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Full text: Berliner Leben Issue 18.1915

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Flieger. Im Luftkampf wurden zwei feindliche Flugzeuge 
nördlich des Schluchtpasses und bei Gerardmer herunter 
geschossen; zwei weitere durch Artilleriefeuer bei 
Largitzen und bei Rheinfelden auf Schweizer Gebiet 
zur Landung gezwungen. Südöstlicher Kriegsschauplatz. 
Seit dem 23. Juni nahm die Armee Linsingcn 6470 
Russen gefangen. Nordöstlich von Lemberg nähern 
wir uns dem Bugabschnitt. Weiter westlich bis zur 
Gegend von Cieszanow sind die verbündeten Truppen 
im weiteren Vorgehen; sie machten mehrere 1000 
Gefangene und erbeuteten eine Anzahl Geschütze und 
Maschinengewehre. 
29. Juni. Die Franzosen bereiteten gestern durch starkes 
Feuer zwischen der Strasse Lens—Bethune und Arras 
nächtliche Infanterieangrifte vor, die jedoch durch unser 
Artilleriefeuer niedergehalten wurden. Auf den Maas 
höhen griff der Feind die von uns am 26. Juni gewonnenen 
Stellungen südwestlich von Les Eparges im Laufe des 
Tages fünfmal an. Unter grossen Verlusten brachen 
diese Angriffe — ebenso wie ein nächtlicher Vorstoss 
östlich der Tranchee — erfolglos zusammen. Oestlich 
von Luneville gelangten drei von mehreren feindlichen 
Bataillonen ausgeführte Angriffe gegen unsere Stellungen 
am Walde Les Remabois und westlich von Leintrey- 
Gondrexon nur bis an unsere Hindernisse. Der Feind 
flüchtete unter unserem Feuer in seine Stellungen zurück. 
Eine feindliche Artillerie-Beobachtungsstelle auf der 
Kathedrale von Soissons wurde gestern von unserer 
Artillerie beseitigt. — Südöstlicher Kriegsschauplatz. 
Die Armee des Generals v. Linsingen hat den Feind 
in der Verfolgung auf der ganzen Front von Halicz 
und Firlejow über die Grila-Lipa geworfen; an diesem 
Abschnitt wird noch gekämpft. Nördlich und nord 
westlich Mosty-Wielkie (50 Kilometer nördlich von 
Lemberg), sowie nordöstlich und westlich von Tomaszow 
stellte sich gestern der Feind. Er wurde überall geworfen. 
Wir stehen jetzt auch hier auf russischem Boden. 
30. Juni. Bei Arras landen grössere feindliche Unter 
nehmungen auch gestern nicht statt. Hingegen machten 
wir in der Vertreibung des Gegners aus den Grabenstücken, 
die er im Laufe seiner wochenlangen Anstrengungen 
uns zu entreissen vermochte, weitere Fortschritte. Ein 
feindlicher Vorstoss im Labyrinth (nördlich Ecurie) wurde 
abgewiesen Durch fast ununterbrochene Angriffe auf 
den Maashöhen westlich von Les Eparges versucht der 
Gegner seit dem 26. abends vergeblich, die von uns 
eroberten Stellungen wiederzugewinnen. Auch gestern 
unternahm er vier heftige Vorstösse, die sämtlich unter 
grossen Verlusten scheiterten. Unser Angriff an der 
Grila-Lipa (südöstlicher Kriegsschauplatz) macht Fort 
schritte. Oestlich und nordöstlich von Lemberg ist die 
Lage unverändert. Zwischen dem Bug und der Weichsel 
erreichten deutsche und österreichisch-ungarische Truppen 
die Gegend von Beiz, Komarow, Zamocz und den 
Nordrand der Waldniederung des Tanew-Abschnitts. 
Auch aut dem linken Weichseluter in der Gegend von 
Zawichost und Czarow hat der Feind den Rückzug 
angetreten. Ein feindliches Flugzeug wurde hinter 
unserer Linie zum Landen gezwungen. Die Insassen 
wurden gefangengenommen. 
1. Juli. Südöstlicher Kriegsschauplatz. ln erbittertem 
Kampfe haben die Truppen des Generals v. Linsingen 
gestern die russische Stellung östlich der Gnila-Lipa 
zwischen Kunicze und Luczynce und nördlich von 
Rohatyn gestürmt. 3 Offiziere, 2328 Mann wurden 
gefangengenoramen und 5 Maschinengewehre erbeutet. 
Die Armeen des Generalfeldmarschalls v. Mackensen 
sind in weiterem Vordringen zwischen dem Bug und 
der Weichsel. Auch westlich der Weichsel weichen 
die Russen, teilweise nach hartnäckigen Kämpfen. Die 
verbündeten Truppen drängen beiderseits der Kamienna 
nach. Die Gesamtbeute vom Juni der unter Befehl des 
Generals v. Linsingen, Feldmarschalls v. Mackensen und 
Generals v. Woyrsch kämpfenden verbündeten Truppen 
beträgt 409 Offiziere, 140650 Mann, 80 Geschütze, 268 
Maschinengewehre. 
