Path:

Full text: Berliner Leben Issue 18.1915

auf dieses Werk haben die Engländer ausser den 
sonstigen sehr beträchtlichen Verlusten an Toten und 
Verwundeten über 80 Gefangene und zwei Minenwerfer 
in unserer Hand gelassen. Das von den Franzosen an 
der Höhe nordwestlich Givenchy besetzte Grabenstück 
ist gestern zurückerobert, vier französische Maschinen 
gewehre wurden dabei erbeutet. In der Champagne 
lag stärkeres feindliches Artilleriefeuer auf der Stellung 
nordwestlich von Souain, wo auch Angriffsabsichten 
beim Feinde erkennbar waren. Unser Artilleriefeuer 
verhinderte ein feindliches Vorgehen. Bei Vauquois 
kamen wir mit Minensprengungen dem Feinde zuvor, 
zahlreiche feindliche Minenstollen wurden abgequetscht. 
Feindliche Flieger bewarfen den Ort Biache St. Vaast 
nordöstlich Arras mit Bomben, ein Einwohner wurde 
getötet, sonst entstand kein Schaden. — Oestlicher 
Kriegsschauplatz. Russische Patrouillen tragen, wie 
einwandfrei festgestellt ist, zur Täuschung unserer 
Truppen deutsche Helme. Es ist selbstverständlich, 
dass solche russische Militärpersonen, wenn sie in unsere 
Hände fallen, nach dem Kriegsrecht behandelt werden. 
6. Oktober. Westlicher Kriegsschauplatz An der Höhe 
nordöstlich Neuville wurde ein französischer Hand 
granatenangriff abgewiesen, ln der Champagne ver 
suchten die Franzosen auch gestern, auf der bisherigen 
Angriffsfront die Offensive wiederaufzunehmen. Mit 
starkem Artilleriefeuer, das sich nachmittags zu grösster 
Heftigkeit steigerte, glaubte der Feind unsere Stellung 
für den allgemein beabsichtigten Angriff sturmreil 
machen zu können, während er auf der ganzen Front 
seine Sturmtruppen bereitstellte. Unter unserem auf 
der feindlichen Ausgangsstellung liegenden Artillerie 
feuer gelang es den Franzosen nur an einigen Stellen, 
ihre Truppen zum Sturm vorzubringen, und wo sie 
stürmten, wurden sie wieder unter schweren Verlusten 
zurückgeworfen. So brachen die an der Strasse Somme- 
Py—Souain mehrfach wiederholten Sturmanläufe gänz 
lich zusammen. Auch nördlich wie nordöstlich der 
Beausejour-Ferme und nordwestlich von Ville-sur-Tourbe 
waren die Angriffe völlig erfolglos. In dem englischen 
Bericht vom 1. 10. 15. wird behauptet, dass die Engländer 
im Luftkampf die Oberhand über unsere Flieger 
gewonnen hätten. Hierüber gibt folgende Zusammen 
stellung den besten Aufschluss: Im Monat September 
sind an deutschen Flugzeugen verlorengegangen: Im 
Luftkampf 3, vermisst 2, durch Abschuss von der FIrde 
aus 2. Im ganzen 7 Flugzeuge. Im gleichen Zeitraum 
verloren unsere Gegner: Engländer und Franzosen: 
Im Luftkampf 4 — 11, durch Abschuss von der Firde 
aus 1 — 4, durch Landung in und hinter unserer Linie 
3 — 7. Im ganzen acht und 22 gleich 30 Flugzeuge. — 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des General 
feldmarschalls von Hindenburg. Der Feind hat gestern 
zwischen Dryswjaty-See und Krewo erneut zu grösseren 
Angriffen angesetzt; sie sind abgeschlagen oderim Feuer 
zusammengebrochen. Anfangserfolge erzielte der Feind 
bei Kosjany und hart südlich des Wiszniew-Sees; durch 
Gegenangriffe wurde die Lage für uns unter schweren 
Verlusten für den Feind wiederhergestellt. 
