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Full text: Berliner Leben Issue 18.1915

Nördlich von Bielsk misslangen verzweifelte russische 
Gegenstösse unter sehr erheblichen Verlusten für den 
Gegner, südlich dieser Stadt ging es vorwärts. 
24. August. Während ihres gestrigen Besuches vor 
Zeebrügge gab die englische Flotte etwa 60 bis 70 Schuss 
auf unsere Küstenbelestigungen ab. Wir hatten durch 
diese Beschiessung den Verlust von einem Toten und 
sechs Verwundeten zu beklagen, ausserdem wurden 
durch zu weit gehende Geschosse noch drei belgische 
Einwohner verletzt. In den Vogesen nördlich von 
Münster ruhte tagsüber der Kampf; am Abend griffen 
die Franzosen abermals unsere Stellungen am Barrenkopf 
und nördlich davon an. Die Angriffe sind zurück 
geschlagen. — Bei den Kämpfen östlich und südlich 
von Kowno nahmen unsere Truppen 9 Offiziere, 2600 
Mann gefangen und erbeuteten acht Maschinengewehre. 
Auf den Höhen nordöstlich von Kleszczele und im 
Waldgebiet südöstlich dieses Ortes wurde der Gegner 
gestern von unseren Truppen erneut geworfen. Die 
Verfolgung nähert sich dem Bialowieska - F'orst. Auf 
der Südwestfront von Brest-Litowsk wurden die Höhen 
bei Kopytow gestürmt. 
25. August. Ein deutscher Kampfflieger schoss vorgestern 
bei Nieuport einen französischen Doppeldecker ab. — 
Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Armee des Generals 
v. Gailwitz erzwang an der Strasse Sokoly—Bialystok 
den Narew - Uebergang. Ihr rechter Flügel gelangte, 
nachdem der Gegner zurückgeworfen war, bis an die 
Orlanka. 4700 Gefangene (darunter 18 Offiziere) und 
9 Maschinengewehre erobert. — Der Feind versuchte 
gestern vergeblich, unsere Verfolgung zum Stehen zu 
bringen. FIr wurde angegriffen und in den Bialowieska- 
forst geworfen. Die Heeresgruppe v. Mackensen nähert 
sich, dem geschlagenen Feinde folgend, den Höhen 
auf dem Westufer der Lesna (nördlich von Brest-Litowsk). 
Auf der Südwestfront von Brest-Litowsk, bei Dobrjmka, 
durchbrachen gestern österreichisch - ungarische und 
deutsche Truppen die vorgeschobenen Stellungen der 
Festung. 
26. August. Z wei feindliche Flugzeuggeschwader warfen 
gestern im Saarlai oberhalb und unterhalb von Saarlouis 
Bomben, mehrere Personen wurden getötet oder verletzt; 
der Sachschaden ist unwesentlich. Vor ihrem Start 
waren die Geschwader in ihrem Hafen Nancy mit gutem 
Erfolge von unseren Fliegern angegriffen worden; ausser- 
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Nur eigenes Fabrikat. — Kein Laden. 
Max Nebe 
Kürschnermeister — Gegründet 1897. 
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dem büssten sie vier Flugzeuge ein. — Oestlich und 
südöstlich von Kowno nehmen die Kämpfe ihren 
Fortgang. Vor Olita nähern sich unsere Truppen den 
Vorstellungen des Feindes. Zwischen Sejny und Merecz 
(am Njemen) wurde der Feind geworfen. Auch im 
Walde östlich von Augustow dringen Teile der Armee 
des Generalobersten v. Eichhorn nach Osten vor. Weiter 
südlich wird um den Berezowka-Abschnitt gekämpft, 
unsere Spitzen haben Bialystok erreicht. Der schwer 
geschlagene F'eind flüchtete in das Innere des Bialowieska- 
Forstes. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von 
Mackensen. Die Festung Brest-Litowsk ist gefallen. 
Während das österreichisch - ungarische Korps des 
Feldmarschalleutnants v. Arz gestern nachmittag nach 
Kampf zwei Forts der Westfront nahm, stürmte das 
brandenburgische 22. Reservekorps die Werke der 
Nordwestfront und drang in der Nacht in das Kernwerk 
ein. Der Feind gab darauf die Festung preis. — Am 
25. August abends hat einer unserer kleinen Kreuzer 
die russische Signalstation Kap-Süd-Ristna auf der Insel 
Dagoe beschossen und teilweise zerstört. Zur gleichen 
Zeit hat ein anderer kleiner Kreuzer die Signalstation 
Andreasberg gleichfalls auf Dagoe mit Erfolg unter 
Feuer genommen. 
27. August. Die Gefechte bei Bausk, Schönberg (südöstlich 
von Mitau) und in der Gegend östlich von Kowno 
dauern an. 2450 Russen sind gefangen, 4 Geschütze 
und 3 Maschinengewehre erbeutet. Südöstlich von 
Kowno wurde der Feind geworfen. Die F'estung 
Olita ist von den Russen geräumt und von uns besetzt. 
