Path:

Full text: Berliner Leben Issue 18.1915

von Souchez und nördlich von Neuville Raum zu ge 
winnen, missglückten. In der Champagne scheiterte 
ein mit starken Kräften unternommener feindlicher 
Angriff östlich Auberive. Ebenso erfolglos waren 
sämtliche französischen Angriffe in Gegend nordwestlich 
Massiges, an denen Truppenteile von sieben ver 
schiedenen Divisionen beteiligt waren. Die Zahl der 
bei den Angriffen in der Champagne bisher gemachten 
Gefangenen ist auf 104 Offiziere, 7019 Mann gestiegen. 
Erfolgreiche Minensprengungen beschädigten die franzö 
sische Stellung bei Vauquois. Französische Flieger 
bewarfen Hcnin-Letard mit Bomben, durch die acht 
französische Bürger getötet wurden. Wir hatten keine 
Verluste. (Oestlicher Kriegsschauplatz.) Heeresgruppe 
des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.) Westlich 
von Dünaburg, bei Grendsen, wurde eine weitere 
Stellung des Feindes gestürmt; in Kämpfen östlich von 
Madziol sowie auf der Front zwischen Smorgon und 
Wischnew sind russische Angriffe unter schweren Ver 
lusten zusammengebrochen. Die Heeresgruppe machte 
gestern 1360 Gefangene. Heeresgruppe des General- 
teldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Der Feind 
wiederholte seine vergeblichen Teilangriffe; alle Vor- 
stösse sind abgewiesen; sechs Offiziere, 494 Mann und 
sechs Maschinengewehre blieben in unserer Hand. 
Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Unser Angriff 
schreitet fort. Die Zahl der im Monat September von 
deutschen Truppen im Osten gemachten Gefangenen 
und die Höhe der übrigen Beute beträgt: 421 Offiziere, 
95464 Mann, 37 Geschütze, 298 Maschinengewehre, 
ein Flugzeug. 
2. Oktober. Westlicher Kriegsschauplatz. Die Engländer 
suchten heute nacht das ihnen in den Kämpfen der 
letzten Tage wiederabgenommene Gelände nördlich von 
Loos im Gegenangriff zurückzuerobern. Der Versuch 
scheiterte unter schweren, blutigen Verlusten für den 
Feind. Französische Angriffe südwestlich Angres, östlich 
Souchez sowie nördlich Neuville wurden abgeschlagen. 
Die Anzahl der Gefangenen, die unsere Truppen in 
diesem englisch-französischem Angriffsabschnitt bisher 
machten, ist auf 106 Offiziere, 3642 Mann gestiegen. 
I he Beute an Maschinengewehren beträgt 26. In der 
Champagne griffen die Franzosen mittags östlich Auberive 
in breiter Front an. Der Angriff missglückte. Nur an 
einer Stelle drang der Feind in unsere Stellung ein; 
badische Leib-Grenadiere gingen zum Gegenangriff vor 
und nahmen einen Offizier, 70 Mann gefangen; der 
Rest des eingedrungenen Feindes fiel. Französische 
Angriffe nördlich Le Mesnil und nordwestlich Ville- 
sur-1 ourbe wurden abgewiesen. Bei der Abwehr der 
Angriffe während der letzten Tage zeichnete sich nord 
östlich von Le Mesnil besonders das Reserve-Regiment 
Nr. 29 aus. Die Gesamtzahl der Gefangenen und die 
Beute aus den Kämpfen nördlich von Arras und in der 
Champagne erreichte gestern die Höhe von 211 Offi 
zieren, 10721 Mann, 35Maschinengewehren. Der Bomben 
abwurf eines von Paris zum Angriff auf Laon aufge 
stiegenen Fluggeschwaders hatte den Tod einer Frau 
und eines Kindes und die schwere Verletzung eines 
Bürgers der Stadt als Erfolg. Unsere Abwehrkanonen 
schossen ein Flugzeug südlich Laon ab, dessen Insassen 
gelangengenommen wurden; ein anderes feindliches 
Flugzeug stürzte brennend über Soissons ab. — Oest 
licher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeld 
marschalls v. Hindenburg. Nördlich von Postawy sind 
Kavalleriegefechte im Gange. Südlich des Narocz-Sees 
bei Spiagla und östlich von Wischnew wurden russische 
Vorstösse abgewiesen. Von stärkeren Angriffen nahm 
der Feind nach den verlustreichen Fehlschlägen des 
30. September Abstand. Unsere Truppen haben gestern 
bei Smorgon drei Offiziere, 1100 Mann zu Gefangenen 
gemacht und drei Maschinengewehre erbeutet. Heeres 
gruppe des Generals v. Linsingen. Die feindlichen 
Stellungen bei Czernysz (am Kormin) wurden von 
unseren Truppen erstürmt. Der F'eind wurde nach 
Norden geworfen, er Hess 1300 Gefangene in unseren 
Händen. An den anderen Stellen der Front wurden 
1100 Gefangene gemacht. Bei der Armee des Generals 
Grafen Bothmer hatten die Russen in der Nacht vom 
29. zum 30. September einen Durchbruchsversuch 
westlich Tarnopol unternommen. Der Versuch scheiterte 
völlig unter sehr erheblichen Verlusten für den Gegner. 
