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Full text: Berliner Leben Issue 18.1915

Stellungen, die aber nach Wiederaufbau unserer eigenen 
Stellung freiwillig und ohne Kampf während der Nacht 
wieder aufgegeben wurden. Ein unbedeutender Angriff 
bei Mesnil nördlich St. Die wurde von unseren Truppen 
abgewiesen. In den Vogesen fanden nur Artillerie 
kämpfe statt. — Die Angriffe in Polen westlich der 
Weichsel machten langsam Fortschritte. Bei Eroberung 
einesStützpunktes nordöstlich Rawa blieben 500 Russenais 
Gefangene in unseren Händen, drei Maschinengewehre 
wurden erobert. Heftige russische Gegenangriffe wurden 
unter schwersten Verlusten für die Russen zurückge 
schlagen. — Am Dunajec war gestern heftiger Geschütz 
kampf im Gange. Besonders die österreichisch-ungarische 
schwere Artillerie wirkte gut. Sie schoss ein grosses 
Magazin des Gegners in Brand und brachte eine feind 
liche Batterie zum Schweigen, ln den Karpathen beein 
trächtigt zunehmender Frost die Gefechtstätigkeit. — Das 
französische Unterseeboot „Saphir“, das sich dem Ein 
gang in die Dardanellenstrasse zu nähern versuchte, 
wurde durch türkische Artillerie zum Sinken gebracht. 
16. Januar. In Gegend Nieuport fanden nur Artillerie- 
kämpte statt. Feindliche Angriffe auf unsere Stellung 
nordwestlich Arras wurden abgewiesen: im Gegen 
angriff eroberten unsere Truppen zwei Schützengräben 
und nahmen die Besatzung gefangen. Das Gehöft von 
La Boisselle nordöstlich Albert wurde gestern gänzlich 
zsrstört und von Franzosen gesäubert. Nordöstlich 
Soissons herrschte Ruhe. Die Zahl der in den 
Kämpfen vom 12. bis 14. dortselbst eroberten franzö 
sischen Geschütze hat sich auf 85 erhöht. Kleinere, 
für uns erfolgreiche Kämpfe fanden in den Argonnen 
und im Wald von Consenvoye (nördlich Verdun) statt. 
Ein Angriff auf Ailly südöstlich St. Mihiel brach unter 
unserem Feuer in der Entwickelung zusammen. — 
Auf dem östlichen Kriegsschauplatz schloss regnerische 
und trübe Witterung jede Gefechtstätigkeit aus. — Am 
Dunajec erzielte die österreichisch-ungarische Artillerie 
im Kampfe mit feindlicher Feld- und schwerer Artillerie 
abermals schöne Erfolge. 
17. Januar. In Flandern beiderseits Artilleriekampf. Bei 
Blangy (östlich Arras) sprengten wir ein grosses Fabrik 
gebäude und machten dabei einige Gefangene. In den 
Argonnen kleine Fortschritte. — Am Dunajec und im 
Raume südlich Tarnow Geschützkampf, der mit 
wechselnder Intensität den ganzen Tag hindurch an 
hielt. — Die im Kaukasus operierenden türkischen 
Truppen setzten seit einigen Tagen an der Grenze 
einen erbitterten Kampf gegen die Russen fort, die 
beträchtliche Verstärkungen erhalten haben. 
18- Januar. In Gegend Nieuport nur Artilleriekampf. 
Feindliche Angriffsbewegungen sind in den letzten 
Tagen nicht wahrgenommen. An der Küste wurden an 
mehreren Stellen englische Minen angeschwemmt. Bei 
La Boiselle, nordöstlich Albert, warfen unsere Truppen 
im Bajonettangriff Franzosen, die sich im Kirchhof und 
im Gehöft südwestlich davon wieder festgesetzt hatten, 
heraus und machten drei Offiziere und 100 Mann zu 
Gefangenen. Im Argonnerwalde wurden mehrere franzö 
sische Gräben erobert, die französische Besatzung fast 
aufgerieben. Ein Angriff der F'ranzosen auf unsere 
Stellungen nordwestlich Pont-a-Mousson führte auf einer 
Höhe zwei Kilometer südlich Vilcey bis in unsere 
Stellung; der Kampf dauert noch an. In den Vogesen 
und im Obereisass herrschten starkes Schneetreiben 
und Nebel, die die Gefechtstätigkeit behinderten. — ln 
Ostpreussen ist die Lage unverändert. Im nördlichen 
Polen versuchten die Russen über den Wrka-Abschnitt 
beiRadzanow vorzustossen, wurden aber zurückgewiesen. 
