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Full text: Berliner Leben Issue 18.1915

brennend ab. Ein deutsches Kampfflug 
zeug zwang einen französischen Flieger bei 
Schlucht zur Landung. Der Feind bewarf 
Brügge, ohne militärischen Schaden anzu- 
richten. — (Südöstlicher Kriegsschauplatz) 
Die Armee des Generals v. Linsingen ist 
in voller Verfolgung gegen die Zlota-Lipa; 
3000 Russen fielen in unsere Hand. Unter 
ihrem Druck weicht der Feind aus seinen 
Stellungen von Narajow—Miasto bis nördlich 
Przemyslani. 
5. Juli. Ein englischer Angriff nördlich von 
Ypern an der Strasse nach Pilkem und ein 
französischer Vorstoss auf Souchez wurden 
blutig abgewiesen. Beiderseits Croix des 
Carmes (am Westrande des Priesterwaldes) 
stürmten unsere Truppen gestern die feind 
liche Stellung in einer Breite von etwa 
1500 Meter und drangen durch ein Ge 
wirr von Gräben bis zu 400 Meter vor. 
Unter schweren Verlusten mussten die sich 
verzweifelt wehrenden Franzosen Graben 
auf Graben räumen und etwa tausend unver 
wundete Gefangene (darunter einen Bataillons 
stab), zwei Feldgeschütze, vier Maschinen 
gewehre, drei leichte sowie vier schwere 
Minenwerfer in unserer Hand lassen. Ebenso 
gelang ein gleichzeitig ausgeführter Ueber- 
fall auf eine französische Blockhausstellung 
bei Haut de Ricupt (südlich von Norroy an 
der Mosel), die mit Besatzung und einge 
bauten Kampfmitteln in die Luftgesprengt 
und dann planmässig wieder geräumt wurde. — 
Unsere Flieger bewiesen erneut im Luftkarapf ihre 
Ueberlegenheit. Nördlich und westlich von Manonviller 
wurde am 1. und 2. Juli je ein französisches Flugzeug 
zur schleunigen Landung gezwungen. Mit Erfolg wehrte 
gestern und vorgestern ein deutscher Kampfflieger 
den Angiff von drei Gegnern ab. Die beim gestern 
gemeldeten feindlichen Luftangriff auf Brügge ge 
schleuderten Bomben fielen in der Nähe der wert 
vollsten Kunstdenkmäler der Stadt nieder. — Die 
verbündeten Truppen unter dem Befehl des Generals 
v. Linsingen haben auf ihrer ganzen Front die Zlotha- 
Lipa erreicht. Das Westufer ist von den Russen ge 
säubert. Die Armee hat Ausserordentliches geleistet, 
ln fast vierzehntägigen Kämpfen erzwang sie angesichts 
einer starken feindlichen Stellung den Üebergang über 
den Dnjestr und trieb den geschlagenen Gegner von 
Stellung zu Stellung vor sich her. — Am 4. Juli 
morgens versuchten die Engländer einen grösseren 
Flugzeugangriff gegen unsere Stützpunkte in der 
Deutschen Bucht der Nordsee anzusetzen. Der Ver 
such scheiterte. Unsere Luftschiffe stellten die an 
marschierenden englischen Streitkräfte in Stärke von 
mehreren Felugzeugmutterschiffen, begleitet von Kreuzern 
und Torpedobootszerstörern, bereits bei Tagesanbruch 
m der Höhe der Insel Terschelling fest und zwangen 
sie zum Rückzug. Ein englisches Wasserflugzeug, dem 
es gelungen war, aufzusteigen, wurde von unseren 
Der Russische Hof, Hotel Friedrichsbahnhof 
Direktion Wilhelm Krause, Georgenstr. 21-22 
hat seine herrlich geschmückten Garten-Terrassen in diesem Jahre wieder eröffnet. Der geräumige Gartenhot 
ist ein Sommer-Restaurant, in dem der grösste Wert auf die Behaglichkeit der Besucher gelegt worden ist. 
Bequeme Polstersessel stehen um Tische, aut denen bunte Lampenschirme ein abgedämplles Licht ausstrahlen. 
Eine Künstler-Kapelle bietet musikalische Genüsse. Der jetzigen Zeit entsprechend ist alles aufgebolen worden, 
den Gästen durch vorzügliche Küche bei mässigen Preisen, gut gepflegte Weine, sowie Biere vom Fass, den 
Aufenthalt in diesen Räumen möglichst angenehm zu gestalten. 
Flugzeugen verfolgt und entkam dadurch, dass es über 
holländisches Gebiet flog. 
