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Full text: Berliner Leben Issue 17.1914

phot. James Aurich, Dresden. 
Generaloberst Freiherr von Hausen 
Führer der 3. Armee. 
englische Zerstörerflotten (etwa 40 Zerstörer) sind bei 
teilweise unsichtigem Wetter in der deutschen Bucht 
der Nordsee nordwestlich Helgoland aufgetreten. Es 
kam zu hartnäckigen Einzelgefechten zwischen ihnen 
und unseren leichten Streitkrätten. Die deutschen 
kleinen Kreuzer drängten heftig nach Westen nach und 
gerieten dabei infolge der beschränkten Sichtweite ins 
Gefecht mit mehreren starken Panzerkreuzern. S. M. S. 
„Ariadne“ sank, von zwei Schlachtschiffkreuzern der 
Lionklasse auf kurze Entfernung mit schwerer Artillerie 
beschossen, nach ehrenvollem Kampf. Der weitaus 
grösste Teil der Besatzung konnte gerettet werden, 
auch das Torpedoboot „V 187“ ging, von einem kleinen 
Kreuzer und 10 Zerstörern aufs heftigste beschossen, 
bis zuletzt feuernd in die Tiefe. Flottillenchef und 
Kommandant sind gefallen. Ein beträchtlicher Teil der 
Besatzung wurde gerettet. Die kleinen Kreuzer „Köln“ 
und „Mainz“ werden vermisst. Sie sind nach einer 
Rcutermeldung aus London gleichfalls im Kampfe mit 
überlegenen Gegnern gesunken. Nach der gleichen 
englischen Quelle haben die englischen Schiffe schwere 
Beschädigungen erlitten. — Samoa wird ohne Kampf 
von den Engländern besetzt. 
30. August. Die Schlachten auf dem österreich-russischen 
Kriegsschauplatz dauern mit ungeminderter Heftigkeit 
fort. Oestlich der unaufhaltsam gegen Lublin vor 
dringenden Armee Dankl haben die zwischen Bug 
und Wieprz vorgeführten österreichischen Kräfte am 
28. August den Angriff auf die aus dem Raume von 
Cholm entgegenrückende starke russische Armee be 
gonnen. Hierauf entwickelten sich nach der Schlacht 
bei Krasnik weitere hartnäckige, für die angriffsfreudigen 
österreichischen Truppen siegreich verlaufende Kämpfe 
bei Zamose sowie nördlich und östlich von Tomaszow, 
in welche am 28. August aus dem Wald von Beiz 
eine nun gleichfalls auf russischem Boden vordringende 
Gruppe österreichischer Streitkräfte erfolgreich eingriff. 
In diesen Kämpfen wurden, ebenso wie in den 
Schlachten von Krasnik, Tausende von Gefangene ge 
macht. ln Ostgalizien behaupten sich die österreichi 
schen Truppen mit hervorragender Bravour und Zähig 
keit. — Der als Hilfskreuzer ausgerüstete Schnell 
dampfer des Norddeutschen Lloyd „Kaiser Wilhelm 
der Grosse“ wird von dem englischen Kreuzer „High 
flyer“ zum Sinken gebracht, als er in den neutralen 
Gewässern der spanischen Kolonie Rio del Oro vor 
Anker lag. — Heber Paris erscheint in einer Höhe von 
2000 Metern ein deutscher Flieger und wirft eine 
Bombe herunter. Materieller Schaden wurde nicht an 
gerichtet, aber die moralische Wirkung war sehr gross. 
31. August. Die Armee des Generalobersten von Kluck 
hat den durch schwache französische Kräfte unter 
nommenen Versuch eines Flankenangriffs in Gegend 
Combles durch ein Armeekorps zurückgeschlagen. — 
Die Armee des Generalobersten von Bülow hat eine 
überlegene französische Armee bei St. Quentin voll 
ständig geschlagen, nachdem sie im Vormarsch bereits 
ein englisches Infanteriebataillion gefangen genommen 
hatte. — Die Armee des Generalobersten von Flausen 
hat den Gegner auf die Aisne bei Rethel zurück 
gedrängt. — Die Armee des Herzogs von Württem 
berg hatte bei Fortsetzung des Ueberganges über die 
Maas den Feind zunächst mit Vortruppen überrannt, 
musste aber beim Vorgehen stärkerer feindlicher Kräfte 
teilweise über die Maas zurück. Die Armee hat dann 
phot. E, Bieber, Berlin. 
Generaloberst von Heeringen 
Führer der 7. Armee. 
die Maasübergänge wiedergewonnen und befindet sich 
im Vorgehen gegen die Aisne. Das Fort Les Ayvelles 
hinter dieser Armee ist gefallen. — Die Armee des 
Deutschen Kronprinzen setzt den Vormarsch gegen 
und über die Maas fort. Nachdem der Kommandant 
von Montmedy mit der ganzen Besatzung der Festung 
bei einem Ausfall gefangen genommen war, ist die 
Festung gefallen, — Die Armee des Kronprinzen von
        
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