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Full text: Berliner Leben Issue 18.1915

verbündeten Truppen in die Hände. Die 
Russen erlitten aussergewöhnlich hohe Ver 
luste. — Heute nachmittag ist das englische 
Schlachtschiff ,Triumph“ im Golf von Saros 
vor Ari Burnu von einem deutschen U-Bool 
torpediert worden und gesunken. 
26. Mai. Nordöstlich Givenchy gelang es far 
bigen Engländern gestern abend, sich eines 
vorspringenden Teils unseres vordersten 
Grabens zu bemächtigen. Weiter südlich 
zwischen Lievin und der Lorettohöhe setzte 
nachmittags ein grosser, tief gegliederter 
französischer Angriff ein. Er ist vollkommen 
gescheitert. Auch südlich Souchez brachen 
mehrfach wiederholte starke Angriffe, die 
von weissen und farbigen Franzosen gegen 
unsere Linien südlich Souchez gerichtet 
waren, dicht vor den Hindernissen völlig 
zusammen. Der Gegner erlitt überall sehr 
schwere Verluste. Bei den Kämpfen an der 
Lorettohöhe zeichnete sich ein schlesisches 
Infanterieregiment besonders aus. — Südlich 
Lens wurde von unseren Fliegern ein feind 
liches Flugzeug abgeschossen — Die Schlacht 
bei Przemysl dauert fort. Die Armee des 
Generalobersten von Mackensen dringt im 
Angriff beiderseits des San in südöstlicher 
Richtung erfolgreich vor. Der Uebergang 
über den San östlich Radymno ist erkämpft. 
Das österreichisch-ungarische sechste Korps 
erstürmte den Brückenkopf Zagrody östlich 
dieser Stadt. Südlich und südöstlich Przemysl 
sind unsere Armeen gegen die starken, zum Peil 
betonierten Stellungen der Russen in langsam fort 
schreitendem Angriff. Die Zahl der in den letzten zwei 
Kampftagen eingebrachten Gefangenen ist auf 25 000 
gestiegen, an Kriegsmaterial wurden bis gestern abend 
erbeutet: 54 leichte, 10 schwere Geschütze, 64 Maschinen 
gewehre und 14 Munitionswagen. — ln Tirol, südwest 
licher Kriegsschauplatz, rückte eine feindliche Abteilung 
in Condino (Indicarien) ein. Am Padon-Pass, nord 
östlich der Marmolata, flüchteten die Italiener bei den 
ersten Schüssen. An der kärlnerischen Grenze wiesen 
unsere Truppen mehrere Angriffe unter bedeutenden 
Verlusten der Italiener ab. Westlich des Plöcken floh 
der Feind und liess seine Waffen zurück. 
27. Mai. Ungeachtet ihres gänzlichen Misserfolges vom 
25. Mai erneuerten die Franzosen ihre Durchbruchs 
versuche zwischen Vermelles und der Lorettohöhe. Sehr 
starke Kräfte wurden auf dem schmalen Raum von 
10 Kilometern zum Sturm angesetzt, die Angreifer aber 
überall zurückgeworfen. Wir sind im vollen Besitz 
unserer Stellungen. Eine ungemein grosse Zahl fran 
zösischer Gefallener liegt vor den deutschen Gräben. 
Beim Friedhof von Neuville schanzten Franzosen aui- 
rechtstehend, indem sie zur Deckung in vorherge 
gangenen Kämpfen gefangene Deutsche verwendeten. 
Ein Luftangriff wurde mit Erfolg auf die Befestigungen 
v on Southend an der unteren Themse gemacht. — 
Rach einer Meldung der Agence Milli ist das englische 
Der Russische Hof, Hotel Friedrichsbahnhof 
Direktion Wilhelm Krause, Georgenslr. 21-22 
hat seine herrlich geschmückten Garten-Terrassen in diesem Jahre wieder eröffnet. Der geräumige Gartenhof 
ist ein Sommer-Restaurant, in dem der grösste Wert auf die Behaglichkeit der Besucher gelegt worden ist. 
Bequeme Polstersessel stehen um Tische, auf denen bunte Lampenschirme ein abgedampftes Licht ausstrahlen. 
Eine Künstler-Kapelle bietet musikalische Genüsse. Der jetzigen Zeit entsprechend ist alles aufgeboten worden, 
den Gästen durch vorzügliche Küche bei massigen Preisen, gut gepflegte Weine, sowie Biere vom Fass, den 
Aufenthalt in diesen Räumen möglichst angenehm zu gestalten. 
