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Full text: Berliner Leben Issue 18.1915

Der Russische Hof, Hotel Friedrichsbahnhof 
Direktion Wilhelm Krause, Georgenstr. 21-22 
hat seine herrlich geschmückten Garten-Terrassen in diesem Jahre wieder eröffnet. Der geräumige Gartenhol 
ist ein Sommer-Restaurant, in dem der grösste Wert auf die Behaglichkeit der Besucher gelegt worden ist. 
Bequeme Polstersessel stehen um Tische, aut denen bunte Lampenschirme ein abgedämpftes Licht ausslrahlen. 
Eine Künstler-Kapelle bietet musikalische Genüsse. Der jetzigen Zeit entsprechend ist alles aufgeboten worden, 
den Gästen durch vorzügliche Küche bei massigen Preisen, gut gepflegte Weine, sowie Biere vom Fass, den 
Aufenthalt in diesen Räumen möglichst angenehm zu gestalten. 
in Verfolg der seit Monaten vorbereiteten 
französisch-englischen Offensive nahmen auf 
dem grössten Teil der Front ihren Fortgang, 
ohne die Angreifer ihrem Ziele in nennens 
werter Weise näher zu bringen. An der 
Küste versuchten auch englische Schiffe 
durch Feuer besonders auf Zeebrügge ein 
zugreifen. Sie hatten keinen Erfolg. Nachdem 
ein Schiff gesunken und zwei andere be 
schädigt waren, zogen sie sich zurück. Im 
Ypern-Abschnitt erlitt der Feind grosse 
Verluste. Vorteile errang er nicht. In unseren 
Händen Hessen die Engländer 2 Offiziere, 
100 Mann und 6 Maschinengewehre. Süd 
westlich von Lille gelang es dem Gegner, 
eine unserer Divisionen bei Loos aus der 
vordersten in die zweite Verteidigungslinie 
zurückzudrücken. Hierbei haben wir natur- 
gemäss erhebliche Einbusse auch an dem 
zwischen den Stellungen eingebauten Material 
aller Art erlitten. Der im Gange befindliche 
Gegenangriff schreitet erfolgreich fort. Die 
Trümmer des einstigen Dorfes Souchez 
räumten wir freiwillig. Zahlreiche andere 
Angriffe auf dieser Front wurden glatt ab 
geschlagen, an vielen Stellen mit schwersten 
Verlusten für den Gegner. Hierbei zeichnete 
sich das 39. Landwehr-Regiment besonders 
aus, das bei dem Durchbruchsversuch im Mai 
nördlich Neuville den Hauptstoss hatte aushalten 
müssen. Wir haben hier über 1200Gefangene, 
darunter einen englischen Brigadekommandeur 
und mehiere Offiziere, gemacht und lOMaschinengewehre 
erbeutet. Auch bei dem Ringen zwischen Reims und 
Argonnen musste nördlich von Perthes eine deutsche 
Division ihre durch nahezu siebzigstündige, ununter 
brochene Beschiessung zerstörte vorderste Stellung räu 
men und die zweite 2—3 Kilometer dahintergelegene 
einnehmen. Im übrigen aber scheiterten auch hier 
alle feindlichen Durchbruchsversuche. Besonders hart 
näckig wurde nördlich Mourmelon-le-Grand und dicht 
westlich der Argonnen gekämpft. Hier wurde denn 
auch durch unsere braven Truppen der Angreifer am 
stärksten geschädigt. Norddeutsche und hessische Land 
wehr schlug sich hervorragend. Mehr als 3750 Franzosen, 
darunter 39 Offiziere, wurden gefangengenommen. Im 
Luftkampf hatten unsere Flieger gute Erlolge. Ein 
Kampfflieger schoss ein englisches Flugzeug westlich 
Cambrai ab; südlich Metz brachte der zu seinem Probe 
flug aufgestiegene Leutnant Bölke ein Voisin-Flugzeug 
zum Absturz. Der zur Vertreibung eines zum Angriff 
auf Freiburg angesetzten, aus drei Flugzeugen "be 
stehenden französischen Geschwaders aufgestiegene 
Unteroffizier Böhm brachte zwei Flugzeuge zum 
Absturz, nur das dritte entkam ihm. — (Oestlicher 
Kriegsschauplatz.) Heeresgruppe des Generalfeld 
marschalls v. Hindenburg. Oestlich von Wilejka sind 
erneute russische Angriffe abgewiesen. Westlich von 
Wilejka wird heftig gekämpft. Auf der Front zwischen 
Smorgon und Wischnew drangen wir an mehreren 
Stellen in die feindlichen Stellungen ein; der Kampl 
dauert noch an. Nordwestlich von Saberesina warf 
unser Angriff die Russen über die Beresina zurück. 
