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Full text: Berliner Leben Issue 18.1915

Der Russische Hof, Hotel Friedrichsbahnhof 
Direktion Wilhelm Krause, Georgenstr. 21-22 
hat seine herrlich geschmückten Garten-Terrassen in diesem Jahre wieder eröffnet. Der geräumige Gartenhof 
ist ein Sommer-Restaurant, in dem der grösste Wert auf die Behaglichkeit der Besucher gelegt worden ist. 
Bequeme Polstersessel stehen um Tische, auf denen bunte Lampenschirme ein abgedämpftes Licht ausstrahlen. 
Eine Künstler-Kapelle bietet musikalische Genüsse. Der jetzigen Zeit entsprechend ist alles aufgeboten worden, 
den Gästen durch vorzügliche Küche bei mässigen Preisen, gut gepflegte Weine, sowie Biere vom Fass, den 
Aufenthalt in diesen Räumen möglichst angenehm zu gestalten. 
Armee des Generalobersten v. Woyrsch und 
der Armee des Generalfeldmarschalls von 
Mackensen fielen seit dem 14. Juli etwa 
50000 Gefangene in die Hände. Die genaue 
Zahl sowie die Höhe der Materialbeute lassen 
sich noch nicht übersehen. 
25. Juli. Die Festung Dünkirchen wurde mit 
Bomben belegt. — Oestlicher Kriegsschau 
platz. Bei der Armee des Generals v. Below 
fanden Kämpfe mit Nachhuten des Gegners 
statt. Gestern wurden weitere 6000 Ge 
fangene eingebracht. Der Narew ist auf der 
ganzen Front von südlich Ostrolenka bis 
Pultusk überschritten. Südöstlich von Pultusk 
nähern sich unsere Truppen dem Bug,, süd 
westlich dieser Festung wurde trotz zähen 
Widerstandes des Feindes die Linie Na- 
sielsk—Gzowo erreicht. Westlich von Blonie 
wurden mehrere Stellungen des Gegners ge 
nommen und südlich von Warschau die Orte 
Ustanow, Lbiska und Jazgarzew erstürmt. 
26. Juli. Nördlich des Njemen (östlicher Kriegs 
schauplatz) erreichte die Armee des Generals 
v. Below die Gegend von Poswol und Ponie- 
witz. Wo der Gegner noch stand hielt, wurde 
er geworfen, lieber 1000 Russen wurden 
zu Gefangenen gemacht. An der Narewfront 
erzwangen unsere Truppen auch oberhalb 
Ostrolenka den Uebergang, unterhalb davon 
drängen sie den erbitterten Widerstand 
leistenden Gegner langsam gegen den Bug 
zurück. Einige 1000 Russen wurden ge 
fangen, über 40 Maschinengewehre erbeutet. Gegen 
die Nord und Westfront der Festungsgruppe von Nowo- 
Georgiewsk und Warschau schieben sich die Ein 
schliessungstruppen näher heran. Südöstlicher Kriegs 
schauplatz. Nördlich der Linie Wojslawice (südlich von 
Cholm)—Hrubieszow (am Bug) haben deutsche Truppen 
in den Kämpfen der letzten Page den Feind nach Norden 
weiter zurückgedrängt. Gestern wurden 11 Offiziere, 
1457 Mann gefangengenommen, 11 Maschinengewehre 
erbeutet. 
27. Juli. Auf die Beschiessung von Thiaucourt antworteten 
wir abermals mit Feuer auf Pont-ä-Mousson. In den 
Vogesen setzte sich der Feind gestern abend in Besitz 
unserer vordersten Gräben auf dem Lingekopf (nörd 
lich von Münster). — Ein Vorstoss aus Mitau (östlicher 
Kriegsschauplatz) wurde von uns abgewiesen. Zwischen 
Poswol (südlich von Mitau) und dem Njemen folgen 
wir dem weichenden Gegner. Die Russen versuchten 
gestern unsere über den Narew vorgedrungenen Truppen 
durch einen grossen, einheitlich aus der Linie Goworowo 
(östlich von Rozan) — Wyszkow—Serock (südlich von 
Pultusk) angesetzten Angriff zurückzudrängen; die 
russische Offensive scheiterte völlig. 3319 Russen 
wurden gefangen und 13 Maschinengewehre erbeutet. 
28 - Juli. Nordwestlich von Souchez wurden einzelne 
v on früheren Kämpfen her noch in der Hand der 
l'ranzosen befindliche Teile unserer Stellung nachts von 
schlesischen Truppen erstürmt. Vier Maschinenge 
wehre sind erbeutet, ln den Vogesen fanden in der 
Linie Lingekopf—Barrenkopf erbitterte Kämpfe statt. 
Französische Angriffe wurden durch Gegenstoss nach 
mehrstündigem Nahkampf zurückgeschlagen. Dabei 
sind auch die vorgestern abend verlorengegangenen 
Gräben am Lingekopf bis auf ein kleines Stück von 
uns zurückgewonnen. — Oestlicher Kriegsschauplatz. 