In Polen westlich der Weichsel hat sich nichts Wesent 
liches ereignet. — Auf den Höhen östlich Zakliczyn 
zwang die österreichisch-ungarische Artillerie die Russen 
zum Verlassen einiger vorderster Schützenlinien. Die 
rückgängige Bewegung übertrug sich beim Feinde 
auch auf andere Teile der F'rom, sodass schliesslich in 
einer Ausdehnung von sechs Kilometer der Gegner 
seine vorderste Stellung räumte, in wirkungvollstem 
Artillerie- und Maschinengewehrfeuer in Unordnung 
auf die nächsten Höhenlinien zurückging, hierbei zahl 
reiche Gewehre und viel Munition in der früheren 
Stellung zurücklassend. — Die türkischen Truppen 
im Kaukasus verteidigen hartnäckig ihre Stellungen 
gegen die Russen, die mit überlegenen Kräften an 
greifen. Ein feindlicher Versuch den Flügel eines 
türkischen Korps zu umfassen, ist gescheitert. Nach 
einem Gefecht zwischen türkischer und russischer 
Kavallerie westlich von Choi floh der Feind unter 
Zürücklassung von Toten und Verwundeten 
19. Januar. Auf der ganzen Westfront fanden, abgesehen 
von unbedeutenden Scharmützeln, nur Artilleriekämpfe 
statt. —- Bei Radzanowo, Biezun und Sicrpe wurden 
die Russen unter schweren Verlusten zurückgeworfen; 
mehrere hundert russische Gefangene blieben in unserer 
Hand. — Bei Jakobeny in der südlichen Bukowina 
wurde ein russischer Vorstoss unter schweren Verlusten 
des Gegners zurückgeschlagen. 
20. Januar. Bei Notre Dame de Lorette nordwest 
lich Arras wurde dem Feinde ein 200 Meter langer 
Schützengraben entrissen, dabei sind zwei Maschinen 
gewehre erbeutet und einige Gefangene gemacht. 
In den Argonnen nahmen unsere Truppen einige 
feindliche Schützengräben. An einer Stelle betrug 
unser Geländegewinn der letzten Tage wieder 500 Meter. 
Im Walde nördlich Sennheim schritt unser Angriff 
gut fort, der Flirzstein wurde genommen, zwei Offiziere, 
vierzig Alpenjäger gefangen genommen. — In der 
Nacht vom 19. zum 20. Januar haben Marine 
luftschiffe einen Angriff gegen einige befestigte Plätze 
an der englischen Ostküste unternommen. Hierbei 
wurden bei nebligem Wetter und Regen mehrfach 
Bomben mit Erfolg geworfen. Die Luftschiffe wurden 
beschossen, sind aber unversehrt zurückgekehrt — Am 
Dunajec beschoss österreichisch-ungarische Artillerie 
mit Erfolg Abschnitte der feindlichen Infanlerielinien 
und erzwang die Räumung eines stark besetzten Meier 
hofes. Eine bis an den Fluss vorgedrungene Abteiluug 
brachte dem Gegner mehrere hundert Mann Verluste 
bei und zerstörte noch die vom Feinde eingebaute 
Kriegsbrücke über den Dunajec. — Während eines von 
den Türken unternommenen nächtlichen Angriffs gegen 
die englischen Befestigungen am Schaff el Arab wurde der 
Feind überrascht. Er verlor 100 Tote und Verwundete. 
Eine englische Kavallerieabteilung versuchte in der 
Gegend bei Corna eine Abteilung türkischer Infanterie 
zu überraschen. Der durch das Feuer eines Kanonen 
bootes gut unterstützte Angriff wurde mit grossen Ver 
lusten für die Engländer zurückgewiesen. 
21, Januar. Nordwestlich Arras griffen die Franzosen 
beiderseits der Chaussee Arras-Lille wiederholt an, 
wurden aber zurückgeschlagen. Südwestlich Berry-au- 
Bac wurden den Franzosen zwei Schützengraben ab 
genommen die trotz lebhafter Gegenangriffe von uns 
behauptet wurden. Französische Angriffe gegen unsere 
Stellungen südlich St Mihiel wurden abgewiesen. Nord 
westlich Pont-a-Mousson gelang es, einen Teil der uns 
vor drei Tagen entrissenen Stellungen zurückzunehmen. 
Unsere Truppen eroberten dabei vier Geschütze und 
machten mehrere Gefangene. — Ein kleineres Gefecht 
östlich Lipno verlief für uns günstig, hundert Gefangene 
blieben in unserer Fland. Im Gelände westlich der 
Weichsel nordöstlich Borzimow schritt unser Angriff 
fort. Ein russischer Angriff westlich Lopuszno süd 
westlich Konskie wurde abgewiesen. — Die Angriffe 
der Russen auf der Front im Kaukasus wurden von den 
Türken auf der ganzen Linie zum Stillstand gebracht. 
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