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Full text: Berliner Leben Issue 15.1912

phot. H. E. Kiesel, Berlin. 
Margarete Binte. 
phot. E. Bieber, Berlin. 
Hansi von Schönenbeck. 
Margarete Binte, eine unserer feschesten Soubretten und Vortragskünstlerinnen erhielt ihre Ausbildung in Berlin und trat zuerst im „Metropol-Theater“ 
■auf, woselbst sie nach dem Abgänge der Massary deren Rollen spielte. Nach Ablauf ihres Engagements wandte sie sich dem Kabaret zu und erzielt 
mit ihren Vorträgen, besonders mit Original-Couplets von Harry Waldau, überall gute Erfolge, so namentlich im hiesigen Lindenkabaret, im Hamburger 
Intimen Theater und in der Münchener Bonbonniere. — Hansi von Schönenbeck, das beliebte Mitglied des Neuen Schauspielhauses, ist eine gebürtige 
Berlinerin, die aber in Wien erzogen wurde. Ihr erstes Engagement erfolgte an das Jantschtheater in Wien, dem eine erfolgreiche Tournee durch 
Russland und eine längere Tätigkeit am Breslauer Neuen Schauspielhause folgte. Nach Berlin zurückgekehrt, trat sie in den Verband des Trianon- 
Theaters und erzielte besondere Erfolge in „Fräulein Josette — meine Frau“, als Jeannine in „Liebesgewitter“ und als Lucienne in „Seine erste Frau“. 
Einer Tournee durch Brasilien, die ihr reiche künstlerische Erfolge brachte, gingen Engagements an das Thaliatheater (anlässlich eines Sommergastspiels) 
und an das Neue Theater vorauf. Mit dem Ensemble des Neuen Schauspielhauses, dem sie darauf angehörte, trat sie im letzten Winter im Lustspielhause 
in dem Schwank „Die Vergnügungsreise“ auf. 
phot. Paul Sielaff, Berlin. 
Walter Nithack-Stahn. 
Walter Nithack-Stahn, der bekannte Pfarrer an der 
Kaiser Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, der durch seine litera 
rische Tätigkeit schon viel von sich reden machte — eben 
jetzt wieder erschien aus seiner Feder im Interesse der 
Bestrebungen der „Friedensgesellschaft“ ein von glaubens 
starkem Idealismus erfülltes Streitgespräch „Völkerfriede?“, 
das in seiner Schlichtheit mutige, vorurteilsfreie Bekenner 
freude zeigt —, hat kürzlich ein Drama „Christus“ voll 
endet, das geeignet ist der Kunst vollständig neue Wege 
zu weisen. In sechs Abschnitte eingeteilt, die der Dichter 
Handlungen benennt, hat er das handlungsreichste Drama 
der Weltgeschichte, das Leben Jesu, in bewunderswürdiger 
Weise, frei von allem Lehrhaften, zu einer Dichtung von 
durchdringender Macht gestaltet. Das Werk, welches 
in Kürze in Buchausgabe erscheint, wurde am Oster 
montage im Saale der Singakademie von Friedrich 
K|ayssler, dem meisterlichen Sprecher, vorgeleseu und 
wirkte ergreifend auf die Zuhörer.
        
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