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Full text: Berliner Leben Issue 18.1915

starker russischer Kräfte aus Kowno heraus scheiterte. 
Die Zahl der dort seit dem 8 August gefangenen Russen 
erhöhte sich auf 2116, die der Maschinengewehre auf 16. 
Südlich von Lomza weicht die ganze russische Front. 
Die stark ausgebaute Czerwony—Bor—Stellung konnte 
vom Feinde nicht gehalten werden. Unsere verfolgen 
den Armeen überschritten den Czerwony—Bor und 
dringen östlich desselben vor. Heeresgruppe des 
Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Die 
verbündeten Truppen erreichten in scharfer Verfolgung 
mit linkem Flügel die Gegend von Kaluczyn; aut dem 
rechten Flügel stürmte die Armee des Generalobersten 
v. Woyrsch heute früh die feindlichen Nachhutstellungen 
beiderseits Jedlanka (westlich von Lukow), es wurden 
über 1000 Gefangene gemacht. — Am 10. August 
griffen unsere Ostseestreitkräfte die an der Einfahrt zu 
dem Alandsarchipel liegende befestigte Schäreninsel 
Utoe an. Sie zwangen durch ihr Feuer die in der 
Einfahrt stehenden russischen Streitkräfte, unter ihnen 
einen Panzerkreuzer der „Makaroff“-Klasse, zum Rück 
zug und brachten die feindliche Küstenbatterie durch 
eine Anzahl guter Treffer zum Schweigen. Am gleichen 
Tage trieben andere deutsche Kreuzer russische Torpedo 
boote, die sich bei Zerel, am Eingang zum Rigaschen 
Meerbusen, gezeigt hatten, in diesen zurück. 
12. August, ln den Argonnen eroberten wir nördlich von 
Vienne-le-Chäteau eine französische Befestigungsgruppe, 
das „Martinswerk“, machten 74 unverwundete Gefangene, 
darunter 2 Offiziere, und erbeuteten 2 Maschinengewehre 
und 7 Minenwerfer. — Oestlicher Kriegsschauplatz 
Heeresgruppe des Generalfeldraarschalls v. Hindenburg. 
Südlich des Njemen schlugen Truppen der Armee des 
Generals von Eichhorn einen mit erheblichen Kräften 
am Dawinaabschnitt unternommenen Angriff blutig ab. 
Der Gegner Hess 700 Gefangene in unseren Händen. 
Die Armee des Generals v. Scholz nahm den Brücken 
kopf von Wizna und warf südlich des Narew den 
Feind über den Gacfluss. Seit dem 8. August machte 
die Armee 4950 Mann, darunter 11 Offiziere, zu Ge 
fangenen und erbeutete 12 Maschinengewehre. — Nach 
kühnem Durchbruch durch die feindlichen Bewachungs- 
streitkräfte hat S. M. Hilfsschiff „Meteor“ an verschiedenen 
Stellen der britischen Küste Minen geworfen und sodann 
Handelskrieg geführt. In der Nacht vom 7. zum 
8. August stiess er südöstlich der Orkney-Inseln auf 
den britischen Hilfskreuzer „The Ramsey“, griff ihn an 
und vernichtete ihn, wobei er vierzig Mann der Be 
satzung, darunter vier Offiziere, retten konnte. Am 
folgenden Tage wurde er von vier britischen Kreuzern 
gestellt. Da ein Kampf aussichtslos und ein Entkommen 
unmöglich war, versenkte der Kommandant sein Schiff, 
nachdem die Besatzung, die englischen Gefangenen und 
die Mannschaft eines als Prise versenkten Seglers ge 
borgen worden waren. Die gesamte Besatzung des 
„Meteor“ hat wohlbehalten einen deutschen Hafen 
erreicht. 
13. August. In den Argonnen wurden mehrere französische 
Angriffe auf das von uns genommene Martinswerk 
abgeschlagen. Bei Zeebrügge wurde ein englisches 
Wasserflugzeug heruntergeschossen; der Führer ist 
gefangengenommen. Bei Rougemont und Sentheim 
(nordöstlich von Beifort) zwangen unsere Flieger je ein 
feindliches Flugzeug zur Landung. — Oestlicher Kriegs 
schauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 
v. Hindenburg. Die Angriffstruppen gegen Kowno 
machten Fortschritte. Die Armee des Generals v. Scholtz 
machte gestern 900 Gefangene und erbeutete 3 Geschütze 
und 2 Maschinengewehre. Bei der Armee des Generals 
v. Gailwitz wurden seit dem 10. August 6550 Russen, 
darunter 18 Offiziere, gefangengenommen und ein 
Pionierdepot erbeutet. — Unsere Marineluftschiffe haben 
in der Nacht vom 12. zum 13. August ihren Angriff 
auf die englische Ostküste erneuert und hierbei die 
militärischen Anlagen in Harwich mit gutem Erfolg 
beworfen. Trotz starker Beschiessung durch die 
Befestigungen sind sie unbeschädigt zurückgekehrt. 
14. August. In den Argonnen wurden am Martinswerk 
neue Fortschritte gemacht. Die Zahl der Gefangenen 
stieg auf 4 Offiziere, 240 Mann. — Oestlicher Kriegs 
schauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 
v. Hindenburg. Nördlich des Njemen in der Gegend 
von Alesow, Kupischky, Weschinty und Kowarsk 
entwickelten sich neue Kämpfe. Vor Kowno nahmen 
unsere Angriffstruppen den befestigten Wald von 
Dorninikanka, dabei wurden 350 Gelungene gemacht. 
