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Full text: Berliner Leben Issue 14.1911

ommerzienral Ludwig 
K Leichner begeht am 
30. März die Feier 
seines 75. Geburls- 
— tages. Zu Mainz ge 
boren, besuchte er daselbst Real 
schule und Gymnasium undbegab 
sich sodann, nachdem man ihn 
auf seine selten schöne Gesangs 
stimme aufmerksam gemacht hatte, 
nach Wien, um sich zum Opern 
sänger ausbilden zu lassen. 
Gleichzeitig widmete er sich dem 
Studium der Pharmazie, prak 
tizierte in der Mohrenapolheke 
i. d. Tuchlauben Wien und war 
Vergiftung zu Grunde gegangen 
waren. Bei der Berliner Gewerbe 
ausstellung 1879 debütierte die 
Firma Leichner mit der Erfindung 
einer bleifreien, bühnenbrauch 
baren Fetischminke. Ein Erfolg 
sondergleichen lohnte den 
Erfinder. Wie ein Sturm er 
oberte er sich die Theater 
der ganzen Welt. Auch das 1 
Land, welches das Vorrecht 
für sich in Anspruch nahm, vj 
an der Spitze der Puder- TS 
und Schminkefabrikalion zu 
stehen, Frankreich, musste 
sich dem deutschen Fabrikate 
„Leichner“ beugen. Als Leichner 
1900 Vizepräsident der Jury 
auf der Weltausstellung in Paris 
war, 
bezeichnele ihn der be 
rühmte Schminkenfabrikant Dorin 
f in einer Ansprache vor der 
ganzen Jury als den Meister 
der sich die grössten Verdienste 
umdie„Induslrie“erworben habe. 
Neben seiner gewerblichen 
Tätigkeit pflegte und förderte 
Kommerzienrat Leichner auch 
Kunst und Wissenschaft in 
anerkannter Weise. So erhielt 
er durch seine Munifizenz 
das Richard-Wagner-Museum, 
welches nach Amerika ver 
kauft werden sollte — dem 
Vaterlande; es befindet sich 
jetzt in Eisenach in der Reuter- 
schen Villa. Weil über die 
Grenzen Deutschlands hinaus 
wurde der Name „Leichner" 
aber dadurch berühmt, dass 
er dem grossen Dichter- 
Komponisten Richard Wagner 
das Denkmal im Tiergarten, 
eines der schönsten Monumente 
Berlins, errichten Hess.
        
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