7. Oktober. Westlicher Kriegsschauplatz. Die französische 
Offensive in der Champagne nahm ihren Fortgang. Nach 
starkem nach und nach bis zu äusserster Heftigkeit ge 
steigerten Artilleriefeuer setzten gestern mit Tagesgrauen 
die Angriffe wieder ein. Nordwestlich Souain brachen 
unter schwersten Verlusten und Einbusse von zwei 
Offizieren, 180 Mann an Gefangenen 6 Massenangrifte 
der F'ranzosen zusammen. Westlich der Strasse Somme- 
LOHSES 
NEUE 
FEIN 
SEIFEN 
in runder Form 
N21760 
Stuck QO Karton IA.2,T5 
ar/umene 
<J> 
KÖNIGLICHER 
HOFLIEFERANT 
Py—Souain konnten in Richtung Ste. Marie Teile von 
zwei neueingetroffenen Divisionen an einer Stelle über 
unsere vorderste Linie Vordringen. Durch sofort ein 
setzenden Gegenangriff wurde der Feind wieder hinaus 
geworfen. 12 Offiziere, 29 Unteroffiziere, 550 Mann 
blieben als Gefangene in unserer Haud. 2 Maschinen 
gewehre wurden erbeutet. Oestlich der genannten 
Strasse konnte der Feind bei seinen Massenangriffen 
keinen nennenswerten Erfolg erzielen. Gegen ein kleines 
Grabenstück östlich des Navarin-Gehöftes, in dem er 
sich halten konnte, ist der Gegenangriff im Gange. Nur 
bei und nördlich Tahure gelang es dem Feinde nach 
hin und her wogendem Gefecht etwa 800 Meter Raum 
zu gewinnen. Der Angriff kam durch unsere Gegen 
angriffe zum Stehen. Die Versuche des Feindes, die 
Stellung nördlich und nordöstlich des Beausejour-Gc- 
höftes zu durchbrechen, scheiterten gänzlich. Wo der 
Feind bis in unsere Gräben vorstossen konnte, wurde 
er niedergemacht oder gefangengenommen. Die Stellung 
ist restlos in unserem Besitz. 8 Offiziere, 300 Mann 
wurden als Gefangene abgeführt, 3 Maschinengewehre 
dem Feinde abgenommen. — Oestlicher Kriegsschauplatz. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. 
Vor Dünaburg drangen unsere Truppen in 5 Kilometer 
Breite in die feindliche Stellung ein. Südlich des 
Dryswjaty-Sees ist der F'eind weiter zurückgedrängt; eine 
attackierende russische Kavallerie-Brigade wurde zu 
sammengeschossen. Zwischen dem Boginskoje-See und 
der Gegend von Smorgon wiederholten die Russen ihre 
verlustreichen Durchbruchsversuche, die ohne Ausnahme, 
zum Teil nach Nahkampf, gescheitert sind. Es sind 
11 Offiziere, 1300 Mann zu Gefangenen gemacht. Bei 
Raggasem (an der Rigaer Bucht) wurde ein russisches 
Torpedoboot durch unsere Landbatterien schwer be 
schädigt. — Balkan-Kriegsschauplatz. Deutsche 
und österreichisch-ungarische Truppen haben die Drina, 
die Save und Donau an mehreren Stellen überschritten 
und auf dem östlichen Drina- und südlichen Save- und 
Donauufer festen Fuss gefasst. 
8. Oktober. Westlicher Kriegsschauplatz. Nach den ver 
geblichen Durchbruchsversuchen der F'ranzosen am 5. 
und 6. Oktober war der gestrige Tag in der Champagne 
verhältnismässig ruhig Das Grabenstück östlich des 
Navarin-Gehöftes, das die Franzosen noch besetzt hielten 
wurde vormittags durch Gegenangriff gesäubert, wobei 
einige Gefangene und zwei Maschinengewehre in 
unsere Hand fielen. Gegen Abend nahm das feindliche 
Artilleriefeuer wieder zu, nachts kam es an einzelnen 
Stellen zu Infanterieangriffen, die sämtlich abgewiesen 
wurden. Bei einem erfolgreichen Vorstoss auf eine vor 
geschobene feindliche Stellung südlich von Ste. Marie ä Py 
nahmen wir dem Feinde sechs Offiziere und 250 Mann 
Gefangene ab. Oestlich der Argonnen bei Malancourt 
wurden mehrere feindliche Minenstollen durch Sprengung 
zerstört. — Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe 
des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Russische 
Angriffe nördlich von Kosjany und südlich des Wiszniew- 
Sees sind abgeschlagen. — Balkan-Kriegsschauplatz. 
Der Ucbergang über die Drina, Save und Donau nimmt 
einen günstigen Verlauf. Südwestlich von Belgrad sind 
vier Offiziere, 296 Mann zu Gefangenen gemacht und 
zwei Maschinengewehre erbeutet. Gegenüber von Ram 
fielen nach Kampf drei Geschütze in unsere Hand. 
9. Oktober. Westlicher Kriegsschauplatz. Nordöstlich von 
Vermelles schlug ein starker englischer Angriff unter 
grossen Verlusten fehl. Bei einem örtlichen deutschen 
Angiiff wurden südwestlich des Dorfes Loos kleine 
Fortschritte erzielt. In der Champagne griffen die Fran-
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.