28. August. In den Gefechten nordöstlich von Bausk und 
Schönberg ist der Gegner geworfen. Heber 2000 Russen 
wurden gefangengenommen, zwei Geschütze und neun 
Maschinengewehre erbeutet. Zwischen dem Bobr und 
dem Bialowieska-Forst wird verfolgt, die Stadt Narew 
ist besetzt. — Südöstlicher Kriegsschauplatz, Unter 
F'ührung des Generals Grafen Bolhmer haben deutsche 
und österreichisch-ungarische Truppen gestern an der 
Zlota - Lipa nördlich und südlich von Brzezan}^ die 
russischen Stellungen durchbrochen. 
29. August. Das Waldgelände östlich von Augustow ist 
durchschritten, weiter südlich wurde in der Verfolgung 
die Linie Dombrowo — Grodeck — Narewka-Abschnitt 
(östlich von der Stadt Narew) erreicht. — Die durch 
den Bialowieska-F'orst verfolgende Heeresgruppe nähert 
sich mit ihrem rechten Flügel Szereszowo. — Unter 
Nachhutkämpfen wurden die Russen bis in die Linie 
Poddubno (an der Strasse nach Pruzana) — Tewli — 
Kobryn gedrängt. Unsere von Süden her durch das 
Sumpfgelände vordringenden Verbände haben den Feind 
bis nahe Kobryn verfolgt. Mil einer Roheit, die unsere 
Truppen und unser Volk mit tiefem Abscheu erfüllen 
muss, haben die Russen zur Maskierung ihrer Stellungen 
Tausende von Einwohnern, ihre eigenen Landsleute, 
darunter viele Frauen und Kinder, unseren Angriffen 
entgegengetrieben. Ungewollt hat unser Feuer unter 
ihnen einige Opfer gefordert. 
30. August. Oestlicher Kriegsschauplatz. Truppen des 
Generals v. Below stehen im Kampf um den Brücken 
kopf südlich von Friedrichstadt. In den Kämpfen östlich 
des Njemen hat die Armee des Generalobersten von 
Eichhorn die Gegend nordöstlich von Olita erreicht. 
In der Richtung auf Grodno wurde Lipsk (am Bobr) 
erstürmt, der Feind zum Aufgeben des Sidra-Abschnittes 
gezwungen und Sokolka von uns durchschritten. Der 
Oslrand der Forsten nordöstlich und östlich von 
Bialystok ist an mehreren Stellen erreicht. — Im 
Bialowieska-Forst wird um den Uebergang über den 
oberen Narew gekämpft. — Heeresgruppe des General 
feldmarschalls v. Mackensen. Um den Rückzug ihrer 
rückwärtigen Staffeln durch das Sumpfgebiet östlich 
von Pruzana zu ermöglichen, stellten sich die Russen 
gestern in der Linie Poddubno, Gegend südlich von 
Kobryn, noch einmal zum Kampf. Sie wurden 
geschlagen, trotzdem sie bereits abmarschierende Teile 
wieder in den Kampf warfen. Auch die Fortführung 
des in der Kriegsgeschichte aller Zeiten unerhörten 
Verfahrens, zum Schutze der flüchtenden Armeen die 
auf dem Rückzug mitgeschleppte Bevölkerung des 
eigenen Landes zu vielen Tausenden, darunter haupt 
sächlich Frauen und Kinder, in unseren Angriff hinein 
zutreiben, nutzte ihnen nichts. 
31. August. Oestlich des Njemen dringen unsere Truppen 
gegen die von Grodno nach Wilna führende Eisenbahn 
vor; sie machten 2600 Gefangene. Auf der Westfront 
der Festung Grodno wurde die Gegend von Nowy-Dwor 
und Kusnica erreicht. Bei Grodek gab der Feind vor 
unserem Angriff seine Stellungen am Ostrand des Forstes 
von Bialystok auf. 
1. September. Nordwestlich von Bapaume wurde ein 
englisches Flugzeug von einem unserer Flieger herunter 
geschossen Oestlicher Kriegsschauplatz. Auf der 
Westfront von Grodno stehen unsere Truppen vor der 
äusseren Fortlinie. — Der Oberlauf des Narew ist 
überschritten; nördlich von Pruzana ist der Feind über 
das Sumpfgebiet zurückgedrängt. Die Höhe der im 
Monat August von deutschen Truppen aut dem 
östlichen und südöstlichen Kriegsschauplätze gemachten 
Gefangenen und des erbeuteten Kriegsmaterials beläuft 
sich auf über 2000 Offiziere, 269839 Mann an Gefangenen, 
über 2200 Geschütze, weil über 560 Maschinengewehre. 
Hiervon entfallen auf Kowno: rund 20000 Gefangene, 
827 Geschütze; auf Nowo-Georgiewsk: rund 90000 
Gefangene (darunter 15 Generale und über 1000 andere 
Offiziere), 1200 Geschütze, 150 Maschinengewehre. 
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