Path:

Full text: Berliner Leben Issue 17.1914

15,-vr'i f=F~ 
STUMPFE INTERESSANTE TEINT 
PlßM FASHIONABLEN WELT 
FEINE TOILETTEN - PARFÜMERIEN 
„LEICHNER 
SifND IN KOSMETISCHER WIE HYGIENISCHER BEZIEHUNG DAS 
KOSTBARSTE MODERNER SCHON H EI TS K U NST . 
AEUSSERST ANGENEHM UND WOHLTUEND. VON DER ELE 
GANTEN DAME BEVORZUGT 
LEICHNER FETTPUDER EAU DE LYS 
IN VERBINDUNG MIT DEM WELTBEKANNTEN LEICHNER FETT 
PUDER, DEM VORNEHMSTEN TOILETTENPUDER DER 
GEGENWART ERZIELT DIESE LILIENMILCH IN KÜRZESTER 
ZEIT EINE ALABASTERZARTE MAUT. 
LEICHNER FETTPUDER CREME 
ENTZÜCKT JEDE VEREHRERIN VON LEICHNER ■ FETTPUDER 
DURCH SEINE HAUTPFLEGENDEN EIGENSCHAFTEN 
OIE FEINSTE TOl LETTEN - SEIFE VON GRÖSSTER MILDE 
UND KOSTBARSTEM PARFÜM IST 
LEICHNER FETTPUDER SEIFE 
EIN FEINES ERFR15CHUN6S-PARFUM VON GANZ NEUARTI 
GEM REIZ IST 
EAU DE LEICHNER 
DAS MODE PAR FU M OER SAISON IST 
EXTRAIT LEICHNER 
Ol E HERMELIN - PARFÜMERIEN SIND NOCH FEINER IM PAR 
FÜM, DAHER TEURER. BEFRIEDIGEN ABER DEN VERWÖHN 
TESTEN GESCHMACK 
L. LEICHNER. parfümerie. 
ziele suchte und fand. Mit 
fieberndem Eifer widmete 
er sich dem königlichen 
Dienst. Die Arbeit in 
der Truppe bis zur 
völligen Erschöpfung, das 
militärische Studium 
waren ihm fortan Alles. 
Bald galt er für den 
besten Offizier im Regi 
ment, wurde Regiments 
adjutant, machte das 
Examen zur Kriegsaka 
demie, kam in den 
Generalstab und eine zeit 
lang in die Kolonien. 
Nach seiner Rückkehr 
aus Afrika avancierte er 
schnell zum Major, wurde 
Militärattache in Paris, 
Oberstleutnant, Oberst 
und schliesslich Komman 
deur eines der bevorzug 
testen Regimenter in 
Berlin. Als solchem ver 
lieh ihm sein oberster 
Kriegsherr die Flügel 
adjutantenwürde und 
attachierte ihn hierdurch 
auf das engste seiner 
Person. 
Fünfzehn Jahre, nachdem Fräulein von Walburg ihm 
ihren Korb präsentiert hatte, verband sich Kurt von Wilcke 
ehelich mit der beinahe gleichaltrigen Tochter eines 
pensionierten Offiziers. Dass er ein ganz armes, übrigens 
äusserst tüchtiges Mädchen zu seiner Frau machte, wollte 
dem Eingeweihten beinahe als ein zorniger Protest gegen 
sein Liebesschicksal erscheinen. 
Die Eltern beider Verlobten hatten Zeter und Mordio 
über diese Verbindung geschrien, weil der Gedanke daran 
ihnen im höchsten Grade unsinnig erschienen war. Aber 
die Beiden hatten sich lachend über den Willen der Alten 
hinweggesetzt. Sie hatten der eigenen Kraft vertraut, 
hatten sich schnell und sozusagen lautlos geheiratet. 
In dieser Ehe war Schmalhans lange Zeit Küchen 
meister gewesen. Kommisbrot in Milch gebrockt war 
eine bevorzugte Abendkost. Aber sie hatten einander 
besessen und das war ihnen als das Wesentliche erschienen. 
Allgemach hatte sich nun auch das andere gemacht, das 
Drum und Dran des Hausstandes. Da das Lamentieren 
ihnen doch nichts nützte, halfen Eltern und Verwandte 
wie sie konnten. Auch das Kopfschütteln der weisen 
Leute schwand in dem Masse, in dem sich diese im 
posante Ehe ins absolut Glückliche auswuchs. 
