Nr, 41. Vieh- und Schlachthof
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Hiervon wurden von der Schlachthofinspektion geschlachtet
10 677 Stück, die übrigen 1 959 Stück wurden lebend an die städtischen
Schweinefleischverkäuser abgegeben. Der Verkauf erfolgte gegen Fleischkarten,
welche an minderbemittelte.Haushaltungen ausgegeben wurden,
in städtischen Verkaufsstätten, mit deren Betrieb in erster Linie Kriegerfrauen
und Kriegsbeschädigte betraut worden waren. Die Zihl der
Karten ist im Laufe der Listerungsperiode auf 500 009, d. h. 8 /e aller
Berliner Haushaltungen gestiegen: die Zahl der Verkaufsstellen, welche
sich teils als Stände in den Markthallen, teils als Ladengeschäfte darstellten,
betrug Ende März 1916 195.
Das Schlachtgewicht der von der Stadt geschlachteten Schweine
betrug 1 051 269 KZ. Hiervon wurden 79 650 kg gepökelt und geräuchert.
Außerdem wurden in der im Vorjahre eingerichteten Schmalzsiederei
auf dem Schlachthose durch Personal der Schlachthofverwaltung
etwa 100 000 KZ Liesen und Micker zu etwa 70 000 KZ Schmalz verarbeitet.
Ferner wurden in der Zeit vom 11. Juni 1915 bis 7. April 1916
die im Vorjahre von der Zentral-Einkaufs-Gesellschast m. b H. angekauften
eingefrorenen Schweine angeliefert. Ihr Gesamtgewicht betrug
1 645 071,s kg. Hiervon wurden an das Publikum im aufgetauten
Zustande 1539 324 KZ verkauft, der Rest zu Speck und Schinken verarbeitet.
Hierbei ergab sich, daß das Schweinefleisch nach dem Auftauen
sich im vorzüglichen Zustande befand. Die in Schlächterkreisen
bis dahin vertretene Ansicht, gefrorenes Schweinefleisch eigene sich nicht
zur Herstellung von Dauerwaren, hat sich als nicht zutreffend erwiesen.
Die von der Schlachthofinspektion aus dem gefrorenen Schweinefleisch
hergestellten Mengen Speck und Schinken — etwa 105 000 KZ — waren
von bester Beschaffenheit und von solchen Dauerwaren, die aus frischem
Fleisch hergestellt sind, nicht zu unterscheiden. Auffallend ist, daß
während des Pökelns und Räucherns mit Mängeln behaftetes Fleisch
(Stich) sich niemals gezeigt hat.
Durch die Schlachthofinspektion wurden ini Berichtsjahre verkauft:
871619 KZ frisches Schweinefleisch,
9 852 - gepökeltes Rindfleisch,
31617 - frisches Kalbfleisch,
130 965 - frisches Hammelfleisch,
1 539 324 - gefrorenes Schweinefleisch,
282 011 - Schmalz,
190121 - Kunstspeisefett,
651394 - Schinken,
1355 008 - Speck,
1 197 329 Pfunddosen Schweinefleischkonserven.
Die Markt-- Schlacht» und Schaugebühren haben int Berichtsjahre
keine Aenderungen erfahren.
Eisenbahnverkehr.
Im Berichtsjahre gingen auf dem Bahnhöfe des Viehmarktes ein:
a) mit Vieh beladen 46 194 Eisenbahnwagen,
b) mit anderer Ladung (Kohlen usw.) . . . 7 741 -
zusammen 53 935 Eisenbahnwagen
im Vorjahre 51 362 -
Dagegen gingen beladen aus:
mit Vieh 3 735 Eisenbahnwagen
mit anderen Gütern .... . . . 3 940 -
zusammen 7 675 Eisenbahnwagen
int Vorjahre 10 513
Es haben daher im ganzen 61 610 Eisenbahnwagen verkehrt
Für die Unterhaltung der gesamten Eisenbahnanlage einschließlich
der Kosten für die Erneuerungen und Erweiterungen oer Stellwerkanlagen
Otm und Lvc sind insgesamt 329168 M verausgabt worden
An Eisenbahnüberführgebühren sind 309 629 M eingegangen
Die Reinigung und Desinfektion der Eisenbahnwagen
ist seit Bestehen der Anlage in der vorgeschriebenen Weise von Arbeitern
der städtischen Verwaltung ausgeführt worden.
Die eingegangenen Desinfektionsgebühren betragen 96 687 M
Die zurückgebliebene Sandstreu hat die Eisenbahnverwaltüng vollständig
abgenommen.
Wägungen.
Nach dem Markenverkauf, also gegen Entgelt, wurden auf den
Viehwagen gewogen: 25 997 Rinder, 53 990 Schweine, l 640 Kälber,
15 606 Schafe. Hierfür wurden 11643,«o M vereinnahmt.