Linienschiff „Majestic“ heute früh vor Sed ul Bahr in 
den Grund gebohrt worden. 
28. Mai. Von dem im Brennpunkte des feindlichen Durch 
bruchsversuchs nordöstlich der Lorettohöhe stehenden 
Armeekorps sind seit 9. Mai 14 Offiziere, 1450 Fran 
zosen gefangengenommen und sechs Maschinengewehre 
erbeutet. 18 französische Flieger griffen gestern die 
offene Stadt Ludwigshafen an. Durch Bombenabwurf 
wurden mehrere Zivilpersonen getötet und verletzt, 
Materialschaden aber nur in geringem Masse angerichtet. 
Das gepanzerte Fuhrer-Flugzeug wurde östlich Neu 
stadt a. d. H. zur Landung gezwungen; mit ihm fiel 
ein Major, der Kommandant des Flugzeuggeschwaders 
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von Nancy, in unsere Hände. Unsere Flieger 
brachten im Luftkampf bei Epinal ein fran 
zösisches Flugzeug zum Absturz und setzten 
die Kaserne Gerardmer in Brand. — In der 
Gegend nordöstlich von Przemysl zu beiden 
Seiten der Wisznia sind wir in gutem Fort- 
schreiten geblieben. Zu der am 25. Mai ver 
öffentlichten Beule sind etwa 9000 Gefangene, 
25 Geschütze und 20 Maschinengewehre hin 
zugekommen. 
30. Mai. Nach zehnstündiger Artillerievorbe 
reitung griffen die Franzosen östlich des 
Yserkanals unsere Stellungen nördlich von 
D’Houdt-Fme. um Mitternacht an. Der An 
griff ist auf der ganzen Front unter schweren 
Verlusten für den Feind abgeschlagen. 
Zwischen La Bassee-Kanal und Arras fanden 
nur Artilleriekämpfe statt. An der Strasse 
Bethune-Souchez nahmen wir einige Dutzend 
schwarze F'ranzosen gefangen, die sich in 
einem Wäldchen versteckt hatten. 
31. Mai. Gestern versuchten die F'ranzosen so 
wohl nördlich Arras wie im Priesterwalde 
mit starken Kräften unsere Front zu durch 
brechen. Bei Arras hatte der Gegner sich 
auf der Front Neuville—Roclincourt in den 
letzten Tagen durch Sappen herangearbeitet. 
Ein Angriff auf dieser Linie wurde daher, 
nachdem alle Versuche, uns weiter nördlich 
aus unseren Stellungen zu drücken, miss 
lungen waren, erwartet. Er erfolgte gestern 
nachmittag nach stundenlanger Artillerie- 
Vorbereitung und führte durch die Tapferkeit rheinischer 
und bayerischer Regimenter zu einer gänzlichen Nieder 
lage des Gegners. Seine Verluste sind aussergewöhn 
lich hoch. 
1. Juni. Nach ihrer Niederlage südlich von Neuville am 
30. Mai versuchten die F'ranzosen weiter nördlich gestern 
einen neuen Durchbruch. Ihr Angriff, der sich in einer 
Frontbreite von zweieinhalb Kilometer gegen unsere 
Stellungen zwischen Strasse Souchez-Bethune und 
Carency-Bach richtete, brach meist schon in unserem 
Feuer unter grossen Verlusten zusammen. Auf den 
übrigen Frontabschnitten hatte unsere Artillerie einige 
erfreuliche Erfolge. Durch einen Volltreffer im franzö 
sischen Lager südlich Mourmelon le Grand rissen sich 
300 bis 400 Pferde los und stoben nach allen Seiten 
auseinander. Als Antwort auf die Bewertung der offenen 
Stadt Ludwigshafen belegten wir heute nacht die 
Werften und Docks von London ausgiebig mit Bomben. — 
Bei Amboten (Oestlicher Kriegsschauplatz) fünfzig Kilo 
meter östlich Libau schlug deutsche Kavallerie das 
russische vierte Dragoner-Regiment in die Flucht. In 
Gegend Szawle waren feindliche Angriffe erfolglos. 
Auf der Nordtront von Przemysl sind gestern die Forts 
10a, 11a und 12 (bei und westlich Dunkowiczki gelegen! 
mit 1400 Mann vom Rest der Besatzung und einer 
Bestückung von zwei Panzer-, 18 schweren und fünf 
leichten Geschützen durch bayerische Truppen stürmen 
der Hand genommen. Von der Armee des Generals
        
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