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Full text: Berliner Leben Issue 8.1905

MAL-KAH, die Königin. 
Sie lesen die Ueberschrift, sehen auf das Bild, 
und wundern sich, dass es in der Zeit der Amateur- 
Photographen noch eine Königin giebt, die Sie nicht 
kennen? 
Und doch existiert die Malkah! Und dehnt 
ihren Untertanenkreis immer weiter und weiter aus, 
und ihre Rivalinnen verdrängend, wird sie bald 
die ganze Erde erobert haben. 
Woher unsere Mal-Kah stammt? Aus dem 
Morgenlande; aus dem Reiche von Tausend und eine 
Nacht. Von dort kam sie nach England; und indem 
sie den Duft des Morgenlandes mit dem praktischen 
Sinn Englands verband, war sie bald zu Macht und 
Ansehn gelangt. 
Dabei ist die Mal-Kah die einzige auf dem Thron, 
die nie incognito reist. Sie ist exquisit, aber nicht 
exclusiv. Jeder ihrer Untertanen kann tun und lassen, 
was er will, und sie steht mit ihrem Szepter in 
der Hand daneben und freut sich, wenn sie von 
ihrem Reichtum auch anderen Menschen abgeben 
kann. 
Jüngst hatte sich Mal-Kah sogar in das Glashaus 
eines ihrer Untertanen, der eine Fastenkur durch 
machen sollte, mit einschliessen lassen, um ihm 
Gesellschaft zu leisten. Und ihr Einfluss war so 
wohltätig, dass am 12. Tage der Hungerszeit folgendes 
Bulletin über den Hungerkünstler, Herrn Sacco, 
ausgegeben werden konnte: 
Bulletin des Hungerkünstlers Sacco vom 
20. Oktober 1905. Temperatur 36 Grad, Puls 84, 
Atmung 22, Gewicht 170 Pfund, Verlust 8 Pfund. 
Konsumiert: Sauerbrunnen 2 Flaschen, Loretto - 
Cigarren 6 Stück, Mal-Kah-Cigaretten No. 3 20 Stück. 
Befinden: sehr gut. 
Erraten Sie jetzt, wer unsere Mal-Kah ist? 
Die Königin der Cigaretten 1 Und ihre Untertanen 
sind alle Menschen, die sich dem Cigarettengenuss 
hingeben. 
Hier in Deutschland, wo bekanntlich alles 
später kommt, erschien die Mal-Kah freilich erst vor 
etwa y 2 Jahr, ln Fachkreisen dagegen gelten die 
Cigaretten der Mal-Kah-Company, die ihr Domizil in 
London, Manchester, Glasgow & Dublin hat, schon seit 
einem Dezenium als absolut erstklassig. Und mit 
Recht! Nur der exquisitische türkische Tabak wird 
verwendet, die Fabrikation erfolgt lediglich mit der 
Hand; und in der Kunst durch Mischung der feinsten 
Tabake den mildesten, zartesten Geschmack, ver 
bunden mit dem duftendsten Aroma herzustellen, 
steht die Mal - Kali-Company einzig da. 
Einen Beweis hierfür bietet uns das oben er 
wähnte Experiment des Hungerkünstlers Sacco, der 
während seiner 23 tägigen Fastenzeit eine Mal-Kali- 
Cigarette nach der anderen schmaucht, ohne sich 
dadurch im Geringsten zu schaden. Sacco hat, bevor 
er sich grade für die Mal-Kah entschloss, sicherlich 
die meisten andern Cigaretten-Fabrikate geprüft. Bei 
der ungeheueren Wichtigkeit, die das Rauchen als 
sein einziges Nahrungsmittel, für ihn hat, kann er nur 
eine Cigarette brauchen, die anregend wirkt und vom 
feinsten Aroma ist, ohne dabei selbst den schwächsten 
Organismus anzugreifen. Sacco hat wohl auch mit 
seinem Arzt über die zu erwählende Cigarette ge 
sprochen. Alles ein Beweis für die absolute Güte 
der Mal-Kah-Cigarette, die demzufolge auch in sämt 
lichen besseren Geschäften des Continents zu haben ist. 
Dass die Mal-Kah-Company auch äusserlich dem 
verfeinerten Geschmack der Cigarettenraucher Rech 
nung getragen hat, braucht kaum ausdrücklich erwähnt 
zu werden. Ist es doch grade im Cigarettenhandel 
von Wichtigkeit, dass auch das Auge des Rauchers 
befriedigt wird. Die Kartons, die Plakate und die 
ganze Aufmachung der Mal-Kah-Cigaretten sind denn 
auch im Entwurf und in der Ausführung von einer 
gradezu künstlerischen Vollendung. Sie sind nicht 
nur im Cigarettenhandel, sondern im Handel über 
haupt ziemlich unübertroffen; und jeder, der nur ein 
einziges Mal die Mal-Kah gesehen und geraucht hat, 
wird kaum noch eine andere Cigarette kaufen. 
Die Mal-Kah ist und bleibt eben die Königin! 
Andere können ihr wohl nacheifern, aber sie nie 
erreichen. Hoffen wir also, dass auch unsere Leser 
der Mal-Kah huldigen, und uns für diese neue 
königliche Bekanntschaft, die wir Ihnen heute ver 
mitteln, Dank wissen.
        
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