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Full text: Berliner Leben Issue 18.1915

Der Russische Hof, Hotel Friedrichsbahnhof 
Direktion Wilhelm Krause, Georgenstr. 21-22 
hat seine herrlich geschmückten Garten-Terrassen in diesem Jahre wieder eröffnet. Der geräumige Garlenhof 
ist ein Sommer-Restaurant, in dem der grösste Wert auf die Behaglichkeit der Besucher gelegt worden ist. 
Bequeme Polstersessel stehen um Tische, auf denen bunte Lampenschirme ein abgedämpftes Licht ausstrahlcn. 
Eine Künstler-Kapelle bietet musikalische Genüsse. Der jetzigen Zeit entsprechend ist alles aufgeboten worden, 
den Gästen durch vorzügliche Küche bei massigen Preisen, gut gepflegte Weine, sowie Biere vom Fass, den 
Aufenthalt in diesen Raumen möglichst angenehm zu gestalten. 
die Heeresgruppe des Gencralfeldmarschalls 
Prinz Leopold von Bayern haben starke 
Kräfte über die Szczara gebracht; der Feind 
beginnt zu weichen. Heeresgruppe des 
Generalfeldmarschalls von Mackensen. In 
der Gegend von Telechany, Logischin und 
südöstlich von Pinsk ist der Feind weiter 
zurückgedrängt. Die Beute bei der Ver 
folgung auf Pinsk hat sich auf 21 Offiziere, 
2 500 Mann, 9 Masch inengewehre erhöht. 
Südöstlicher Kriegsschauplatz. Vor den 
deutschen Truppen haben die Russen den 
Rückzug angetreten. Die Beute von Nowo- 
Georgiewsk beträgt nach jetzt abgeschlossener 
Zählung: 1640 Geschütze, 23219 Gewehre, 
103 Maschinengewehre, 160 000 Schuss Ar 
tilleriemunition, 7 098 000 Gewehrpatronen. 
Die Zahl der bei Kowno erbeuteten Ge 
schütze ist auf 1301 gestiegen. 
19. September. Westlicher Kriegsschauplatz. 
Südöstlich von ßray (an der Somme) ge 
lang eine ausgedehnte Sprengung in und 
hinter der feindlichen Stellung. In dem an 
schliessenden, für uns günstigen Gefecht 
halten die Franzosen erhebliche Verluste. 
Es wurden einige Gefangene gemacht. Plart 
westlich der Argonnen wurden schanzende 
feindliche Abteilungen durch Artilleriefeuer 
unter schweren Verlusten zersprengt. Das 
lebhafte Artilleriefeuer dauert auf einem 
grossen Teil der Front an. Oestlicher Kriegs 
schauplatz. Heeresgruppe des General 
feldmarschalls v. Hindenburg. Der umfassende An 
griff der Armee des Generalobersten v. Eichhorn 
gegen Wilna hat zu vollem Erfolge geführt. Unser 
linker Flügel erreichte Molodeczno, Smorgon und 
Wornjany. Versuche des Feindes, mit eilig zusammen 
gerafften starken Kräften unsere Linien in Richtung auf 
Michaliski zu durchbrechen, scheiterten völlig. Durch 
die unaufhaltsam vorschreitende Umfassungsbewegung 
und den gleichzeitigen scharfen Angriff der Armee der 
Generale v. Scholtz und v. Gailwitz gegen die Front 
des p'eindes ist der Gegner seit gestern zum eiligen 
Rückzug auf der ganzen Front gezwungen; das stark 
befestigte Wilna fiel in unsere Hand. Der Gegner wird 
auf der ganzen Linie verfolgt. Heeresgruppe des 
Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Auch 
hier wird der zurückgehende Feind verfolgt. Die Heeres 
gruppe erreichte die Linie Nienandowicze—Terewnoje— 
Dobromysl. Feindliche Nachhuten wurden geworfen. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen. 
Nördlich von Pinsk ist die Wisliza erreicht. Südlich 
der Stadt ist der Strumen überschritten. 
20. September Westlicher Kriegsschauplatz. Feindliche 
Schifte, die Westende und Middelkerke (südwestlich 
von Ostende) erfolglos beschossen, zogen sich vor 
unserem Feuer zurück. Es wurden Treffer beobachtet. 
Westlich von St.-Quentin wurde ein englisches Flug 
zeug durch einen deutschen Kampfflieger abgeschossen; 
der Führer ist tot, der Beobachter gefangengenommen. 
