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Full text: Berliner Leben Issue 17.1914

8. Armeekorps besetzen Luxemburg. — Der Kreuzer 
„Augsburg“ setzt den russischen Kriegshafen Libau in 
Brand. — Bei Wesel wird ein französisches Flugzeug 
herabgeschossen. — Dem russischen Botschafter werden 
□ □ 
phot M. Zicgra, Berlin. 
GeneraUeldmarschall z. D. Exzellenz Freiherr v. d. Goltz, □ □ 
stellte sich freiwillig für den aktiven Dienst. 
die Pässe zugestellt. — Unter Teilnahme von mehr als 
30000 Personen findet ein Feldgottcsdicnst am Bismarck- 
Denkmal vor dem Reichstagsgebäude statt. 
3. August. Französische Truppen überschreiten kompagnie 
weise die deutsche Grenze und besetzen die Ortschaften 
Gottesthal, Metzeral, Markirch und den Schluchtpass.— 
Der russische Botschafter verlässt Berlin. — Deutsche 
Truppen besetzen Kalisch und Czenstochau. — Teile 
der Besatzung von Memel schlagen einen Vorstoss 
feindlicher Grenzwachen aus der Richtung von Krottingen 
zuück. — Der Kaiser gibt Befehl zum Kriege gegen 
Frankreich. 
4. August. Der Reichstag bewilligt einstimmig die in 
Höhe von 5 Milliarden 300 Millionen geforderten 
Kriegskredite, ebenso einstimmig alle vom Bundesrat 
eingebrachten Kriegsgesetze, nach einer begeistert auf 
genommenen Rede des Reichskanzlers. •— England er 
klärt Deutschland den Krieg. — Deutsche Truppen 
nehmen Kibarty östlich von Eydtkuhnen. — Kurz 
nachdem bei Soldau befindliche Truppen heute morgen 
angetreten waren, um starke russische Kavallerie, welche 
einen Durchbruch nach Ostpreussen versuchte, zurück 
zuwerfen, erfolgte der Angriff einer russischen Kavallerie 
brigade. Unter dem Feuer der deutschen Truppen brach 
der russische Kavallerieangriff unter schwersten Verlusten 
zusammen. Die russische Kavalleriebrigade wurde ver 
nichtet — Die russischen Staatsguthaben bei den Gross 
banken werden beschlagnahmt. — Rumänien beschliesst 
bewaffnete Neutralität. — 
5. August. Deutsche Kavallerie besetzt Wielun südlich 
von Kalisch. — Durch Verordnung des Kaisers wird 
der Orden vom Eisernen Kreuz erneuert. — Italien 
erklärt sich für neutral. 
6. August. An das deutsche Volk! 
Seit der Reichsgründung ist es durch 43 Jahre 
Mein und Meiner Vorfahren heisses Bemühen ge 
wesen, der Welt den Frieden zu erhalten und im 
Frieden unsere kraftvolle Entwicklung zu fördern. 
Aber die Gegner neiden uns den Erfolg unserer 
Arbeit. 
Alle offenkundige und heimliche Feindschaft von 
Ost und West, von jenseits der See haben wir bis 
her ertragen im Bewusstsein unserer Verantwortung 
und Kraft. Nun aber will man uns demütigen. Man 
verlangt, dass wir mit verschränkten Armen Zusehen, 
wie unsere F'einde sich zu tückischem Ueberfall 
rüsten, man will nicht dulden, dass wir in ent 
schlossener 'freue zu unserem Bundesgenossen stehen, 
der um sein Ansehen als Grossmacht kämpft und 
mit dessen Erniedrigung auch unsere Macht und 
Führe verloren ist. 
So muss denn das Schwert entscheiden. Mitten 
im Frieden überfällt uns der Feind. Darum auf! 
Zu den Waffen! Jedes Schwanken, jedes Zögern 
wäre Verrat am Vaterlande. 
Um Sein oder Nichtsein unseres Reiches handelt 
es sich, das unsere Väter sich neu gründeten. Um 
Sein oder Nichtsein deutscher Macht und deutschen 
Wesens. 
□ □ 
phot. Illustr. Photoverlag, Berlin. 
GeneraUeldmarschall z. D. Exzellenz Graf Haeseler, 
stellte sich freiwillig für den aktiven Dienst.
        
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