Weiter südlich bei Djeljatitschi und Ljubtscha ist der 
Njemen erreicht. Es wurden 900 Gefangene gemacht 
und 2 Maschinengewehre erbeutet. Heeresgruppe des 
Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Der 
Gegner ist weiter zurückgedrängt. 550 Gefangene sind 
eingebracht. 
27. September. (Westlicher Kriegsschauplatz.) An der 
Küste herrschte Ruhe, nur einzelne Schüsse wurden 
von weitab liegenden Schiffen wirkungslos auf die 
Umgegend von Middelkerke abgegeben. Im Ypern- 
Abschnitt hat der Feind seine Angriffe nicht 
wiederholt. Südwestlich von Lille ist die 
grosse feindliche Offensive durch Gegenangriff 
zum Stillstand gebracht. Heftige feindliche 
Einzelangriffe brachen nördlich wie südlich 
von Loos unter stärkster Einbusse für die 
Engländer zusammen. Auch in Gegend bei 
Souchez und beiderseits Arras wurden alle 
Angriffe blutig abgeschlagen. Die Gefangenen 
zahl erhöhte sich auf 25 Offiziere, über 
2600 Mann, die Beute an Maschinengewehren 
auf 14. Die französische Offensive zwischen 
Reims und Argonnen machte keinerlei Fort 
schritte, sämtliche Angriffe des Feindes, die 
besonders an der Strasse Somme Py—Suippes 
sowie nördlich Beau Sejour Fme. — Massiges 
und östlich der Aisne heftig waren, scheiterten 
unter schwersten Verlusten für ihn. Die 
Gefangenenzahl erhöhte sich hier auf über 
40 Olfiziere, 3900 Mann. Drei feindliche 
Flugzeuge, darunter ein französisches Gross 
kampfflugzeug, wurden gestern im Luftkampf 
nordöstlich Ypern, südwestlich Lille und in 
der Champagne, zwei weitere feindliche Flug 
zeuge durch Artillerie und Gewehrfeuer süd 
westlich Lille und in der Champagne zum 
Absturz gebracht. Oestlicher Kriegsschauplatz. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. 
Hindenburg. Im Rigaischen Meerbusen wurden 
russische Kriegsschiffe, darunter ein Linien 
schiff, durch deutsche Flieger angegriffen. 
Auf dem Linienschiff und einem Torpedo 
bootzerstörer wurden Treffer beobachtet. Die russische 
Flotte dampfte schleunigst in nördlicher Richtung ab. 
Auf der Süd Westfront von Dünaburg wurde dem Feinde 
gestern eine weitere Stellung entrissen; es sind neun 
Olfiziere und über 1300 Mann zu Gefangenen gemacht 
und zwei Maschinengewehre erbeutet. Westlic h von 
Wilejka wird unser Angriff fortgesetzt; südlich von 
Smorgon wurden starke feindliche Gegenangriffe abge 
wiesen. Zwischen Krewo—Wischnew machten unsere 
Truppen Fortschritte. Der rechte Flügel und die 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold 
von Bayern haben die Westufer des Njemen bis 
Schtscherssy, des Serwetsch und der Schtschara vom 
Feinde gesäubert. Oestlich von Baranowitschi hält der 
Feind noch kleine Brückenköpfe. Der Kampf auf der 
ganzen Front ist im Gange. 
28. September. (Westlicher Kriegsschauplatz.) Der 
Gegner setzte seine Durchbruchsversuche auch gestern 
fort, ohne irgend welche Erfolge zu erreichen. Dagegen 
erlitt er an vielen Stellen sehr empfindliche Verluste. 
Bei Loos unternahmen die Engländer einen neuen 
Gasangriff; er verpuffte völlig wirkungslos. Unser 
Gegenstoss brachte neben gutem Geländegewinn 20 
Offiziere, 750 Mann an Gefangenen, deren Zahl an 
dieser Stelle damit auf 3397 (einschliesslich Offiziere) 
steigt. Neun weitere Maschinengewehre wurden erbeutet. 
Bei Souchez, Angres, Roclincourt und sonst auf der 
ganzen Front der Champagne bis an den Fuss der 
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