2. Juli. Im Westteil der Argonnen hatten Teile der Armee 
Seiner Kaiserlichen Hoheit des Kronprinzen einen 
schönen Erfolg; Die feindlichen Gräben und Stütz 
punkte nordwestlich von Four de Paris wurden in einer 
Breite von drei Kilometer und einer Tiefe von 200 bis 
300 Meter von württembergischen und reichsländischen 
Truppen eistürmt. Die Beute beträgt: 25 Offiziere, 
1710 Mann gefangen, 18 Maschinengewehre, 40 Minen 
werfer, eine Revolverkanone erbeutet. Die Verluste der 
Franzosen sind beträchtlich. In den Vogesen nahmen 
wir auf dem Hilsenfirst zwei Werke. Rückeroberungs 
versuche des Gegners wurden abgewiesen. An 
Gefangenen fielen drei Offiziere, 149 Mann in unsere 
Hand. — Südöstlich von Kalwarja, (östlicher Kriegs 
schauplatz), wurde dem Feinde nach heftigem Kampfe 
eine Höhenstellung entrissen. Dabei machten wir 600 
Russen zu Gefangenen. — (Südöstlicher Kriegsschau 
platz). Nach Erstürmung auch der Höhen südöstlich 
von Kurostowice (nördlich von Halicz), sind die Russen 
auf der ganzen Front in Gegend Marjampol bis nördlich 
von Firlejow zum Rückzuge gezwungen worden. General 
von Linsingen, folgt dem geschlagenen Gegner. Die 
Beute erhöhte sich bis gestern abend auf 7765 Gefangene 
(darunter 11 Offiziere) und 18 Maschinengewehre — 
Die Armeen des Generalfeldmarschalls v. Mackensen 
haben den Gegner westlich von Zamosc unter an 
dauernden Kämpfen über den Labunka- und Por-Ab- 
schnitt zurückgedrängt und diesen bereits mit Teilen 
überschritten. Weiter westlich ist die feindliche Stellung 
in Linie Turobin-Krasnik-Jozefow (an der Weichsel) 
erreicht. Vorstellungen bei Stroza und Krasnik und 
diese Orte selbst wurden noch gestern abend ge 
nommen. — Die Truppen des Generaloberst von 
Woyrsch haben in erfolgreichen Kämpfen die Russen 
aus ihren Stellungen südöstlich von Sienno und bei 
llza geworfen und dabei etwa 700 Gefangene vom 
Grenadierkorps gemacht. 
3. Juli. Die Franzosen griffen in der Nacht unsere 
Stellungen nordwestlich von Souchez an; der AngriÜ 
wurde abgewiesen. Bei Les Eparges misslang ein durch 
Handgranatenfeuer und Stinkbomben vorbereiteter fran 
zösischer Angriff. Die vorgestern auf dem Hilsenfirst 
eroberten Werke gingen gestern wieder an den Feind 
verloren. —• Nördlich des Dnjestr (südöstlicher Kriegs 
schauplatz) dringen unsere Truppen unter Verfolgungs 
kämpfen über die Linie Marjampol — Marajow — Miasto 
gegen den Zlota-Lipa-Abschnitt vor. Sie haben den 
Bug abwärts von Kamionka Strumilowa bis unterhalb 
Krylow an vielen Stellen erreicht und sind auch in 
nördlicher Richtung zwischen Bug und Weichsel in 
flottem Vorschreiten. Die Niederungen der Lubanka 
und des Por sind, trotzdem der Gegner an einzelnen 
Stellen noch hartnäckigen Widerstand zu leisten ver 
suchte, nunmehr in unserer Hand. — Auf der Rück 
kehr von einer Vorpostenstellung traf am 2. Juli gegen 
6 Uhr morgens ein Teil unserer leichten Ostseestreit 
kräfte, die ihrer Aufgabe gemäss in aufgelöster Ordnung 
fuhren, zwischen Gotland und Windau bei strichweise 
unsichtigem Wetter auf russische Panzerkreuzer. Es 
entspannen sich Einzelgefechte, in denen unsere 
schwächeren Streitkräfle versuchten, den Gegner in den 
Bereich der Unterstützungen zu ernsterem Kampf zu 
ziehen. Im Verlauf dieser Einzelgefechte vermochte 
S. M. S. „Albatros“ nicht, den Anschluss an die eigenen 
Streitkräfte wiederzugewinnen. Nach zweistündigem, 
schwerem Kampfe gegen vier Panzerkreuzer, die mit 
der Beschiessung auch innerhalb der schwedischen 
Ploheitsgewässer fortfuhren, musste das Schiff infolge 
zahlreicher Treffer in sinkendem Zustande bei Oester 
garn auf Gotland auf den Strand gesetzt werden. Es 
hatte 21 Tote und 27 Verwundete, deren sich die 
schwedischen Behörden und Einwohner in menschen 
freundlichster Weise annahmen. 
4. Juli. In den Argonnen (westlicher Kriegsschauplatz) 
haben unsere Truppen die Offensive fortgesetzt. Die 
Beute hat sich erheblich erhöht; sie beträgt für die 
beiden ersten Julitage: 2556 Gefangene (darunter 37 
Offiziere), 25 Maschinengewehre, 72 Minenwerfer, eine 
Revolverkanone. Auf den Maashöhen wiederholte der 
Feind trotz aller Misserfolge viermal seine Versuche 
zur Wiedereroberung der verlorenen Stellungen bei 
Les Eparges; wir wiesen seine Angriffe glatt ab. — 
Nordwestlich von Regnieville eroberten wir die fran 
zösischen Stellungen in 600 Meter Breite und entrissen 
nördlich von Fey-en-Haye dem Feinde ein Waldstück. 
Die Fliegertätigkeit war gestern sehr lebhaft. Deutsche 
Flugzeuge bewarfen das Landguard-Fort bei Harwich, 
sowie eine englische Zerstörerflotille und griffen das 
befestigte Nancy, die Bahnanlagen von Dombasle und 
das Sperrfort Remiremont an. Ein englisches Flugzeug 
stürzte nördlich von Gent an der holländischen Grenze
        
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