Feuerversicherung
Die Gebäude sind bei der städti-chen Feuersozielät, die übrigen
Gegenstände und Vorräte einschließlich der Vieh« und Fleischbestände
bei eiiicui Konsoitiunt von Versichernngsgesellschasteu bis zum
31. März 1916 versichert.
Dünger.
Der gesamte, aus dem Vieh- und Schlachthofe auskommende
Dünger ist im Berichtsjahre wiederuin der Verwaltung der Rieselguter
gegen Verpflichtung der täglichen Abnahuie uuentgeltlich überlassen
worden.
Futteransgabe.
Im Berichtsjahre wurden ausgegeben und zwar an: Heu4 779620KZ,
Stroh und Strohersatz 1947790 KZ, an Heidekraut 39 312 KZ,
Häcksel 14 019 KZ, Hafer (zum Teil an die Stadtgüter zurückgegeben)
22 224 KZ, Haferschrot 4 097 KZ, Gerste (zu Schrot vermahlen)
199 406 KZ, Gerstenschrot 209 847 KZ, Kleie 129 259 KZ. ferner an
Heusamen 45 690 kg, an Strohmüll 6 640 kg.
Wasser- und Gasverbrauch.
Aus den städtischen Leitungen wurden insgesamt 943 341 cbm
Wasser entnommen.
An Gas sind im ganzen 1285 439 odm verbraucht.
An Elektrizität sind aus de» Leitungen der Allgemeinen Elektrizitätswerke
im ganzen 12 860 Kilowattstunden abgegeben.
Rettungswache (Perbandstellen).
In dem Betriebe der Rettungswache und der Verbandstelleu ist
nichts geändert.
Den Aerzten sind 5 449,so M, den beiden als Heilgehilfen
tätigen Beamten zusammen 604 M Vergütungen, für Verbandstoffe
596,sg M gezahlt worden.
Finanzielle Uebersicht.
Die Verwaltung des Biehmarktes schließt mit einem Ertrage
von 465 823 M ab. Diesem steht jedoch der Bedarf des Schlachthofes
mit 212 338 M gegenüber, so daß die zu allgemeinen Ausgaben
der Gemeindeverwaltung zu verwendende Mehreinnahme nur 253485.#,
beträgt.
Der Rückgang der Mehreinnahme ist auf die bedeutende Abnahme
des Austriebes und der Schlachtungen, namentlich bei
Schweinen, Schafen und auf das Steigen der Materialienpreise
zurückzuführen.
Die Fleischbeschau auf dem Schlachthofe schließt mit einem kkeberschusse
von 153 482 M ab. Es ist nach den gesetzlichen Bestiminimgen
auf das nächste Rechnungsjahr zu übernehmen und dien: zur Deckung
von Mehrausgaben in diesem.
Auch diese Verwaltung hätte einen Zuschuß erfordert, wenn nicht
zur Deckung der vorhandenen Mehrausgaben der aus dem Vorjahre
übernommene Neberfchuß von 635 261 M verfügbar gewesen wäre.
Die Beschau des von außerhalb eingeführten Fleisches schließt
dagegen mit einem Ertrage von 36 710 M, der zu allgemeinen Ausgaben
der Gemeindeverwaltung zu verwenden ist.
Der Reservefonüs des Viehmarktes wies am Schluffe des Berichtsjahres
einen Bestand von 903 243 M, der Erneuerungs- und
Erweiterungsfonds des Schlachthvfes einen solchen von 360 479 Jt aus.
Die Anleiheschulö hat sich von 12 858 479 M auf 11943 339 .#
vermindert. Bon dieser Summe entfallen auf den Viehmarkt
1556 691 M und auf den Schlachthof 10 386 748 M.
- Aus den Etats sind an Kriegsunterstützungen an Angestellte,
Arbeiter und deren Angehörige im Laufe des Rechnungsjahres
118 632 M gezahlt worden.
Nach dem Jahresabschluß der Stadthauptkasse haben sih die
Einnahmen und Ausgaben, wie folgt, gestaltet.
I. Viehmarkt.
Einnahmen: Ausgaben:
1 Gewöhnliche 8 298 803 M 2 814 396 M
2. Außergewöhnliche . . 5 913 - 5 913 -
II. Schlachthof.
1. Gewöhnliche 2 0-2 5,4 l ,M 2 234 394 M
. Anßerg.miöh liehe . . If 4 735 - 164 735 -
III. Fleischbeschau auf dem Schlachthofe.
1 Geivöhnlichc 1 782 968 M 1 619 486 M
2 Außergewöhnliche . . . - 680 - Rest 1)320 M
IV. Bescha» des von außerhalb eingeführten Fleisches.
89 895 M 63 185 M