschauplatz. An der Höhe 
östlich von Souchez verloren die Franzosen einige 
Gräben und büsslen ein Maschinengewehr ein. Bei 
Pahure in der Champagne gewannen wir von dem 
verlorenen Boden auf einer Frontbreite von etwa vier 
Kilometer im Gegenangriff mehrere hundert Meter 
zurück. — Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe 
des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Die Russen 
versuchten, die ihnen bei Garbunowko (westlich von 
Dünaburg) entrissenen Stellungen wiederzunehmen; es 
kam zu heftigen Nahkämpfen, die mit dem Zurück 
werfen des Feindes endigten. Nördlich der Bahn 
Dünaburg—Poniewiez westlich von Illuxt wurden die 
feindlichen Stellungen in etwa acht Kilometer Breite 
genommen, sechs Offiziere, 750 Gefangene fielen in 
unsere Hand, fünf Maschinengewehre wurden erbeutet. 
Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Südwestlich 
von Pinsk ist das Dorf Sinczyczy im Sturm genommen. 
Die Kavallerie-Kämpfe bei Kuchocka-Wola sowie in 
der Gegend von Jeziercy dauern an. Die Armee des 
Generals Grat Bothmer schlug starke russische Angriffe 
nordwestlich von Tarnopol zurück. — Balkan-Kriegs 
schauplatz. Die Stadt Belgrad und die im Südwesten 
und Südosten vorgelagerten Höhen sind nach Kampf 
in unserem Besitz. Auch weiter östlich wurde der 
Feind, wo er standhielt, geworfen. Unsere Truppen 
sind im weiteren Vorschreiten. 
11 Oktober. Westlicher Kriegsschauplatz. Unsere Kampf 
flieger erledigten gestern vier feindliche Flugzeuge. 
Elin englisches Flugzeug stürzte östlich von Poperinghe 
ab. Nordwestlich von Lille zwang Leutnant Immelmann 
einen englischen Kampfdoppeldecker in 4000 Meter 
Höhe nieder. Dieser Offizier hat damit innerhalb kurzer 
Zeit vier feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht. 
Ferner wurde in der Champagne bei Somme-Py und 
auf den Maashöhen westlich von Hattonchatel je ein 
französischer Kampfdoppeldecker im Luftkampf abge 
schossen. Wir büssten ein Beobachtungsflugzeug südlich 
des Priesterwaldes ein. Oestlicher Kriegsschauplatz. 
Heeresgruppe des Generals von Linsingen. ln den 
Kavalleriekämpfen in der Gegend von Kuchocka—Wola 
ist der Gegner hinter die Abschnitte der Beziminnaja 
und Wiesiolucha geworfen. Bei Jeziercy sind die 
Gefechte noch nicht abgeschlossen; nördlich von Biels 
kaja—Wola ist der F'eind vertrieben. Die Armee des 
Generals Grafen Bothmer wies erneut starke feindliche 
Angriffe ab. Deutsche Truppen nahmen die Höhe 
südlich Hladki (am Sereth 15 Kilometer nordwestlich 
von Tarnopol) und schlugen 3 aus dem Dorfe Hladki 
angesetzte russische Vorstösse zurück. — Balkan-Kriegs 
schauplatz. Aul der Front zwischen Sabac und Gradiste 
ist der Donau-Uebergang vollendet. Südlich von Belgrad 
sind die Höhen zwischen Zarkowo und Mirijewo er 
obert. AVeiter östlich ist der Angriff im Gange. Die 
Anafemastellung im Donaubogen von Ram wurde er 
stürmt; weiter unterhalb bis Orsowa finden stellenweise 
Artilleriekämpfe statt. Die deutschen Truppen machten 
bisher 14 Offiziere, 1542 Mann zu Gefangenen und er 
beuteten 17 Geschütze (darunter 2 schwere), sowie fünf 
Maschinengewehre. 