— Oestlicher Kriegschauplatz. Heeresgruppe des Ge 
neralfeldmarschalls von Hindenburg. Irn Brückenkopf 
von Dünaburg musste der Feind vor unserem Angriff 
von Nowo-Aleksandrowsk in eine rückwärtige Stellung 
weichen. Es wurden 550 Gefangene gemacht. Bei 
Smorgon versuchte der Gegner durchzubrechen; er 
wurde abgeschlagen. Der Angriff gegen den aus der 
Gegend Wilna abziehenden Gegner ist im Gange. Auch 
weiter südlich folgen unsere Truppen dem weichenden 
Feinde. Die Linie Mjedniki-Lida-Soljane (am Njemen) 
ist erreicht. Fleeresgruppe des Generalfeldmarschalls 
Prinz Leopold von Bayern. Der Gegner leistete nur 
vorübergehend an einzelnen Stellen Widerstand. Die 
Heeresgruppe erreichte den Molczadz-Abschnitt bei 
Dworzec und südöstlich und nähert sich mit dem 
rechten Flügel dem Myschanka-Abschnit. Heeres 
gruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Der 
Feind ist überall weiter zurückgedrängt. Südöstlicher 
Kriegsschauplatz. Bei kleineren Gefechten machten die 
deutschen Truppen über 100 Gefangene. Vom nörd 
lichen Donauufer nahm deutsche Artillerie den Kampf 
gegen serbische Stellungen auf. Der Feind wurde ver 
trieben und sein Geschützfeuer zum Schweigen gebracht. 
21. September. Westlicher Kriegsschauplatz. Im Abschnitt 
Souchez — Arras unterhielt die französische Artillerie 
fast ununterbrochen starkes Feuer; in der Gegend von 
Neuville kam es zu Handgranatenkämpfen. Das gestern 
in Trümmer geschossene Schleusenhaus von Sapigneul 
(am Aisne-Marne-Kanal nordwestlich von 
Reims) wurde nachts nach Sprengung der 
Ueberreste planraässig und ohne Berührung 
mit dem Feinde von uns geräumt. West 
lich von Perthes (in der Champagne) und in 
den Argonnen wurden mit Erfolg Minen in 
der feindlichen Stellung gesprengt. Mehrere 
Handgranatenangrifle am Hartmannsweiler 
kopf wurden abgeschlagen. — Oestlicher 
Kriegsschauplatz, fleeresgruppe des General 
feldmarschalls v. Hindenburg. Die Truppen 
des Generalobersten v. Eichhorn sind nord 
westlich und südwestlich von Oschmjana im 
fortschreitenden Angriff. Der rechte Flügel 
der Heeresgruppe erreichte unter Nachhut 
gefechten die Gegend östlich von Lida bis 
westlich von Nowogrodek. Heeiesgruppe 
des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von 
Bayern. Der Uebergang über den Molczadz 
bei und südlich Dworzec ist erzwungen. 
Weiter südlich gelangten unsere Truppen 
unter Verfolgungskämpfen bis in die Linie 
südöstlich Molczadz-Nowaja-Mysch — west 
lich Ostrow. Heeresgruppe des General 
leidmarschalls v. Mackensen. Die Lage ist 
unverändert. — Südöstlicher Kriegsschauplatz. 
Bei den deutschen Truppen hat sich nichts 
ereignet. 
Allerhöchster Erlass vom 7. September 1915. 
Als Teilnehmer an dem gegenwärtigen 
Kriege gelten: 
i. die Angehörigen des Deutschen Heeres, 
der Marine, der Schutz- und Polizeitruppen in den 
Schutzgebieten, die während des Krieges an einer 
Schlacht, einem Gefecht, einem Stellungskampl oder 
an einer Belagerung teilgenommen haben, gleich 
gültig, ob diese Teilnahme bei den deutschen oder 
den Streitkräften eines mit dem Deutschen Reiche 
verbündeten oder befreundeten Staates erfolgt ist, 
2. die Angehörigen des Deutschen Heeres, der Marine, 
der Schutz- und Polizeitruppen, die, ohne vor den 
Feind gekommen zu sein (Ziffer 1), sich während 
des Krieges aus dienstlichem Anlass mindestens zwei 
Monate im Kriegsgebiet aufgehaltcn haben. 
Als Kriegsgebiet sind anzusehen: 
a) das Gebiet der Staaten, mit denen das Deutsche 
Reich und die mit ihm verbündeten oder befreundeten 
Staaten sich im Kriege befinden, einschliesslich der 
Kolonien dieser Staaten und Luxemburg, 
b) sämtliche deutsche Schutzgebiete, 
c) die Gebietsteile des Deutschen Reichs und der mit 
ihm verbündeten oder befreundeten Staaten, soweit 
in ihnen kriegerische Operationen stattgefunden haben, 
d) das gesamte Meeresgebiet und 
e) das Küstengebiet, 
soweit sie vom Feinde gefährdet sind. 
Denjenigen Kriegsteilnehmern, die sowohl im Kalender 
jahr 1914 wie im Kalenderjahr 1915 die vorstehenden 
Bedingungen ertüllt haben, sind zwei Kriegsjahre anzu 
rechnen.
        
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