Von nur einer unserer Divisionen sind bisher 1168 
Russen bestattet, 400 bis 500 liegen noch vor der Front. 
Zahlreiche Gewehre wurden erbeutet. 
3. Oktober. Feindliche Monitore richteten nachmittags 
ein wirkungsloses l'euer auf die Gegend von Westende- 
Bad. Abermalige Versuche der Engländer, während 
der Nacht nördlich von Loos verlorenes Gelände wieder- 
zugewinnen, missglückte vollständig. Mit schweren 
Verlusten nach stellenweise erbitterten Nahkämpfen gab 
der Feind hier seine Angriffe auf. Oestlich von Souchez 
misslang ein französischer Vorstoss trotz Einsatzes einer 
erheblichen Menge von Gasgranaten. Ein feindlicher 
Angriftsversuch aus Neuville heraus gegen die Höhen 
stellungen östlich wurde mit starken Verlusten für den 
Feind abgeschlagen. Im nächtlichen, dem Angriff 
folgenden Handgranatenkampf ging uns ein 40 Meter 
langes Grabenstück verloren - Die Franzosen haben 
gestern die Infanterieangrifle in der Champagne 
nicht wiederholt, das feindliche Artilleriefeuer hielt in 
wechselnder Stärke an. Nördlich von Le Mesnil wurde 
der Feind aus einem gegen unsere Stellungen vor 
springenden Graben hinausgeworfen, wobei er erhebliche 
Einbusse, auch an Gefangenen, hatte. Im Handgranaten- 
kampf um die Stellung nordwestlich von Ville-sur-Tourbe 
behielten wir die Oberhand. Der Feind wiederholte 
seine Fliegerangriffe auf Laon und Vouziers; an beiden 
Orlen fielen wieder mehrere Zivilpersonen den Bomben 
würfen zum Opfer. In Gegend von Rethel wurde das 
französische Luftschiff „Alsace“ zur Landung 
gezwungen, die Besatzung ist gefangengenommen. 
Heute acht Uhr 30 Minuten vormittag wurden auf die 
neutra'e Stadt Luxemburg von französischen Fliegern 
Bomben geworfen. Es sind zwei luxemburgische Soldaten, 
ein Arbeiter und ein Ladenmädchen verletzt. Oest 
licher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeld 
marschalls v. Hindenburg. — ln den Kavalleriekämpfen 
südlich von Kosjany wurde der Gegner über die 
Mjadsjolka zurückgeworfen. Heeresgruppe des Generals 
v. Linsingen. Nach der Niederlage bei Czernycz und 
dem Scheitern aller russischen Angriffe gegen die Front 
nördlich dieses Ortes haben die Russen das westliche 
Korminufer bis auf kleine Postierungen an einzelnen 
Uebergängen preisgegeben. Die Zahl der von den 
deutschen Truppen gemachten Gefangenen hat sich auf 
2400 erhöht. 
4. Oktober. Westlicher Kriegsschauplatz. Gestern früh 
erschienen vor Zeebrügge fünf Monitore und legten ein 
wirkungsloses F'euer auf die Küste; 3 belgische Bewohner 
fielen dem Feuer zum Opfer. Unsere Küstenartillerie 
traf einen Monitor, der schwer beschädigt abgeschleppt 
werden musste. Gegen die englische Front nördlich 
von Loos, aus der nachts ein vergeblicher Ausfall gegen 
unsere Stellung westlich von Haisnes unternommen 
wurde, machten die Angriffsarbeiten weitere Fortschritte. 
Südlich des Souchez-Baches konnten sich die Franzosen 
in einem kleinen Grabenstück an der Höhe nordwestlich 
Givenchy festsetzen. Südlich dieser Höhe wurden 
französische Angriffe abgeschlagen. Das 40 Meter lange 
Grabenstück nordöstlich von Neuville wurde von uns 
wiedergenommen, ln der Champagne setzten gestern 
nachmittag die F'ranzosen in der Gegend nordwestlich 
von Massiges und nordwestlich von Ville-sur-Tourbe 
vergeblich zum Angriff an. Ihre Ansammlungen wurden 
unter konzentrisches Feuer genommen. Ein starker 
Nachtangriff gegen unsere Stellungen nordwestlich von 
Ville-sur-Tourbe brach im Artillerie- und Maschinen 
gewehrfeuer unter schweren Verlusten zusammen. Der 
Bahnhof Chalons, der Hauptsammelort des Nachschubes 
für die französische Angriftsgruppe in der Champagne 
ist, wurde heute nacht mit sichtbarem Erfolge von 
einem unserer Luftschiffe mit Bomben belegt. — Oest 
licher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeld 
marschalls v. Hindenburg. Die Russen schritten gestern 
nach ausgiebiger Artillerievorbereitung fast auf der 
ganzen Front zwischen Postawy und Smorgon in 
dichten Massen zum Angriff, der unter ungewöhnlich 
starken Verlusten zusammenbrach; nächtliche Teilunter 
nehmungen blieben ebenso erfolglos. 
5. Oktober. Westlicher Kriegsschauplatz. Englische Hand 
granatenangriffe auf das Werk nördlich von Loos wurden 
wieder abgewiesen. Bei den vergeblichen Angriffen
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.