Zwischen Mitau und dem Njemen wurden gestern noch 
etwa 1000 versprengte Russen zu Gefangenen gemacht. 
Oestlich und südöstlich von Rozan schreitet unser An 
griff vorwärts; Goworowo wurde genommen. Nördlich 
von Serock beiderseits des Narew und südlich von 
Nasielsk setzten die Russen ihre Gegenangriffe fort; 
sie scheiterten völlig. Der Feind liess hier und bei 
Rozan 2500 Gefangene und sieben Maschinengewehre 
in unserer Hand. Vor Warschau wurde westlich von 
Blonie der Ort Pierunow von uns erstürmt. In der 
Gegend südwestlich von Gora-Kalwarja wird gekämpft. 
29. Juli, ln Flandern schoss unsere Artillerie einen auf 
dem Furnes-Kanal liegenden Pram in den Grund, auf 
dem ein schweres Schiffsgeschütz eingebaut war. Westlich 
von Souchez wurde ein französischer Angriff abgewiesen. 
Bei Givenchjq in den Argonnen und bei Vauquois 
sprengten wir mit Erfolg Minen, französische Sprengun 
gen in der Champagne verliefen ergebnislos. — Oest 
licher Kriegsschauplatz. Gestern und in der Nacht zu 
heute wiederholten die Russen ihre Angriffe gegen 
unsere Front südlich des Narew und südlich von 
Nasielsk, alle Vorstösse scheiterten unter 
schweren feindlichen Verlusten. Westlich 
von Nowo-Georgiewsk auf dem Südufer der 
Weichsel nahm eine halbe deutsche Kom 
pagnie bei einem Ueberfall 128 Russen ge 
fangen. 
30. Juli. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Truppen 
der Armee des Generalobersten von Woyrsch 
haben am frühen Morgen des 28. Juli den 
Weichselübergang zwischen Pilica-Mündung 
und Kozienice an mehreren Stellen er 
zwungen; auf dem östlichen Ufer wird ge 
kämpft. Es wurden bisher 800 Gefangene 
gemacht und fünf Maschinengewehre er 
beutet. Gestern haben die verbündeten 
Armeen des Generalfeldrnarschalls von 
Mackensen die Offensive wieder aufge 
nommen. Westlich des Wieprz durch 
brachen deutsche Truppen die russische 
Stellung, sie erreichten am Abend die Linie 
Piaski—Biskupice und die Bahn östlich da 
von. Viele tausend Gefangene und drei Ge 
schütze fielen in unsere Hand. Dieser Erfolg, 
sowie die Vorstösse österreichisch-ungarischer 
und deutscher Truppen dicht östlich der 
Weichsel, preussischer Gardetruppen bei 
Krupe (nordöstlich Krasnostaw) und anderer 
deutscher Truppen in der Gegend von 
Wojslawice haben die russische Front zwi 
schen Weichsel und Bug zum Wanken 
gebracht. Heute früh räumten die Russen 
ihre Stellungen auf der ganzen Linie; sie 
halten nur noch nördlich von Grubieszow. 
31. Juli. Gestern stürmten wir die bei unserem Angriff 
auf Hooge (östlich von Ypern) am 3, Juni noch in 
englischer Hand gebliebenen Häuser am Westrand des 
Ortes, sowie einen Stützpunkt südlich der Strasse nach 
Ypern. Nachmittags und nachts wurden Gegenangriffe 
des Feindes zurückgeschlagen. Wir eroberten vier 
Maschinengewehre, fünf Minenwerfer und nahmen einige 
Engländer gefangen. Die in den Gräben des Feindes 
gefundene Zahl Toter beweist seine grossen blutigen 
Verluste. Als Vergeltung für die mehrfachen Bomben 
abwürfe der PYanzosen auf Chauny, Tergnier und andere 
Orte hinter unserer Aisne-Front wurde der Bahnhof 
Compiegne beschossen. Auf Angriffe französischer 
Flugzeuggeschwader, die gestern auf Pfalzburg, Zabern, 
nördlich Hagenau und auf Freiburg Bomben abwarfen, 
antworteten am Nachmittag unsere Geschwader mit 
Bombenabwürfen auf Flughafen und Fabriken von 
Luneville, die Bahnhofsanlagen von St. Die und den 
Flughafen bei Nancy. Der durch die feindlichen Flieger 
angerichtete Schaden ist unwesentlich. Ein französisches 
Flugzeug wurde bei Freiburg durch unsere Abwehr 
geschütze heruntergeschossen. — Oestlicher Kriegs 
schauplatz. Nordwestlich von Lomza und an der Bahn 
nördlich von Goworowo (östlich von Rozan) geht unser 
Angriff vorwärts. Gestern wurden 1890 Russen ge 
fangen, drei Maschinengewehre erbeutet. Südöstlicher 
Kriegsschauplatz. Die auf das rechte Weichselufer über
        
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