Zwischen Narew und Bug erreichten unsere Armeen in 
scharfem Nachdrängen den Slina-und Nurzec-Abschnitt, 
an dem der Gegner zu erneutem Widerstand haltgemacht 
hat. Im Norden von Nowo - Georgiewsk wurde eine 
starke Vorstellung erstürmt, 9 Offiziere, 1800 Mann und 
4 Maschinengewehre fielen in unsere Hände. 
15. August. In den Argonnen wurde das Martinswerk 
ausgebaut 350 in ihm gefallene Franzosen wurden 
beerdigt.. Die mehrfache Beschiessung der Stadt Münster 
im Fechttal beantworteten wir mit einer Beschiessung 
des Eisenbahnviertels von St. Die. Das daraufhin auf 
Markirch verlegte Feuer des Feindes wurde eingestellt, 
als sich unsere Artillerie gegen die französischen Unter 
kunftsorte wandte. — Oestlicher Kriegsschauplatz. 
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. 
Truppen des Generals v. Below warfen die Truppen in 
der Gegend von Kupischky nach Nordosten zurück. 
Sie machten vier Offiziere und 2350 Mann zu Gefange 
nen und nahmen ein Maschinengewehr. Ein russischer 
Ausfall aus Kowno wurde zurückgeschlagen, 1000 Ge 
fangene fielen in unsere Hand. Unsere Angriffstruppen 
arbeiteten sich näher an die Festung heran. Zwischen 
Narew und Bug hielten die Russen in der gestern ge 
meldeten Linie hartnäckig stand. Der Nurzec-Ueber- 
gang ist am späten Abend von unseren Truppen er 
zwungen. Die Armee des Generals v. Scholtz machte 
gestern über 1000 Gefangene. Die Armee des Generals 
v. Gallwitz nahm 3550 Russen gefangen (darunter 14 Offi 
ziere) und erbeuteten 10 Maschinengewehre. Der Ring 
um Nowo-Georgiewsk schliesst sich enger. Auf allen 
Fronten wurde Gelände gewonnen. Ffeeresgruppe des 
Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern. Dem 
Vordringen der Heeresgruppe setzte der Feind ebenfalls 
zähen Widerstand entgegen. Im Laufe des Tages ge 
lang es, die feindlichen Stellungen bei und nördlich von 
Losice und halbwegs zwischen Losice und Miendrzyrzec 
zu durchbrechen; der Gegner weicht. Allein die 
Truppen des Generalobersten v. Woyrsch machten vom 
8. bis 14. August 4000 Gefangene (darunter 22 Offiziere) 
und erbeuteten neun Maschinengewehre. 
16. August. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe 
des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Bei weiteren 
erfolgreichen Angriffen gegen die vorgeschobenen 
Stellungen von Kowno wurden gestern 1730 Russen 
(darunter sieben Offiziere) gefangengenommen. Der 
mit dem erfolgreichen Nurzec - Uebergang angebahnte 
Durchbruch der russischen Stellungen gelang in vollem 
Umfange. Dem von der Durchbruchsstelle ausgehenden 
Druck und den auf der ganzen Front erneut einsetzenden 
Angriffen nachgebend, weicht der Gegner aus seinen 
Stellungen vom Narew bis zum Bug. Unsere ver 
folgenden Truppen erreichten die Höhe von Bransk. 
Ueber 5000 Gefangene fielen in unsere Hand. Heeres 
gruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von 
Bayern. Der linke Flügel erzwang in der Nacht den 
Uebergang über den Bug westlich von Drohiszyn. 
Nachdem Mitte und rechter Flügel am gestrigen Vor 
mittag Losice und Miendrzyrzec durchschritten hatten, 
stiessen sie an den Abschnitten der Toczna und 
Klukowka (zwischen Drohiszin und Biala) auf erneuten 
Widerstand; er wurde heute bei Tagesanbruch östlich 
von Losice durch den Angriff schlesischer Landwehr 
gebrochen. Es wird verfolgt. 
17. August. Oestlicher Kriegsschauplatz. Fleeresgruppe 
des Generalfeldmarschalls von Hindenburg. Weitere 
Kämpfe in der Gegend von Kupischki waren erfolg 
reich. 625 Gefangene (darunter drei Offiziere) und drei 
Maschinengewehre fielen in unsere Hand. Truppen der 
Armee des Generalobersten v. Eichhorn unter Führung 
des Generals Litzmann erstürmten die zwischen Njemen 
und Jesia gelegenen Forts der Südwestfront von Kowno. 
Ueber 4500 Russen wurden zu Gefangenen gemacht, 
240 Geschütze und zahlreiches sonstiges Gerät erbeutet. 
Die Armeen der Generale v. Scholtz und v. Gallwitz 
warfen unter fortgesetzten Kämpfen den Gegner weiter 
in östlicher Richtung zurück. 1800 Russen (darunter 
elf Offiziere) wurden gefangengenommen, ein Geschütz 
und zehn Maschinengewehre eingebracht. Auf der 
Nordostfront von Nowo-Georgiewsk wurden ein grosses 
F'ort und zwei Zwischenwerke im Sturm genommen. 
Auf den übrigen Fronten gelang es fast überall, den 
Gegner weiter zurückzudrängen. Es wurden 2400 Ge 
fangene gemacht, 19 Geschütze und sonstiges Material 
erobert. 
18. August. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe 
des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Die Festung 
Kowno mit allen Forts und unzähligem Ma 
terial, darunter weit mehr als vierhundert Geschütze, 
ist seit heute nacht in deutschem Besitz. Sie wurde 
trotz zähesten Widerstandes mit stürmender Hand ge 
nommen. — Vor Nowo-Georgiewsk wurden zwei 
weitere Forts der Nordfront erstürmt, 600 Gefangene 
gemacht und 20 Geschütze erobert.
        
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