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Full text: Berliner Leben Issue 17.1914

Die komische Oper .Monsieur Bonaparte“, Bogumil 
Zeplers jüngstes Werk, fand bei ihrer Uraufführung im 
Deutschen Opernhaus starken Beifall. Zepler hat in 
die fein und sauber gearbeitete Partitur eine Fülle heiterer 
Melodien eingefügt, zu denen er häufig orientalische Motive 
verwendete. Das von Hans Brennert verfasste Textbuch 
behandelt eine in \eypten spielende, ganz originelle Episode 
aus Napoleon I. Leben, der selbst und in Gestalt eines 
Doppelgängers als handelnde Person erscheint. Das szenisch 
von Dr. Hans Kaufmann und musikalisch vom Kapell 
meister Rudolf Krasselt sorgfältig vorbereitete Wetk wurde 
durch Jacques Bilk, Josef Plaut, Peter Lordmann, Lauben- 
tbal und Maria Schneider, welche die Hauptrollen innehatten, 
sehr flott dargestellt. 
Deutsches Opernhaus: Szene aus „Monsieur Bonaparte“. 
phot. W. tViilinper. Berlin. 
Im Deutschen Künstlerlheater findet die 
Komödie „Schneider Wibbel“ von Hans Müller- 
Schlösser in einer ausgezeichneten Darstellung, mit 
Jacob Tiedtke in der Titelrolle, Senta Söneland als 
Frau Wibbel, Otto Werther als Geselle Mölfes 
und Hans Marr in einer prächtigen Type von 
asthmatischen Polizisten, grossen Beifall Die 
Novität, eine wahrhafte Komödie, spielt in einer 
niederrheinischen Stadt zur Zeit der Herrschaft 
Napoleon I. Im Mittelpunkte der Handlung steht 
der Schneider Wibbel, ein wackeier Patriot, der 
im Bierrausch sein Glas auf dem Schädel eines 
Franzosenfreundes zertrümmert und obendrein noch 
Beleidigungen gegen Napoleon ausslösst, uni dafür 
zu Kascholt verurteilt wird. Die gerissene Frau 
Meisterin kommt auf die Idee, statt ihres Mannes 
einen Ersatzmann in Gestalt des Gesellen Zimpel ins 
Gefängnis zu schicken, der während der Haft stirbt 
und als Meister Wibbel beerdigt wird. Die sich 
hieraus ergebenden Situationen sind meisterlich 
durchgeführt und lösen grösste Heiterkeit aus. 
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Deutsches Künstlertheater: Szene aus „Schneider Wibbel“. 
phot. Zamier & I.abisch, Berlin.
        
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