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Full text: Berliner Leben Issue 17.1914

phot. Hubert Lill, Stuttgart. 
Herzog Albrecht von Württemberg 
Führer der 4. Armee. 
27. August. Das deutsche Westheer ist neun Tage nach 
Beendigung seines Aufmarsches unter fortgesetzten 
siegreichen Kämpfen in französisches Gebiet von Cambrai 
bis zu den Südvogesen eingedrungen. Der Feind ist 
überall geschlagen und befindet sich in vollem Rückzuge. 
Die Grösse seiner Verluste an Gefallenen, Gefangenen 
und Trophäen lässt sich bei der gewaltigen Ausdehnung 
der Schlachtfelder in zum Teil unübersichtlichem Wald- 
und Gebirgsgelände noch nicht annähernd übersehen. 
Die Armee des Generalobersten von Kluck hat die 
englische Armee bei Maubeuge geworfen und sie heute 
. südwestlich Maubeuge unter Umfassung erneut an 
gegriffen. Die Armee des Generalobersten von Bülow 
und des Generalobersten Freiherr von Hausen haben 
acht Armeekorps französischer und belgischer Truppen 
zwischen Sambre, Namur und Maas in mehrtägigen 
Kämpfen vollständig geschlagen und verfolgen sie jetzt 
östlich Maubeuge vorbei. Der Angriff auf Maubeuge 
ist eingeleitet. Die Armee des Herzogs Albrecht von 
Württemberg hat den geschlagenen Feind über den 
Sernois verfolgt und die Maas überschritten. Die Armee 
des deutschen Kronprinzen hat eine befestigte Stellung 
des Feindes vorwärts Longwy genommen und einen 
starken Angriff aus Verdun abgewiesen. Sie befindet 
sich im Vorgehen gegen die Maas. Die Armee des 
Kronprinzen von Bayern ist bei der Verfolgung in 
Lothringen von neuen feindlichen Kräften aus der 
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Position von Nancy und aus südlicher Richtung an 
gegriffen worden, sie hat den Angriff zurückgewiesen. 
Die Armee des Generalobersten von Heeringen setzt 
die Verfolgung in den Vogesen nach Süden fort. — 
Die Mobilmachung des Landsturms, der zur Sicherung 
der Etappenlinien und zur Besetzung von Belgien mit 
herangezogen werden soll, wird befohlen. —• Die 
österreichische Regierung erklärt Belgien den Krieg. — 
Das russische Heer nimmt in Galizien bei Brody und 
am Zbrucz die Offensive auf. Eine weitere feindliche 
Gruppe steht zwischen Weichsel und Bug, deren Angriff 
bei Krasnik erfolgreich abgeschlagen worden ist. Die 
russische Mittelgruppe, vermutlich die stärkste, konnte 
in Galizien eindringen, bis beraneilende österreichische 
Kräfte auf der Linie Rawaruska—Zolkiew die russische 
Offensive brachen. Auf der ganzen, fast 400 km langen 
Schlachtlinie wird wütend gekämpft. Der österreichische 
linke Flügel hat der russischen Mittelgruppe schwere 
Verluste beigebracht. Die österreichischen Truppen, 
die unlängst bei Krasnik gesiegt haben, sind sehr 
erfolgreich im Kampfe gegen die russische rechte 
Flügelgruppe. 
28. August. Die englische Armee, der sich drei französche 
Territorial-Divisionen angeschlossen hatten, ist nördlich 
Saint-Quentin vollständig geschlagen. Sie befindet sich 
in vollem Rückzuge über St. Quentin. Mehrere Tausend 
Gefangene, 7 Imldbatterien und eine schwere Batterie 
sind in unsere Hände gefallen. Südöstlich Mezieres haben 
unsere Truppen unter fortgesetzten Kämpfen in breiter 
Front die Maas überschritten. Unser linker Idügel hat 
nach neuntägigen Gebirgskämpfen die französischen 
Gebirgstruppen bis in die Gegend östlich Epinal zurück 
getrieben und befindet sich in weiterem siegreichen P'ort- 
schreiten. — Manonviller, das an der grossen Strasse von 
Luncville nach Lothringen gelegene Sperrfort der 
Franzosen, ist gefallen. 
29. August. Unsere Truppen in Preussen unter Führung 
des Generalobersten von Hindenburg haben die vom 
phot. M. Obergassner, München. 
Kronprinz Rupprecht von Bayern 
Führer der 6. Armee. 
Narew vorgegangene russische Armee in der Stärke 
von fünf Armeekorps und drei Kavalleriedivisionen in der 
Gegend von Gilgenburg und Orteisburg geschlagen und 
verfolgen sie jetzt über die Grenze. Drei feindliche 
Armeekorps wurden vollständig aufgerieben, die gesamte 
Artillerie vernichtet, mehr als 9000Ö Gefangene, darunter 
drei kommandierende Generale, fielen in unserellände. — 
Mehrere moderne englische kleine Kreuzer und zwei
        
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