6. Juli. Nachts wurden zwei französische Angriffe bei 
Les Eparges abgewiesen. Die Beute des Erfolges am 
Priesterwalde hat sich um ein Feldgeschütz und drei 
Maschinengewehre erhöht. Ausserdem fiel ein Pionier 
park mit zahlreichem Material in unsere Hand. Unsere 
Flieger griffen den Flugplatz Corcieux, östlich von 
Epinal, und ein französisches Lager am Breitfirst, östlich 
von Kruet, in den Vogesen, an. — (Oestlicher Kriegs 
schauplatz ) Heute am frühen Morgen wurde der stark 
befestigte Wald südlich Biale-Bloto (westlich der Strasse 
Suwalki — Kalwarja) erstürmt. Dabei nahmen wir etwa 
500 Russen gefangen. 
7. Juli. Nördlich von Ypern drangen englische Truppen 
gestern in einen unserer Schützengräben ein; sie waren 
am Abend wieder vertrieben. Westlich von Souchez 
wurden zwei nächtliche Angriffe des Feindes abgewiesen. 
Bei der Beschiessung feindlicher Truppenansammlungen 
in Arras geriet die Stadt in Brand. Der Feuersbrunst 
fiel die Kathedrale zum Opfer. Zwischen Maas und 
Mosel herrscht lebhafte Kampftätigkeit. Südwestlich 
von Les Eparges setzte der Feind seine Anstrengungen, 
die ihm unlängst entrissenen Stellungen wiederzuerobern, 
fort. Bei dem ersten Angriff gelangten die Franzosen 
in einen Teil unserer Verteidigungslinie; ein Gegenstoss 
brachte die Gräben, bis auf ein Stück von 100 Metern, 
wieder in unsere Hand. Der Feind Hess ein Maschinen 
gewehr zurück. Zwei weitere Vorstösse des 
Gegners, ebenso wie ein Angriff an der 
Tranchee scheiterten völlig. — Halbwegs 
Ailly—Appremonts wurde unsererseits an 
gegriffen; wir eroberten die feindliche Stel 
lung in einer Breite von 1500 Meter und 
machten dabei mehr als 300 Franzosen zu 
Gefangenen. — Die Zahl der Gefangenen 
südlich Biale-Bloto (Oestlicher Kriegsschau 
platz) erhöhte sich auf sieben Offiziere und 
rund 800 Mann; ferner gingen sieben Ma 
schinengewehre und ein reichhaltiges Pionier 
lager in unseren Besitz über. In Polen, süd 
lieh der Weichsel, eroberten wir die Höhe 95, 
östlich Dolowatka (südlich Borzynow) Die 
russischen Verluste sind sehr beträchtlich. 
Erbeutet wurden zehn Maschinengewehre, 
eine Revolverkanone und viele Gewehre. 
Weiler nördlich, nahe der Weichsel, wurde 
ein russischer Vorstoss abgewiesen. — Auf 
der Verfolgung zur Zlota-Lipa (südöstlicher 
Kriegsschauplatz) vom 3. bis 5. Juli machten 
wir 3850 Gefangene. 
8. Juli. Westlich von Souchez gelang es den 
Franzosen, in einer Breite von etwa 800 Meter 
in unseren vordersten Graben einzudringen. 
Durch einen Gegenangriff wurden sie wieder 
vertrieben. Ein zweiter Angriff des Feindes 
brach im Feuer zusammen. Um ein kleines 
Grabenstück, in dem die Franzosen noch 
sitzen, wird mit Handgranaten gekämpft. — 
Gegen die von uns genommenen Stellungen 
westlich Apremont dauerten die feindlichen Angriffe 
Tag und Nacht hindurch ohne jeden Erfolg an. Die 
Zahl der Gefangenen hat sich auf drei Offiziere und 
über 400 Mann erhöht. Ein feindlicher Angriff aus 
Richtung Kowno (östlicher Kriegsschauplatz) wurde 
unter grossen Verlusten für den Gegner abgeschlagen. 
Beim Dorfe Stegna, nordöstlich von Prasznysz, wurden 
einige russische Gräben genommen und behauptet. 
Feindliche Vorstösse in der Gegend von Strzegowo und 
von Starozreby (nördlich und nordöstlich von Racionz) 
hatten keinen Erfolg. Versuche des Gegners, uns die 
gestern eroberte Höhe 95, östlich Dolowatka, zu ent- 
reissen, scheiterten. 
9. Juli. Nördlich der Zuckerfabrik von Souchez wurde 
ein französischer Angriff abgeschlagen; kleine, in unsere 
Stellung eingediungene Abteilungen wurden nieder 
gemacht. Es gelang uns bisher nicht, das vorgestern 
verlorene Grabenstück westlich von Souchez vom Feinde 
zu säubern. Die von der französischen Heeresleitung 
gebrachte Nachricht über Eroberung eines deutschen 
Geschützes ist unrichtig. — Oestlich von Ailly ergebnislose 
französische Einzelangriöe. Oestlich anschliessend an 
unsere neugewonnenen Stellungen im Priesterwalde, 
stürmten wir mehrere französische Grabenlinien in einer 
Breite von 350 Meter, machten dabei über 250 Gefangene 
und erbeuteten vier Maschinengewehre. Nachts fanden 
auf der Front von Ailly bis zur Mosel nur unbedeutende 
Patrouillengefechte statt. — Nach starker Artillerie-
        
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