Sein Lebens- und Wagemut war dem stolzen Paare 
zum Segen ausgeschlagen. Vor allem waren Beide gesund 
geblieben. So konnten sie ihren Wirkungskreis, jeder 
an seiner Stelle, voll ausfüllen. Er war das Muster eines 
Offiziers und sie das Muster einer Gattin und Offiziersfrau. 
Herr und Frau von Wilcke hatten das Leben mit ver 
einten Kräften gezwungen und das Leben hatte ihnen 
auch noch ausgiebigen Tribut zahlen müssen, in Gestalt 
dreier reizender Kinder, deren jubelndes Lachen das Herz 
der Eltern entzückte. 
Heute war Holball im Königlichen Schlosse, bei dem 
der Oberst vermöge seiner Stellung nicht fehlen durfte. 
Zum ersten Male seit langen Jahren stand Kurt von Wilcke 
wieder im weissen Saal. Scherzend hatte er eben eine 
Extratour mit seiner Frau getanzt und liess nun, von der 
breiten Estrade aus, die sich an der Stirnseite des Saales 
befindet, seine Blicke, gleichsam orientierend, über die 
glanzvolle Menge der Tanzenden schweifen. 
Da wurde seine Aufmerksamkeit urplötzlich durch eine 
Dame erregt, die in lässig vornehmer Haltung direkt auf 
ihn zuschritt. Es war eine schlank gegliederte, elegante 
Frau in den vierziger Jahren, der man die Dame von 
Welt auf den ersten Blick ansah. Sie trug eine flieder 
farbene Toilette, die sich in fliessenden Linien ihrer 
ätherischen Gestalt anpasste. Die Schultern schimmerten 
in blendendem Weiss. Eine Perlenschnur von köstlichem 
Schmelz lag auf der fein geäderten Haut des edel ge 
formten Halsansatzes. 
Kurt von Wilcke 
schrak zusammen, als er 
ihre Erscheinung ins 
Auge fasste. Wie ein 
elektrischer Schlag fuhr 
es durch seinen Körper. 
Sein Herz stand still. — 
War es Traum? War es 
Wirklichkeit? — War 
das — Hilda von Wal 
burg? — 
Seine Augen bohrten 
sich voller Spannung in 
ihr ausdrucksvolles Ge 
sicht, dessen Züge selbst 
sichere Ruhe und Abge 
klärtheit verrieten. 
Sie war es wirklich 
und sie war es auch 
wieder nicht. Der sonst 
so gewandte Kavalier in 
der glanzvollen Uniform, 
der Mann, der seine Um 
gebung um Haupteslänge 
überragte, der die Brust 
voller Orden und die 
silbernen Flügeladju 
tantenschnüre an der 
Schulter trug, stand jetzt 
blutübergossen wie ein 
Schulknabe vor seiner 
Jugendliebe. Er brachte kein Wort über die Lippen. 
Die Kehle war ihm wie zugeschnürt. 
„Sie werden mich wohl kaum wiedererkennen, Herr 
von Wilcke“, redete sie ihn mit liebenswürdigem, etwas 
müdem Lächeln an, wobei sie ihm die schmale, be 
handschuhte Rechte reichte, „aber ich kann doch unmög 
lich an meinem einstigen Tänzer, an einem so allen Be 
kannten vorübergehen ohne ihn zu begrüssen.“ 
„Hilda von Walburg“, stammelte der Oberst. Dabei 
wurde er sich bewusst, dass er etwas recht Törichtes 
gesagt hatte, denn er kannte den Lebensgang der Gräfin 
Viarowska sehr wohl aus den Gesellschaftsberichten der 
Zeitungen. Hilda von Walburg hatte bald nach dem 
Ereignis, das für Kurt von Wilcke zur Lebenswende 
ward, dem Grafen Kasimir von Viarowski, einem russischen 
Magnaten von ältestem Adel, ihre vielbegehrte Hand 
gereicht. Wie man in eingeweihten Kreisen erzählte, 
hatte der Graf zur Zeit seiner Heirat noch ein fürstliches 
Vermögen besessen, das er aber im Laufe der Jahre, zu 
gleich mit dem verfügbaren Besitz seiner Gattin, als 
Rennstallbesitzer, professioneller Spieler und Lebemann 
bis auf den letzten Pfennig verbraucht hatte, sodass seiner 
Frau nur noch der zum Glück unantastbare Besitz ihres 
Fideikommisses Brenkenhof geblieben war. Grat Viarowski 
galt für eine hochfahrende, widerspruchsvolle Natur. Er 
befand sich fast immer ohne seine Frau auf Reisen in
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.