12. Oktober. Westlicher Kriegsschauplatz. Stärkere An 
griffe gegen die Front von nordöstlich von Souchez bis 
östlich von Neuville brachen, stellenweise unter sehr 
erheblichen Verlusten für den Feind, zusammen. Auch 
in der Champagne endeten französische Angriffe beider 
seits Tahure mit einem empfindlichen Rückschlag für 
den Feind. — Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeres 
gruppe des Gencralfeldmarschalls v. Hindenburg. Auf 
der Westfront von Dünaburg führte unser Angriff zur 
Erstürmung der feindlichen Stellungen westlich von 
Illuxt in zweieinhalb Kilometer Frontbreite. 3 Offiziere, 
367 Mann sind gefangengenommen, ein Maschinen 
gewehr ist erbeutet. Russische Gegenangriffe wurden 
abgeschlagen. — Balkan-Kriegsschauplatz. Auf der 
ganzen Front macht unsere Vorwärtsbewegung gute 
Fortschritte. Stadt und Feste Semendria sind gestern 
von unseren Truppen genommen. 
13. Oktober. AVestlicher Kriegsschauplatz. In der Cham 
pagne scheiterte gestern abend ein französischer Angriff 
südlich von Tahure. Ein an derselben Stelle heute 
früh wiederholter, in mehreren Wellen geführter Angriff 
brach gänzlich zusammen. — Oestlicher Kriegsschauplatz. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. 
AA^estlich Dünaburg brach ein russischer Angriff in 
unserm Artilleriefeuer zusammen. Eins unserer Luft 
schiffe belegte in vergangener Nacht die befestigte und 
mit Truppen angcfüllte Stadt Dünaburg ausgiebig mit 
Bomben. — Balkan-Kriegsschauplatz. Der AViderstand 
der Serben konnte unsere Vorwärtsbewegung nur wenig 
aufhalten. Südlich von Belgrad wurden Dorf Zeleznik 
und Höhen östlich beiderseits der Topoiderska gestürmt. 
Der Angriff auf Pozarevac ist im günstigen Fortschreiten. 
Die Strasse Pozarevac—Gradiste ist in südlicher Richtung 
überschritten. 
14. Oktober. Westlicher Kriegsschauplatz. AVährend feind 
liche Monitore die Küste bei Westende und die feindliche 
Artillerie unsere Stellungen nördlich von Ypern ohne 
Erfolg beschossen, setzten die Engländer fast aut der 
ganzen FYont zwischen Ypern und Loos hinter Rauch- 
und Gaswolken zum Angriff an, der gänzlich scheiterte. 
An mehreren Stellen schlug die Rauchwolke in die 
feindlichen Gräben zurück. Nur nordöstlich und östlich 
ATrmelles konnten die Engländer in unseren vordersten 
Gräben an kleinen Stellen Fuss fassen, aus denen sie 
grösstenteils mit Handgranaten schon wieder vertrieben 
sind. F'ünf Angriffe ohne Benutzung von Rauchwolken, 
aber mit starken Kräften gegen die Stellungen westlich 
von Hulluch sind unter schweren Verlusten für den Feind 
abgeschlagen. In der Champagne setzten die Franzosen 
ihre Angriffe beiderseits von Tahure mit äusserster Er 
bitterung fort. Fünf Angriffe südlich, zwei nördlich der 
Strasse Tahure—Souain brachen unter schweren Verlusten 
für die Angreifer zusammen. — Balkan-Kriegsschauplatz. 
Südlich von Belgrad sind unsere Truppen im weiteren 
Vorgehen. Die Werke der West-, Nord-, Ost- und 
Südostfront des festungsartig ausgebauten Ortes Pozarevac 
sind genommen. — Die Agence Havas, das amtliche 
Nachrichtenorgan der französischen Regierung, wagt 
zu behaupten, der im deutschen Tagesbericht vom 
3. Oktober veröffentlichte Befehl des Generals Joffre sei 
deutscherseits erfunden. Demgegenüber wird festge 
stellt, dass mehrere Urabzüge des Befehles in deutschen 
Händen sind. 
Q. Schmechten 
Gegründet 1853 
Hof - Pianoiorte - Fabrikant 
BERLIN SW. 68 
nur: Kochstr. 62
        
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